Polizeiauto
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Polizeibeamte bekommen bei der Kontrolle der Corona-Regeln immer mehr den Frust zu spüren. (Symbolfoto).

Leichte Lockerungen im Landkreis

Corona-Frust nimmt zu: Polizei als Blitzableiter - Wirte bei Neueröffnung „überrannt“

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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  • Tobias Gehre
    Tobias Gehre
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Die Corona-Müdigkeit nimmt zu. Vor allem Polizisten, die die Regeln durchzusetzen haben, müssen immer wieder als Blitzableiter für den Frust der Menschen herhalten. Dieser könnte jetzt ein wenig abgemildert werden. Weil die Zahlen sinken, gelten ab Dienstag im Landkreis zarte Lockerungen.

Landkreis – Vor allem jungen Menschen scheint die Einhaltung der vielen Corona-Regeln immer schwerer zu fallen. Im Verhältnis zum Risiko, schwer an Covid zu erkranken, tragen sie die höchste Last der Einschränkungen. Den Frust darüber bekommen immer öfter diejenigen zu spüren, die über die Einhaltung der Regeln wachen. „Es kommen immer mehr dumme Sprüche“, berichtet Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Germeringer Polizei. Er registriert eine gewisse Ermüdung beim Einhalten der Vorschriften – insbesondere wenn es um Kontaktbeschränkungen und die Ausgangssperre geht.

Auch Michael Fischer, stellvertretender Chef der Brucker Polizei, beobachtet zunehmenden Corona-Frust. „Es wird immer schwieriger, die Regeln zu vermitteln.“ Von einer gekippten Stimmung möchte Fischer aber nicht sprechen. Eine Herausforderung sieht der Vize-Polizeichef im schöneren Wetter, das sich möglicherweise jetzt im Mai durchsetzt. Dann könnten sich schnell wieder Grüppchen bilden.

Leichte Lockerungen im Landkreis: Einkaufen mit Test und Termin

Deren Treffen bleiben aber wohl auf absehbare Zeit noch verboten – auch wenn am heutigen Dienstag neue Lockerungen in Kraft treten. Grund sind die sinkenden Inzidenzwerte. Diese lagen am Montag den fünften Tag in Folge unter 150. Konkret bedeutet das, dass es mehr Möglichkeiten zum Einkaufen gibt. War bisher nur das Abholen vorbestellter Waren möglich, dürfen Kunden jetzt wieder in die Läden. Allerdings brauchen sie einen negativen Test sowie einen Termin. Auch vollständig Geimpfte dürfen so shoppen – aber erst 15 Tage nach der zweiten Impfung. tog

Viele werden unvorsichtiger – Neu-Wirte zahlen dafür die Zeche

Haben sich ihren Start anders vorgestellt: Die Wirte Reinhold Miefanger (l.) und Michael Maier. (Archivfoto)

Neu-Wirt Michael Maier hat nun seine Feuertaufe hinter sich. Am 1. Mai wollte er mit seinem Kompagnon Reinhold Miefanger die „Spezlwirtschaft“ in Olching zumindest schon einmal in einem kleinen Kreis eröffnen – das ging schief. Am Ende rückte die Polizei an. Laut Polizeibericht hielten sich um die 35 Menschen rund um den Biergarten auf.

Über die Menge gibt es unterschiedliche Aussagen. Maier räumt aber ein: „Wir sind völlig überrannt worden. Mit diesem Andrang hatten wir nicht gerechnet. Das war ein Fehler.“ 35 Leute seien es jedoch keinesfalls gewesen, eher 25. Trotzdem natürlich viel zu viele, gibt er zu. Eigentlich war geplant, dass sich lediglich Freunde und Bekannte eine Bratwurst und einen Sixpack Bier abholen können – und dann wieder gehen. „Wir haben das ganz bewusst nicht als offizielle Eröffnung deklariert, das geht ja gerade gar nicht.“ Es gab keine Flyer, nur ein Hinweis auf der Facebookseite. Von 10 bis 15 Uhr war der To-Go-Verkauf geplant, die Stühle im Biergarten waren extra hochgestellt. Nun muss man wissen: Maier und Miefanger sind bekannt wie bunte Hunde in Olching, engagiert in Vereinen, Maier sitzt außerdem für die Grünen im Stadtrat. Und ab dem Nachmittag war auch noch das Wetter schön. So strömten allein mehrere Fußballmannschaften zur Wirtschaft in Olchings Zentrum. „Dann kamen noch Spaziergänger aus den Amperauen dazu“, sagt Maier. Und die Gäste gingen nicht, sondern bildeten Grüppchen im Sonnenschein. „Das ging so schnell, wir konnten gar nicht mehr reagieren. Und kurz darauf wäre ja eh Schluss gewesen“, sagt Maier. Und die Menschen hätten Abstand gehalten und Maske getragen.

Das hätte auch die Polizei festgestellt. Die Beamten waren per Telefon verständigt worden. Gegen 14.30 Uhr rückten sie an und lösten die Gruppen auf. Die Wirte erwartet nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. gar

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