Corona-Krise

Nach dem Lockdown endlich wieder offen – aber ziemlich leer

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Die Corona-Beschränkungen werden immer weiter gelockert. Doch viele Menschen sind offenbar noch nicht wieder im Alltag angekommen. Restaurants, Sportstätten und Bäder sind teilweise nur schwach besucht. Die nach wie vor vorhandene Angst der Menschen vor einer Ansteckung mit dem Virus ist nur einer der Gründe.

Fürstenfeldbruck – Die Fitness-Abteilung des TSV Unterpfaffenhofen ist eine Institution in Germering. Rund 200 Sportler kamen vor der Corona-Krise pro Tag ins Kraftkammerl, um ihre Muskeln zu stählen und sich fit zu halten. Jetzt sind es nur noch rund 80 Menschen am Tag, erklärt Abteilungsleiter Manfred Sopart. „Ich denke, dass einige noch Angst vor einer Ansteckung durch das Virus haben“, sagt Sopart.

Das dürfte auch daran liegen, dass ein nicht unbedeutender Teil der Mitglieder zur Risikogruppe gehört. Viele ältere Menschen nutzen das Angebot des TSV, um sich fit zu halten. Die Fitness-Abteilung ist aber auch ein sozialer Treffpunkt. Zwischen den Trainingseinheiten wird geratscht, es werden Neuigkeiten ausgetauscht und Kontakte gepflegt.

Doch gerade das ist jetzt nicht mehr ohne Weiteres möglich. Denn wer nicht gerade an einem der Geräte trainiert, muss Maske tragen. Und um Abstand halten zu können, dürfen nur 18 Sportler gleichzeitig in den Kraftraum. Aus Gesprächen mit den Mitgliedern weiß Manfred Sopart: „Gerade den Älteren tut das schon weh.“

Schmerzhafte Einschnitte

Schmerzhaft sind auch die Einschnitte, die Gerhard Kohlfürst verkraften muss. Der Betreiber des Restaurant Fürstenfelder im Brucker Veranstaltungsforum berichtet von stark schwankenden Gästezahlen, seitdem er wieder geöffnet hat. „Mal sind es zehn Gäste, dann wieder bis zu 70.“

Dadurch sei der Alltag in seinem Lokal nur schwer zu planen. Wieder schließen kommt für Kohlfürst allerdings nicht in Frage. Seine Hoffnung: „Nach und nach werden sich die Leute von der Angst befreien.“ Und einen Lichtblick kann der Gastronom auch verzeichnen. Bei schönem Wetter werde immerhin der Biergarten wieder gut besucht.

Neben seinem Restaurant betreibt Kohlfürst auch ein Hotel. Dort steigen normalerweise Geschäftsreisende oder Teilnehmer von Tagungen ab. Doch die bleiben nach wie vor aus. „Man merkt, dass viel weniger gereist wird“, sagt Kohlfürst. Das Hotel in der nähe des Veranstaltungsforums sei derzeit nur zu zehn bis 15 Prozent ausgelastet. Der Hotelier hofft, dass es nach dem Sommer wieder bergauf geht.

Im Freibad

So lange können die Organisatoren im Germeringer Freibad nicht warten. Und es ist auch gar nicht nötig, sagt Betriebsleiter Gerd Felder. „Die Gäste kommen.“ Felder führt das auch auf den unkomplizierten Einlass zurück. Während anderswo Online-Tickets gekauft werden müssen, kann man in Germering spontan an der Kasse aufschlagen.

Vom Niveau der Vorjahre ist aber auch das Germeringer Freibad meilenweit entfernt. 2000 Menschen dürfen momentan gleichzeitig auf das gut 20 000 Quadratmeter große Gelände am Stadtrand. Dann ist Schluss. Doch diese Zahl wurde heuer noch nicht erreicht. Zum Vergleich: am besucherreichsten Tag 2019 wurden rund 6000 Badegäste gezählt.

Langsam bergauf geht es auch im Museum Fürstenfeldbruck. Dort sind seit kurzem wieder Führungen möglich. Und sie werden auch gut angenommen, erklärt Museumsleiterin Angelika Mundorff. „Die Menschen freuen sich, dass Kultur wieder möglich ist.“

Doch auch im Museum läuft noch nicht alles so, wie vor Corona. Schulklassen oder Kindergartengruppen tauchen schon lange nicht mehr in den Räumen auf dem Klosterareal auf. „Das fehlt uns schon sehr“, sagt Angelika Mundorff.

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