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Schonfrist endet: Kinder ohne Corona-Test gelten jetzt als Schulschwänzer - kein Recht auf Distanzunterricht

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Von: Lisa Fischer

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Corona-Test
Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung für die Analyse vorbereitet. © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Schüler, die sich nicht auf Corona testen lassen, dürfen nicht zum Präsenzunterricht. Seit Anfang Oktober gelten sie als Schulschwänzer. Ab Allerheiligen kann ihnen Distanzunterricht verweigert werden.

Landkreis – „Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft bzw. genesen sind, sich nicht den erforderlichen Tests unterziehen und deshalb nicht am Unterricht teilnehmen können, verletzen daher grundsätzlich ihre Schulpflicht.“ So steht es in der Änderung der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 5. Oktober. Sie betrifft Schüler im ganzen Landkreis. Es sind nicht sehr viele. Trotzdem gibt es fast an jeder Schule einzelne Testverweigerer. Bei Gymnasien und Realschulen spricht man von je etwa einer Handvoll.

Corona in Bayern: Schonfrist für Testverweigerer an Schulen endet

Noch bis zu den Herbstferien gilt für die, die Zuhause sind, eine Schonfrist. Darauf habe man die betroffenen Eltern aufmerksam gemacht, sagt René Horak, Direktor des Olchinger Gymnasiums. „Und wir weisen darauf hin, dass es für das Kind nachteilig ist, es vom Unterricht fernzuhalten.“ Durch die Verweigerung der Tests und der Nichtteilnahme am Präsenzunterricht werde den Schülern massiv geschadet.

„Ab Allerheiligen wird es dann ernst“, sagt Walter Zellmeier, Direktor am Brucker Viscardi-Gymnasium. Man habe Eltern und Schüler über die neue Regelung informiert. Bisher wurden die Schüler, die wegen der Testpflicht dem Unterricht fernblieben, wie Langzeiterkrankte behandelt.

Corona-Testpflicht an Schulen: Genauer Ablauf wird noch entschieden

Sie erhalten Distanzunterricht und werden zum größten Teil von den Lehrern mit Unterrichtsmaterialien versorgt. „Wenn sie als Schulschwänzer gelten, dann haben die Schüler rein rechtlich keinen Anspruch mehr auf Distanzunterricht“, sagt Zellmeier. Wie das dann am Viscardi-Gymnasium ablaufen wird, wird noch entschieden.

Doris Lux, Rektorin der Realschule in Maisach, betont: „Man muss den Einzelfall betrachten.“ Bislang habe man während der Pandemie immer einen individuellen Weg gefunden. Auch jetzt, nachdem ein paar wenige als Schulschwänzer gelten, suche sie das Gespräch mit den Betroffenen, „um Alternativen zu finden“.

Corona-Tests für Schüler: „Die Regelung war überfällig“

An Grund- und Mittelschulen gibt es ebenfalls Einzelfälle, berichtet Schulamtsdirektor Thomas Frey. Diese Schüler werden momentan noch mit Unterrichtsmaterialien versorgt. Ab den Herbstferien wird dann neu entschieden. Fest steht: „Die Regelung war überfällig, um Klarheit für die Schulen zu schaffen“, sagt Frey.

Generell sollte man beim Thema Testverweigerer unterscheiden, heißt es beim Gymnasium Puchheim. Unter denen, die aktuell zuhause bleiben, sind nicht nur solche, die strikt den Test verweigern. Es gebe auch Schüler, für die die Ansteckungsgefahr im Präsenzunterricht weiterhin als zu groß erscheine und die deshalb Distanzunterricht bevorzugen.

Eine Ausnahme ist derzeit das Max-Born-Gymnasium in Germering. „Wir haben keinen einzigen Fall“, sagt Direktor Robert Christoph. Zwar seien in der Vergangenheit vereinzelt Schüler zuhause geblieben, weil die Corona-Situation für sie oder die Eltern zu unsicher war. Aktuell befinden sich jedoch alle über 1000 Schüler des Gymnasiums im Präsenzunterricht.

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