1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Fürstenfeldbruck

Brunnen als Infektionsschleuder? Besorgte Mutter will Fontäne abschalten lassen - Petition gestartet

Erstellt:

Von: Peter Loder

Kommentare

Der Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz wurde vor fünf Jahren in Betrieb genommen.
Der Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz wurde vor fünf Jahren in Betrieb genommen. © Archiv

Ist der Planschbrunnen am Geschwister-Scholl-Platz eine für Kinder gefährliche Infektionsschleuder? Das fürchtet eine Mutter aus Fürstenfeldbruck, die in einer Petition die Abschaltung der Fontäne fordert. 

Fürstenfeldbruck – Als 2016 der damals noch amtierende Oberbürgermeister Klaus Pleil erstmals den Hahn der Wasserfontäne am gerade neu gestalteten Geschwister-Scholl-Platz aufdrehte, ahnte er noch nicht, dass die Kinder-Attraktion fünf Jahre später zu einem Politikum werden könnte. Denn nun muss sich sein Nachfolger Erich Raff mit einer Online-Petition befassen, in der die sofortige Abschaltung des Brunnens gefordert wird.

Fürstenfeldbruck: Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz wird zu Politikum - „Üble Erregerschleuder“

Eingereicht hat die Beschwerde die 34-jährige Elif Turan. Die selbst in Bruck geborene und aufgewachsene Mutter eines vierjährigen Buben klagt vor allem darüber, dass das zirkulierende Wasser „immer dasselbe“ und damit eine „üble Erregerschleuder“ sei. „Der Betrieb ist in Zeiten der Pandemie fahrlässig“, schreibt sie.

Ein in unmittelbarer Nähe zum Brunnen praktizierender Kinderarzt konnte auf Tagblatt-Nachfrage zwar nicht bestätigen, dass es bei von ihm behandelten jungen Patienten ein vermehrtes Infektionsaufkommen in Zusammenhang mit dem Planschwasser gäbe. Aber Elif Turan beruft sich auf zwei weitere Mütter, deren Kinder ebenso wie ihr eigener vierjähriger Sohn unmittelbar nach dem Planschen wegen von Noro- und Streptokokken-Bakterien ausgelösten Krankheiten behandelt werden mussten. Weil in ihren Fällen andere Kontakte wie Hort, Kindergarten oder Schule ausgeschlossen sind, wird der Brunnen als Infektionsherd als einzige Ansteckungsmöglichkeit verdächtigt.

Brunnen als Infektionsherd? Mutter fordert: Wasserqualität soll regelmäßig überwacht werden

Elif Turan will mit ihrer Petition zumindest erreichen, dass die Wasserqualität der nach der Winterpause seit zwei Wochen wieder sprudelnden Fontäne regelmäßig überwacht wird. Das Rathaus hat mittlerweile auf die Petition reagiert. Pressesprecherin Tina Rothermund-Vogl erklärte gegenüber dem Tagblatt, dass demnächst eine Wasserprobe entnommen wird. „Das ist gesetzlich zwar nicht verpflichtend vorgeschrieben, wir machen es aber trotzdem.“

Der so genannte Zirkulationsbrunnen werde jeden Herbst entleert und im Frühjahr neu befüllt. Verdunstet in den Sommermonaten viel Wasser, regelt ein Automat die Nachfuhr. Ein Sandfilter schütze außerdem vor gröberer Verschmutzung.

Ein weiterer Grund, warum Elif Turan die Petition aufgesetzt hat: Es wären schon mehrere voyeuristische Aktionen bekannt und Pädophile beim Fotografieren nackter Kinder gesichtet worden. Tatsächlich wurde im Rathaus bereits vor drei Jahren eine Pressemitteilung verfasst, in der Eltern darauf hingewiesen wurden, dass ihre Kinder im Brunnen am Geschwister-Scholl-Platz nur in Badebekleidung planschen sollen.

Fürstenfeldbruck: Petition zur Abschaltung der Wasserfontäne - Mutter treibt auch Sorge vor Pädophilen um

„Der Sicherheitsdienst wird darauf achten, dass keine Nackedeis herumlaufen und möglicherweise fotografiert werden könnten“, hieß es damals. Wie Polizeisprecher Michael Fischer auf Nachfrage erklärt, seien in der Inspektion bis heute aber keine derartigen Vorfälle gemeldet oder zur Anzeige gebracht worden.

Die in einer Brucker Facebook-Gruppe veröffentlichte Petition hat bereits heftige Reaktionen hervorgerufen. In der Kommentarleiste befürworten die meisten Nutzer den Fortbestand der Plansch-Fontäne und appellieren an das Verantwortungsgefühl der Eltern. Fast ebenso viele, nämlich knapp 60 Personen, haben die Petition unterschrieben.

Eine größere Gruppe Jugendlicher hat sich Freitagnacht trotz Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen vor der Stadthalle in Germering getroffen. Die Polizei musste einschreiten. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen FFB-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare