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Franziska Hübner an der Produktionsstraße, hier mit Tagblatt-Reporterin Katja Brenner.

Zum Welttag der Frauen zu Besuch bei Coca Cola in Fürstenfeldbruck

Die Chefin der Produktionsstraße

Frauen in Führungspositionen sind immer noch eine Seltenheit. Doch es gibt sie. Franziska Hübner ist eine von ihnen. Als Produktionsleiterin bei Coca-Cola sorgt sie dafür, dass Getränke aus Fürstenfeldbruck Menschen in ganz Bayern erfrischen.

Fürstenfeldbruck – An ihren ersten Arbeitstag erinnert sich Franziska Hübner noch gut. Ein Kollege lief an ihr vorbei, begrüßte sie eher halbscharig und ging weiter seiner Wege. Wenige Minuten später stand er wieder vor ihr und sagte etwas verdattert: „Frau Hübner, Frau Hübner, es tut mir so leid, aber ich dachte, sie wären die neue Praktikantin.“

Franziska Hübner am Schreibtisch

Heute lächelt Franziska Hübner, wenn sie an diesen Einstand zurückdenkt. Sie ist seit 2015 Produktionsleiterin bei Coca-Cola. Am Standort Fürstenfeldbruck ist die 31-Jährige die erste Frau in dieser Position. Der heutige Weltfrauentag ist für sie ein Arbeitstag wie jeder andere. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei Coca-Cola European Partners Deutschland liegt bei 28 Prozent. Das Unternehmen hat sich selbst zum Ziel gesetzt, bis 2025 40 Prozent der Management-Posten mit Frauen zu besetzen.

Die Kleiderfrage stellt sich bei Franziska Hübners Tätigkeit nicht. Unter ihrem roten Kittel, der im Werk obligatorisch ist, trägt sie einen schlichten, grauen Pullover, dazu eine praktische Arbeitshose. 15 Mitarbeiter, die ihrerseits wieder Teams führen, unterstehen ihr direkt. Mittelbar ist sie die Chefin von 80 der insgesamt 450 Beschäftigten. Von der leeren Mehrwegflasche, die zurück ins Werk kommt, bis zur Neubefüllung der gereinigten Flasche unterliegt alles ihrem wachsamen Blick. Sie plant, organisiert Schichten, sorgt dafür, dass die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt im Lager abgeholt werden kann.

Dass sie als Frau eine Führungsposition beim größten deutschen Getränkekonzern bekleidet, war für ihre Kollegen nie ein Problem. „Es ist eher das Alter, das manche etwas irritiert“, erklärt die gebürtige Rheinländerin.

Nach dem Abitur studierte sie Lebensmitteltechnologie, machte ihren Master in Lebensmittelverfahrenstechnik. 2012 kam sie als Trainee zu Coca-Cola, lernte sämtliche Produktions- und Organisationsschritte kennen. Sogar das Werk in Uxbridge bei London war eine ihrer Stationen.

„Traut Euch“

Wenn unzählige Flaschen klappernd über die drei Fließbänder rattern, ist Franziska Hübner in ihrem Element. Sie sprudelt, wie die Erfrischungsgetränke, die sie verantwortet, vor Energie. In ihrer Freizeit ist sie am liebsten draußen, unternimmt Fahrrad-Ausflüge mit Freunden. Die verdrehen gelegentlich schon die Augen, wenn Hübner ihre Arbeit nicht ganz hinter sich lassen kann, selbst wenn sie privat unterwegs ist. Selbst im Café kontrolliert sie Etiketten, will wissen, ob die Flasche vor ihr auf dem Tisch auch aus ihrem Werk kommt.

Denn es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal eines ihrer kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke probiert hat. Schließlich versorgt das Brucker Coca-Cola-Werk neben der Metropolregion München ganz Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, das Allgäu und die Oberpfalz. „Das macht einen schon stolz“, gibt die blonde Frohnatur zu.

Auch wenn Logistik und Produktion ansonsten klassisch von Männern dominiert werden, fühlt sich Franziska Hübner in ihrem Job sehr wohl. Letztlich komme es darauf an, dass man authentisch bleibe.

Man solle sich nicht verstellen, nur weil man glaubt, als Frau stärker, härter und besser sein zu müssen. „Wenn man zum Beispiel etwas nicht heben kann, weil es zu schwer ist, dann ist das in Ordnung. Das sage ich auch meinen Azubinen“, erklärt Franziska Hübner. Sie setzt auf offene und ehrliche Kommunikation. Das A und O der guten Mitarbeiterführung. Ihre Team-Leiter sollen sich sicher sein können, woran sie bei ihr sind, sollen von sich aus Verbesserungsvorschläge äußern. „Von der Erfahrung derer, die schon seit 25 Jahren und mehr dabei sind, kann ich ja auch noch profitieren.“ Dennoch wünscht Hübner sich manchmal mehr Kolleginnen. Für alle Mädchen und jungen Frauen, die gerne in ihre Fußstapfen treten würden, hat sie zum Weltfrauentag eine klare Botschaft: „Traut euch!“   (Katja Brenner)

Lesen Sie auch: Warum feiern wir den Weltfrauentag?

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