Maske musste während der ersten beiden Schulwochen an den Schulen im Landkreis auch im Unterricht sein.
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Über das Wochenende sind so viele Corona-Infektionen im Landkreis hinzugekommen, dass das Landratsamt die Pandemiestufe 2 ausruft.

Corona im Landkreis FFB

Verwirrung um Corona-Zahlen: Grenzwert doch nicht überschritten

  • Tobias Gehre
    VonTobias Gehre
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  • Thomas Benedikt
    Thomas Benedikt
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Über das Wochenende sind 18 Corona-Infektionen im Landkreis hinzugekommen. Die 7-Tage-Inzidenz nähert sich dem kritischen Wert von 35 an. Überschritten wurde er aber noch nicht.

Update 28. September 17 Uhr:

Verwirrung um die Corona-Zahlen im Landkreis: Das Landratsamt meldete am Montag zwischenzeitlich das Erreichen eines kritischen Schwellenwertes, das Landesamt für Gesundheit veröffentlichte viel niedrigere Zahlen. Grund waren offenbar technische Probleme. Fest steht: Schüler müssen weiter mit Einschränkungen leben.

Bereits Ende vergangener Woche war man im Gesundheitsamt davon ausgegangen, den Schwellenwert bald zu erreichen. Dieser liegt bei 35 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. Am Montag bestätigte das Landratsamt diesen Verdacht dann – und setzte eine Allgemeinverfügung in Kraft, die vor allem Schulen und Betreuungseinrichtungen betrifft.

Doch an den Zahlen kamen schnell Zweifel auf. Denn das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichte gegen 14 Uhr einen Wert von lediglich knapp 22 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen. Wie eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage mitteilte, lag der Grund für die unterschiedlichen Werte in technischen Problemen bei der Übermittlung der Zahlen zum LGL.

Zudem habe der Landkreis den Schwellenwert von 35 noch nicht erreicht. „Aber wir liegen in der Nähe dieser Zahl“, so die Sprecherin. Ohnehin sei der Wert nur ein Indiz, aber keine Bedingung für das Verhängen weiterer Maßnahmen.

Der Grund für die Anordnung einer Maskenpflicht ab der 5. Klasse liege im Infektionsgeschehen an den Schulen. Dieses habe sich in jüngster Zeit vor allem an Schulen und in anderen Kinderbetreuungseinrichtungen zugespitzt. Landrat Thomas Karmasin erklärte, dass man reagieren müsse, wenn es einzelne Gefahrenherde gebe. Er geht davon aus, dass der Wert von 35 noch mehrmals gerissen werde.

Schon bevor die Zahlen in die Nähe des Schwellenwertes kamen, gab es an den Schulen zahlreiche Einschränkungen – einige sind noch immer in Kraft. Seit dem Ende der Ferien gab es Quarantäneauflagen für das Gymnasium und die Martinschule in Olching, die Josef-Dering-Grundschule in Eichenau, den Denk-mit-Kindergarten sowie die Wittelsbacher Mittelschule in Germering, die Berufsschule, den Kindergarten Sonnenschein, die Mittelschule West sowie die Cäcilienschule in Fürstenfeldbruck, die Rudolf Steiner-Schule, die Phillipp-Weiss-Grundschule sowie das Gymnasium in Gröbenzell und den Kindergarten St. Benno in Emmering.

Update 28. September 16.15 Uhr:

Das Landratsamt korrigiert: Der Grenzwert von 35 wurde nicht erreicht. Der entsprechende Satz auf der Website wurde mittlerweile entfernt. Man befinde sich aber nahe an dem kritischen Wert. Maßnahmen wie die Maskenpflicht im Unterricht bleiben bestehen.

Erstmeldung 28. September 15 Uhr:

Landkreis - Am Freitag hatte das Landratsamt noch angekündigt, dass mit dem Erreichen des ersten Corona-Schwellenwerts (mehr als 35 Infizierte pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) am Montag gerechnet wird. Dieser Umstand ist nun laut Homepage des Landratsamts eingetreten. Über das Wochenende sind 18 Neuinfektionen hinzugekommen. Im Landkreis gilt nun die Pandemie-Stufe 2.

Ab dieser Stufe sollen die betroffenen Kommunen über weitergehende Hygiene-Maßnahmen nachdenken. Das Landratsamt hatte zum Beispiel schon am Freitag angekündigt, dass ab Montag für Schüler ab der fünften Klasse wieder eine Maskenpflicht im Unterricht gilt.

Das sind die wichtigen Grenzwerte

In Abhängigkeit von der Höhe der Sieben-Tage-Inzidenz-Zahl erlässt das jeweils zuständige Gesundheitsamt für Schulen und Kindertagesstätten Hygiene- und Schutzmaßnahmen gemäß eines Drei-Stufen-Plans. Das erklärt das Landratsamt auf seiner Website.

Folgende Stufen gelten:

Stufe 1: Sieben-Tage-Inzidenz < 35 pro 100.000 Einwohner Stufe 2: Sieben-Tage-Inzidenz 35 bis < 50 pro 100.000 Einwohner Stufe 3: Sieben-Tage-Inzidenz ab 50 pro 100.000 Einwohner

Die genannten Fallzahlen sind lediglich Anlass für die örtlichen Gesundheitsämter zu prüfen, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind. Sie führen nicht automatisch dazu, dass Stufe 2 oder Stufe 3 mit eingeschränktem Betrieb oder Notbetrieb eintritt.

Vielmehr trifft die Entscheidung, welche Stufe gilt und ob der gesamte Landkreis oder nur Landkreisteile betroffen sind, das örtliche Gesundheitsamt. Die Entscheidung, welche Maßnahmen notwendig sind, wird nach Möglichkeit und Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt und den Schulbehörden getroffen.

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