Warteschlangen bildeten sich zwar vor dem Impfzentrum immen wieder. Doch allzu lange wurden sie nie.	Fotos: Peter Weber
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Warteschlangen bildeten sich zwar vor dem Impfzentrum immen wieder. Doch allzu lange wurden sie nie.

Fürstenfeldbruck

Impfen ohne Anmeldung: Es läuft gut an - Aktion noch bis Mittwoch

  • VonHans Kürzl
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Im Impfzentrum des Landkreises Fürstenfeldbruck konnte man sich zum ersten Mal ohne Termin immunisieren lassen. Das Angebot wurde gut angenommen. Die vorhandenen Kapazitäten wurden aber noch nicht vollständig ausgenutzt.

Fürstenfeldbruck – „Für uns war das nie ein Thema, ob wir uns impfen lassen oder nicht.“ Andrea Schütze und Erwin Wörl aus Mammendorf haben den Samstag für die Zweitimpfung genutzt. Dass die Impfbereitschaft nachlasse, können die beiden nicht verstehen. „Ich hatte schon nach der ersten Impfung ein gutes Gefühl, weil ich mich sicher gefühlt habe“, sagt Wörl. Andere und sich schützen sei wichtig. Das mit dem guten Gefühl bezieht der Mammendorfer auch auf das Impfzentrum selbst: „Der Ablauf ist gut organisiert.“

Zwei Drittel Erstimpfungen

Dabei kam das Impfzentrum Fürstenfeldbruck noch nicht einmal an seine Kapazitätsgrenze, die bei etwa 1000 Impflingen je Tag liegt. Auf diese Zahl ist laut dem ärztlichen Leiter des Impfzentrums Dr. Matthias Skrzypczak die Präsenz des ärztlichen Personals ausgelegt. „Sollte es tatsächlich mehr werden, können wir darauf flexibel reagieren“, so Skrzypczak. Aber nur etwa die Hälfte hatte das Angebot am Samstag genutzt. Wie Skrzypczak auf Nachfrage des Tagblatts mitteilte, seien es dabei zu zwei Drittel Erstimpfungen gewesen. Es seien zudem relativ viele Kinder und Jugendliche erschienen.

Deren Impfung mit Biontech/Pfizer, nur das ist für diese Altersgruppe zugelassen, muss ein ärztlich begleitetes Gespräch vorausgehen. Davon haben sich die Maisacher Geschwister Lena (16 Jahre) und Toni (12) jedoch nicht abhalten lassen. „Ich möchte mich in der Schule einfach sicherer fühlen“, erklärt der Junge. Vielleicht könne das auch das mit dem Testen in der Schule leichter werden, fügt er noch hinzu.

Seine Schwester denkt dabei auch an weniger Quarantäne, mehr Freiheiten. „Mehr rauskommen, das wollen wir doch alle“, sagt die 16-Jährige. Im Blick hat sie zudem, dass sie im Herbst eine Ausbildung beginnt und so auch ihre künftigen Kollegen schützt. „In einem Beruf mit viel Kontakt.“

Für Fritz Wittmann war es dagegen „einfach nur angenehm ohne Termin hierher kommen zu können“. Mit Jahrgang 1935 wäre er eigentlich schon an der Reihe gewesen. Er fühle sich beschwerdefrei, wolle sich aber nun mit der Impfung absichern, so Wittmann.

Mobile Impfangebote

Die Kampagne mit dem „Impfen ohne Termin“ läuft erst einmal wie vorgesehen bis Mittwoch, 21. Juli – jeweils von 8 bis 20 Uhr. Man werde kurzfristig entscheiden, ob man es fortsetzen werde, so Skrzypczak. Das hänge allerdings auch ein wenig vom Interesse der Bevölkerung ab.

Wie Skrzypczak informierte, soll im Kampf gegen das Corona-Virus ein ergänzendes mobiles Angebot folgen. Vorgesehen sei es für die Planie in Puchheim und die WWK-Siedlung in Germering. Mit den beiden Kommunen sei man im Gespräch, so der ärztliche Leiter des Impfzentrums. „Wir wollen möglichst viele Menschen möglichst einfach erreichen.“

Das war die Ankündigung für die Aktion. Auch interessant: Gymnasium wird zu Infektionsherd: 142 Schüler in Quarantäne - Eltern von Abi-Feier verbannt

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