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Malen statt Parken: Bei der Malschule FFB mit Martin Becker entstand das längste Bild Brucks.

In Fürstenfeldbruck

Bunte Aktionen machen parkenden Autos den Platz streitig

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Autos nehmen im öffentlichen Raum viel Platz ein. Wie viel, das wurde beim Welt-Parking-Day deutlich, an dem sich heuer die Stadt Fürstenfeldbruck im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche beteiligte.

Fürstenfeldbruck –  Viele Aktionen verschiedener Vereine zeigten, was man im öffentlichen Raum alles machen könnte, statt zu parken.

Mehrere Stellflächen entlang der Hauptstraße waren am Freitag für einige Stunden zweckentfremdet. Es wurde gemalt, Theater gespielt oder einfach nur Kaffee getrunken. „Die Aktionen sollen zeigen, was alles im öffentlichen Raum möglich ist“, sagte Montserrat Miramontes, Verkehrsplanerin der Stadt Fürstenfeldbruck. Was Miramontes überraschte: „Die Geschäfte an der Hauptstraße hatten nichts dagegen, dass wir die Parkplätze belegen.“ Von der Resonanz der Vereine war sie auch erfreut. „Eigentlich wollten wir zunächst Sport auf den Flächen machen“, berichtete sie. Am Ende brachten die Teilnehmer viele eigene Ideen ein.

Radeln statt Parken: Beim ADFC konnten sich Passanten ihr Fahrrad waschen lassen.

Turmgeflüster

Shakespeares zweieinhalbstündiges Monumentalwerk „As you like it“ gab es beim Verein Turmgeflüster in nur fünf Minuten zu sehen. „Wir hatten das Werk schon für eine andere Vorführung runtergekürzt“, erzählt Anita Dietzinger von Turmgeflüster. Als die Teilnahme am Parking-Day im Raum stand, griff man die Idee erneut auf. „Es passt zum Thema“, sagt Dietzinger. Denn in Shakespeares Werk geht es einerseits ums Fahrende Volk, andererseits aber auch um die Natur.

Lastenräder

Schwer im Stress war Alexa Zierl vom Aktionsbündnis Artenvielfalt. Sie pendelte zwischen ihrem bienenfreundlichen Balkon beim Parking-Day und dem Lastenräderkorso auf dem Geschwister-Scholl-Platz in der Buchenau hin und her.

Die Idee, den Autos mal für einen Tag den Platz streitig zu machen, gefiel auch den Stadtführern von der Fürstenfeldbrucker Gästeführung (FGF). Die hatten mit dem Historischen Verein einen gemeinsamen Stand organisiert. „Die Idee des Parking-Day ist super“, sagte FGF-Chefin Bettina Lampart-Heinemann. Bruck leide schließlich sehr unter dem Verkehr – und damit auch die Stadtführer. „In der Innenstadt sind Führungen wegen des Verkehrslärms oft nur mit einem Lautsprecher möglich“, sagt sie. Der Historische Verein nutzte die Aktion für ein großes Würfelspiel vor dem ehemaligen Café Brameshuber. Die FGF servierte nebenan Gebäck – an einem Tisch, wie er einst im Garten des „Bramerl“ stand.

Malschule

Am längsten Bild Brucks arbeiteten viele Passanten am Stand der Malschule FFB. Martin Becker von der Schule bewertete die Aktion ebenso positiv („Es ist schön, weil die ganze Stadt beteiligt ist.“) wie Sandra Moschner der Volkshochschule. Die lud zum Entspannen auf Liegestühlen und bei Bewegungsspielen ein. Nur das geplante Yoga fiel letztlich doch ins Wasser. „Das ist uns an der befahrenen Straße doch zu gefährlich“, sagte Moschner.

Bei den Passanten kamen die vielfältigen Aktionen gut an. Die Bruckerin Andrea Brunner (62) ließ sich am Stand des ADFC ihr Fahrrad aufpolieren. Sie sei in Bruck viel mit dem Radl unterwegs. „Den Autoverkehr werden wir hier mit der B2 nicht mehr rauskriegen“, sagt sie. Der Parking-Day sei eine perfekte Aktion, „für die man schon mal auf ein paar Parkplätze verzichten kann“. 

Am Freitag kam es außerdem zu Klima-Demos im Landkreis.

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