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Tankstellenbetreiber Uwe Möderl verzeichnet in der Corona-Krise einen dramatischen Umsatzrückgang an seiner Tankstelle in Maisach. 

Tankstellen in der Krise 

Corona: Die neue Einsamkeit an der Zapfsäule

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden immer deutlicher. Hautnah bekommen das die Tankstellenbetreiber im Landkreis zu spüren. 

Fürstenfeldbruck – Seit 1984 verkauft Uwe Möderl in Maisach Benzin und Diesel. Zahlreiche Krisen hat die Tankstelle an der Hauptstraße in dieser Zeit überstanden. „Aber so etwas gab es noch nie“, sagt der 57-Jährige. Um mehr als die Hälfte ist der Umsatz wegen der Corona-Krise bei Möderl zurückgegangen. Steuern in normalen Zeiten rund 450 Kunden pro Tag die Tankstelle an, sind es jetzt nur noch etwa 200.

Alles ist anders in dieser Zeit. „Manche Leute sind nervös, andere aufgebracht“, sagt Möderl. Das Verhalten sei sehr unterschiedlich. Vor allem manche jüngere Menschen hätten den Ernst der Lage noch nicht begriffen. „Einen musste ich schon rauswerfen“, sagt der Tankstellenbesitzer. Er habe sich einfach nicht an die Abstandsregeln in dem kleinen Verkaufsraum halten wollen. Diszipliniert und überraschend gelassen seien die Menschen ab 65 Jahren.

In seiner Maisacher Tankstelle hat Uwe Möderl einen guten Überblick über die Stimmung in der Gesellschaft. Denn Sprit für den fahrbaren Untersatz brauchen sie alle – egal ob arm oder reich, jung oder alt.

„Zwei Monate - dann wird es eng“

Lange wird Uwe Möderl die aktuelle Situation aber nicht durchhalten können. „Zwei Monate – dann wird’s eng“, sagt der 57-Jährige. Zwei Festangestellte hat Möderl. Einer davon arbeitet schon zehn Stunden weniger pro Woche. Auch seine Öffnungszeiten hat der Tankstellenbesitzer eingeschränkt. War bisher von 6 bis 20 Uhr offen, werden Kunden jetzt nur noch von 7 bis 18 Uhr bedient.

Wie sehr die Krise die Wirtschaft trifft, merkt Möderl jeden Tag. Viele Stammkunden wie Fahrschulen, Logistikunternehmen oder Messebauer würden nicht mehr auftauchen. Der 57-Jährige hofft, sie nach der Krise wieder an seiner Tankstelle zu sehen. Und auch ganz allgemein will Uwe Möderl die Hoffnung nicht fahren lassen. „Man darf sich nicht verrückt machen lassen“, sagt er.

Ganz ähnlich wie dem Maisacher geht es Christian Schneider aus Althegnenberg. Er betreibt die Tankstelle Easy Sprit, die direkt an der B 2 liegt. „Die Straße ist ziemlich leer“, sagt Schneider. Wie viel Umsatz bisher fehlt, kann er noch nicht sagen. Es wird aber wohl einiges sein.

Die Kunden seien aber bereits sehr diszipliniert, würden sich an die Abstandsregeln halten. Als zusätzlichen Schutz für seine Mitarbeiter hat das Unternehmen eine Plexiglaswand an der Kasse installiert. Jetzt hofft Schneider wie sein Kollege aus Maisach, dass die Krise schnell endet und die Kunden bald zu alter Kaufkraft zurück finden.

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