In der Brucker Innenstadt

Caritas eröffnet Zentrum für Flucht und Migration

  • schließen

Die Caritas zentralisiert ihre Asyl- und Migrationsarbeit: Ein Großteil der Beratungen soll ab Februar in der Brucker Innenstadt über die Bühne gehen.

Fürstenfeldbruck – Bisher sind Asyl- und Migrationsberatung getrennt – und bisher berät die Caritas Flüchtlinge dezentral in den verschiedenen Unterkünften. Nun aber stehen mit großer Wahrscheinlichkeit – Details sind noch unklar – Einschnitte in der Förderung bevor. Damit einher geht die große Sorge der Verantwortlichen, künftig mit weniger Personal auskommen zu müssen.

Helfen soll nun die Gründung des Zentrums für Asyl und Migration (Zam) in der Hauptstraße 1 direkt neben dem Hauptsitz der Caritas in der Brucker Innenstadt in neuen Büros über dem Tchibo. Ziel ist es, die verschiedenen Angebote an einem Ort zusammen zu führen.Ziel soll unter anderem ein fließender Übergang in der Betreuung von Zuwanderern sein, deren Status sich geändert hat. Wer etwa als Flüchtling Bleiberecht erlangt hat, ist nach anderen Kriterien zu behandeln als jemand, der sich noch im Asylverfahren befindet – und hat andere Bedürfnisse beziehungsweise braucht andere Art der Hilfe als zuvor.

Wie Monika Grzesik von der Caritas erklärt, sollen in den größeren Asyl-Unterkünften trotzdem einige dezentrale Beratungsangebote erhalten bleiben. Einmal pro Woche wollen die Berater also in Olching, Eichenau, Gröbenzell, Mammendorf und Maisach sowie dreimal in Germering vor Ort sein, während in der Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst alles beim Alten bleiben soll.

Insgesamt aber müssten sich die Beratungssuchenden viel öfter als bisher auf den Weg zur Betreuung machen. Das neue Zentrum soll montags bis freitags geöffnet sein, wobei die genauen Zeiten noch nicht feststehen. Ein Vorteil der Zentralisierung sei, dass Beratungen künftig bei Krankheit oder Urlaub eines Mitarbeiters nicht mehr ausfallen müssen, weil das Büro aufgrund der Bündelung der Mitarbeiter ja trotzdem geöffnet hat, hieß es Auch die Ehrenamtskoordinatoren sollen in die Hauptstraße 1 ziehen.

Landrat Thomas Karmasin kann die Entscheidung der Caritas nachvollziehen, wie er sagte. Zunächst sei es ganz unmittelbar um die Erstversorgung von Geflüchteten gegangen, jetzt bestünden andere, weitergehende Bedarfe: „Es ergibt Sinn, die Kompetenzen zu bündeln.“

Bisher hat die Caritas 21 Asyl-Berater auf 15 Stellen. Auf 150 Flüchtlinge soll bislang eine Beraterstelle kommen, was aber immer Theorie blieb. Nur zu 70 Prozent sei dieses Ziel erreicht worden, hieß es. Für das Jahr 2018 besteht Bestandsschutz im Personal. Allerdings dürfen frei werdende Stellen nicht nachbesetzt werden.

Die scheidende Caritas-Sprecherin Adelheid Utters (Ruhestand) betonte, dass die Erzdiözese selbst sehr viel Geld für die Asylsozialberatung aufwende und unterstrich die Notwendigkeit der Beratung. Bei der Ankunft befänden sich die Geflüchteten im Überlebensmodus, später änderten sich die Bedürfnisse, wenn Traumata wieder ins Bewusstsein rückten. Kaum eine Frau komme aus Afrika nach Europa, die nicht misshandelt oder vergewaltigt worden sei.

Vor der Hintergrund der wahrscheinlichen, aber noch unklaren Änderungen im Förderwesen hatte der Kreisausschuss einen Beschluss über die weitere Bezuschussung der Caritas vertagt. Das Thema kommt im neuen Jahr erneut aufs Tapet. Bisher wendet der Landkreis rund 300 000 Euro je Jahr in diesem Zusammenhang auf.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gewürzgeflüster mit Starkoch
Plötzlich stand der Starkoch spätabends vor der Ristorante-Tür: Alfons Schuhbeck kam zum Blitzbesuch nach Fürstenfeldbruck und plauschte bis tief in die Nacht.
Gewürzgeflüster mit Starkoch
Das Haus mit dem kuriosen Namen
Wer in Jesenwang über „dem Semer Toni Hansl sein Haus“ spricht, weiß sofort, was gemeint ist. 90 Jahre hat das Gebäude mit dem kuriosen Hausnamen bereits auf dem Buckel. …
Das Haus mit dem kuriosen Namen
Das vergessene Denkmal des Silbersteg-Stifters
Die Stadtbibliothek in der Aumühle ist bekannt. Doch wenn es um ihre Besitzer, die Familie Aumiller, geht, wissen schon weniger Menschen Bescheid. Denn Anton Aumiller …
Das vergessene Denkmal des Silbersteg-Stifters
Seniorin wochenlang ohne Telefon
Eine Rentnerin aus Gröbenzell liegt seit Juni im Clinch mit der Telekom, weil ihr Festnetzanschluss nicht funktioniert. Die 82-Jährige fürchtet, dass sie in einer …
Seniorin wochenlang ohne Telefon

Kommentare