Eine Schülerin beim Ausfüllen von Arbeitsblättern im Distanzunterricht.
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Eine Schülerin beim Ausfüllen von Arbeitsblättern im Distanzunterricht. (Symbolfoto)

Corona-Pandemie

Ein Jahr Distanzunterricht: Eltern im Landkreis FFB ziehen Bilanz

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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Für die meisten Schüler geht der Distanzunterricht coronabedingt weiter. Eine Befragung brachte nun die größten Probleme an den Tag – aber auch Positives.

Landkreis – Die Gesamtelternbeiräte von Fürstenfeldbruck, Olching und sieben weiteren bayrischen Städten haben Eltern von Grund- und Mittelschülern zum Distanz-unterricht befragt. Im Landkreis Fürstenfeldbruck haben 1115 Eltern – ausschließlich von Grundschülern – mitgemacht. Insgesamt waren es 6954 Teilnehmer. Deren Bildungsstand ist sehr hoch.

Betreuung und Rahmenbedingungen

Im Landkreis teilen sich hauptsächlich ein bis zwei Personen das Homeschooling. 86 Prozent der befragten Eltern gaben an, für alle Kinder ausreichend mit Internetzugang sowie PCs und Tablets versorgt zu sein.

Gut vorbereitet auf den Distanzunterricht fühlten sich die Eltern aber nicht. 62 Prozent monierten, keinerlei Vorbereitung erhalten zu haben. Lediglich drei Prozent konnten virtuelle Elternabende zum Thema „Wie helfe ich meinem Kind beim Lernen während des Distanzunterrichts?“ besuchen. Neun Prozent erhielten immerhin Erklärvideos.

Besser informiert fühlten sich die Eltern hingegen über die Rahmenbedingungen beim Lernen, wie etwa feste Zeiten oder Organisation des Arbeitsplatzes. 36 Prozent halten sich für gut informiert und betreut. Allerdings gab es schon 21 Prozent, die über keinerlei Infos über die Rahmenbedingungen berichteten, 28 Prozent über nur wenige.

Auch die Kinder wurden nach Meinung der Eltern nicht ausreichend auf das Homeschooling vorbereitet. 38 Prozent gaben an, dass der Nachwuchs keinerlei Vorbereitung erhalten hat. 24 Prozent sagten aber auch, dass selbstständiges Arbeiten durch Tages- und Wochenpläne geübt worden sei. 17 Prozent erhielten sogar ein Training für Videokonferenzen.

Wie wird zuhause gelernt?

76 Prozent der Eltern im Landkreis gaben an, dass ihr Kind einen Lehrplan für mehrere Tage erhält. Die Aufgaben sind dabei auf die einzelnen Wochentage aufgeteilt. 16 Prozent bekommen täglich einen Lehrplan. Ein Prozent der Eltern sagte, dass sie keinen bekommen.

Gelernt wird überwiegend mit von der Lehrkraft selbst erstellten Unterrichtsdokumenten auf Online-Portalen (42 Prozent). Danach kommen Arbeitsblätter, die per E-Mail verschickt werden (35 Prozent).

Von denjenigen, die Arbeitsblätter erhalten, müssen sich 73 Prozent der Eltern diese in der Schule abholen. 67 Prozent erhalten die Blätter via Cloudlösungen. 69 Prozent der Eltern gaben an, auch Internet-Links zu Lernvideos zu bekommen.

Abgabe der Aufgaben

30 Prozent der Eltern sagten, dass sie Musterlösungen erhalten, aber längst nicht zu allen Aufgaben. Diese mussten sie sich selbst erarbeiten. 33 Prozent dagegen bekamen zu allen Aufgaben Musterlösungen.

Abgegeben werden die Aufgaben auf unterschiedlichen Wegen. 39 Prozent der Eltern müssen sie in der Schule vorbeibringen. 30 Prozent schicken sie per E-Mail, 36 Prozent über eine Cloud. Lediglich fünf Prozent der befragten Eltern gab an, dass keine Korrektur stattfindet und sie keine Aufgaben abgeben müssen.

Zeitlicher Aufwand im Homeschooling

Homeschooling ist zeitaufwendig – sowohl für Kinder als auch Eltern. Die meisten Kinder sind täglich drei bis vier Stunden mit der Bearbeitung der Aufgaben beschäftigt (32 Prozent). 14 Prozent der Eltern sagten, dass ihr Kind mehr als fünf Stunden täglich damit verbringt.

23 Prozent der befragten Eltern aus dem Landkreis wenden bis zu drei Stunden täglich auf, um ihr Kind beim Homeschooling zu betreuen. 22 Prozent bis zu zwei Stunden und 20 Prozent bis zu vier Stunden.

Erreichbarkeit der Lehrkraft

69 Prozent der Eltern erläuterten, dass sie die Lehrkraft jederzeit direkt kontaktieren konnten – per Telefon oder E-Mail. Sie erhielten auch schnell eine Antwort. 17 Prozent der Eltern sagten, dass es feste Sprechzeiten gab, zu denen man Fragen stellen konnte.

Kommunikation mit dem Lehrer

Die meisten Grundschulkinder im Landkreis haben täglich verbalen beziehungsweise interaktiven Kontakt mit dem Lehrer (47 Prozent). 35 Prozent zumindest mehrmals die Woche.

Kommuniziert wird überwiegend per Videokonferenzen (76 Prozent). 62 Prozent gaben Online-Plattformen, 30 Prozent E-Mail an.

Gemeinsamer Unterrichtsbeginn

Ein gemeinsamer täglicher verpflichtender Unterrichtsbeginn am Morgen findet bei 37 Prozent per Videokonferenz statt. Bei 41 Prozent gibt es das aber nicht. Bei nicht einmal einem Fünftel wird der Unterricht gemeinsam beendet. 80 Prozent der Eltern gaben an, dass es kein gemeinsames Ende gibt.

Unterschiede Frühjahr 2020 vs. 2021

Nach rund einem Jahr Homeschooling haben alle etwas dazu gelernt. So gaben die Eltern mehrheitlich an, dass die Kommunikation klar besser geworden ist – sowohl zwischen Schule beziehungsweise Lehrkraft und Eltern als auch zwischen Lehrkraft und Kind. Zudem sei der Umgang mit digitalen Formaten bei Kindern und Lehrern viel besser geworden. Dennoch steht fest: Es gibt noch reichlich Verbesserungsbedarf.

Weitere Nachrichten rund um die Pandemie im Landkreis FFB finden Sie in unserem Corona-Ticker.

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