Auf der Eingangstür eines Geschäfts ist ein Schild mit der Aufschrift "Leider Geschlossen" angebracht.
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Laut IHK sind rund 160 000 Betriebe in Bayern von der Insolvenz bedroht. (Symbolbild)

Betriebe in ihrer Existenz gefährdet

Corona-Krise: IHK warnt vor Pleitewelle in der Region Fürstenfeldbruck

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Rund 160 000 Betriebe in Bayern sind laut Industrie- und Handelskammer (IHK) wegen der Coronapandemie in ihrer Existenz gefährdet. Der Regionalausschuss, der heuer neu gewählt wird, warnt vor einem Innenstadtsterben.

Fürstenfeldbruck – Eine Auswertung zur Anzahl der gefährdeten Betriebe in der Region Fürstenfeldbruck liegt laut Robert Obermaier, Leiter der IHK-Geschäftsstelle für die Region München, noch nicht vor. Fest steht laut dem Regionalausschuss-Vorsitzenden Michael Steinbauer aber: „Die Lage ist in einigen Branchen bitterernst.“

Der Kampf um die wirtschaftliche Existenz gehöre inzwischen zum Alltag vieler Unternehmer, so Steinbauer bei einem Online-Pressegespräch zur anstehenden Neuwahl. Wie allerorts seien auch im Landkreis der stationäre Einzelhandel, die Gastronomie und Hotelerie sowie die Veranstalter und die Reisebranchen besonders hart getroffen.

Laut Obermaier könnten 90 Prozent der bayerischen Betriebe den Lockdown relativ unbeschadet überstehen – „wenn sich die Lage nicht verschärft“, wie der Geschäftsstellenleiter betont. Zehn Prozent – eben jene 160 000 Unternehmen – zittern aber um ihre Existenz. Es gibt laut Steinbauer auf der anderen Seite auch Gewinner der Pandemie: Lebensmittel- und Drogeriehandel sowie vor allem den Online-Handel.

„Die Lage ist in einigen Branchen bitterernst“, Michael Steinbauer, IHK-Regionalausschuss.

In der Folge der Corona-Krise sieht der Regionalausschuss-Vorsitzende, der neben 30 anderen Unternehmern erneut für das Gremium kandidiert, zahlreiche Aufgaben auf die IHK zukommen. „Wir brauchen kreative Konzepte gegen das Innenstadtsterben“, sagt er. Weitere Arbeitsfelder für die Kammer sieht er beim Ausbau der digitalen Infrastruktur, bei der Schaffung von ÖPNV-Querverbindungen zwischen den Kommunen und beim bezahlbaren Wohnraum.

Außerdem macht sich Corona auch beim ohnehin vorhandenen Fachkräftemangel negativ bemerkbar. „Uns fehlen die Messen und die Berufsinfomärkte“, sagt Steinbauer mit Blick auf die Werbung um neue Auszubildende. Und auch neue Gewerbeflächen müssten geschaffen werden, damit Betriebe nicht ins Ausland abwandern.

Das Interesse bei den Unternehmern im Landkreis, sich dafür zu engagieren, dass die Wirtschaft mit Schwung aus der Krise starten kann, ist offenbar groß. Insgesamt 30 Kandidaten aus dem Landkreis stellen sich zur Wahl für einen der 17 Sitze im Regionalausschuss, darunter laut Steinbauer auch erfreulich viele jüngere Bewerber. Drei der Kandidaten wollen daneben auch einen Sitz in der IHK-Vollversammlung ergattern.

Insgesamt sind fast 16 000 Unternehmen im Landkreis aufgerufen, in der Zeit von 9. April bis 7. Mai ihre Stimme abzugeben. Die bevorstehende Wahlperiode dauert fünf Jahre.

Alle Infos zur Wahl sowie eine Vorstellung der Kandidaten gibt es im Internet unter der Adresse www.ihkwahl2021.de.

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