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Noch sitzt sie allein im Kino: Petra Löw von den Gröbenlichtspielen fragt sich, wie der Kinob etrieb in Corona-Zeiten funktionieren kann. 

Betrieb rentiert sich nicht

Corona-Krise: Kinos im Landkreis geschlossen - erst einmal

Seit Montag dürfen die Kinos nach der Corona-Zwangspause eigentlich wieder öffnen. Im Landkreis bleiben die Lichtspielhäuser noch geschlossen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für Film-Fans gibt es aber.

Landkreis – Nur 40 Gäste dürften bei Einhaltung der Hygieneauflagen in einen Saal, erklärt Markus Schmölz vom Scala in Fürstenfeldbruck. „Und 20 davon müssten auch noch in den unbeliebten ersten Reihen sitzen.“

Denn um jeden Gast herum gelten eineinhalb Meter Abstand. Das entspricht zwei Kino-Stühlen, die nach vorne und hinten sowie nach links und rechts frei bleiben müssen. Am Ende des Tages sei dies nicht nur nicht wirtschaftlich „sondern nicht ansatzweise kostendeckend“, sagt der 36-jährige Fürstenfeldbrucker. Hinzu komme: Die Gefahr, dass man bei Ungenauigkeiten wieder schließen muss, sei zu groß.

In Germering teilt man diese Ansichten. „Die aktuell noch sehr strengen Hygienevorgaben für die bayerischen Kinos, mit einer maximalen Gästezahl von 50 Personen pro Saal, machen einen wirtschaftlichen Kinobetrieb fast unmöglich“, meint Cineplex-Betreiber Werner Rusch.

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Kinos im Landkreis Fürstenfeldbruck: Betreiber äußern Kritik

Im östlichen Landkreis, im Saal der Gröbenlichtspiele dürften wie in Bruck nur 40 Gäste Platz nehmen, erzählt Betreiberin Petra Löw. „Aber kommt dann überhaupt jemand?“, fragt die 58-Jährige mit Blick auf die geltende Mundschutz-Pflicht am Sitzplatz. Eine richtige Kino-Atmosphäre komme so nicht auf. Auch der Germeringer Kinobetreiber Rusch kritisiert: „Diese Maßnahme können wir nicht nachvollziehen, besonders da es ja ausdrücklich genehmigt ist, am Platz den Mundschutz abzunehmen, um Getränke und Snacks zu verzehren.“

Und so bleiben die Leinwände vorerst schwarz. Markus Schmölz nutzt den Leerlauf, renoviert mit seinem Team die Lounge und installiert neue Projektoren. Für die Renovierungsarbeiten nahm er einen höheren Betrag in die Hand – was zu Zeiten der Corona-Krise auch nicht üblich sei.

Petra Löw von den Gröbenlichtspielen, Cineplex-Chef Werner Rusch und der Betreiber des Brucker Lichtspielhauses, Markus Eisele, öffnen ihre Kinos am Donnerstag, 2. Juli. An diesem Tag ist sei ein verlässlicher „bundesweiter Start geplant“, erklärt Eisele. „Abzuwarten bleibt dann, wie viele Leute überhaupt kommen und ob das Konzept funktioniert“, meint der 47-Jährige. Bis dahin feilt er an der Umsetzung eines Konzepts mit Plexiglas und Desinfektionsmittelspender sowie einem Laufwege-Netz für die Kinobesucher. „Trotzdem soll das Kinoerlebnis so normal wie möglich sein“, sagt Geschäftsführer Eisele.

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Kultur in Lauerstellung: Langsam läuft der Betrieb wieder an

So langsam läuft der Kulturbetrieb im Landkreis wieder an. Ein Überblick:
Das Puchheimer Kulturzentrum PUC hat zwei Open-Air-Veranstaltungen organisiert. Am 12. Juli ab 20 Uhr bringen Zydeco Annie & Swamp Cats Klänge aus New Orleans auf den PUC-Hügel (Karten gibt es ab 26. Juni). Am 17. Juli treten die Bluestrings der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck auf. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen im PUC statt - unter den gegebenen Auflagen.
Das Olchinger Kulturzentrum KOM ist derzeit für größere Veranstaltungen geschlossen – man spekuliert mit der Olchinger Musiknacht als erstem Termin. Diese soll am 4. September stattfinden.
Im Stockwerk in Gröbenzell soll es einen Kultursommer geben – vom 20. Juli bis 2. August.
Die Germeringer Stadthalle wird in absehbarer Zeit keine kulturellen Veranstaltungen anbieten. „Die Spielzeit ist beendet“, erklärt Leiterin Medea Schmitt.
Auch das Hörbacher Montagsbrettl ist nach 45 Jahren mit regelmäßigen Veranstaltungen zur Pause gezwungen: Bis auf Weiteres sind alle geplanten Veranstaltungen abgesagt. Selbst das viertägige Jubiläumsprogramm (16. bis 19. Oktober) steht auf der Kippe.
In Fürstenfeldbruck startet der Kultur-Betrieb am 27. Juni wieder mit dem ersten von drei Konzerten im Rahmen des Fürstenfelder Klaviersommers. Der beliebte Fürstenfelder Töpfermarkt auf dem Kloster-Gelände wird auf den 3. und 4. Oktober verschoben.

Lisa Fischer

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