Feuer in der Osternacht
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Feuer in der Osternacht

Fürstenfeldbruck

Corona: Neue Zeiten für die Osternacht

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Erst Nein, dann Ja: Die Christen dürfen trotz Corona Ostern in den Kirchen feiern. Die katholischen und evangelischen Gemeinden haben sich für Präsenzgottesdienste entschieden. Um aber nicht gegen die drohende Ausgangssperre zu verstoßen, wurden Liturgie und Zeiten geändert.

Fürstenfeldbruck – Im vergangenen Jahr fielen die Ostergottesdienste komplett dem Lockdown zum Opfer. Und als Kanzlerin Angela Merkel die Osterruhe verkündete, fürchteten die Gläubigen, dass sie auch diesmal nur virtuell Jesu Todesstunde und Auferstehung feiern können. „Viele haben mir gesagt, bitte setzen Sie sich dafür ein, dass wir Gottesdienst feiern können, egal wie klein“, erzählt Otto Gäng, Leiter des Pfarrverbandes Fürstenfeld. Und auch er ist froh, dass die Bitte, wegen Corona auf virtuelle Messen auszuweichen, zurückgenommen wurde. Denn Ostern in der Kirche sei für viele Menschen wichtig. „Wir sind dankbar, überhaupt feiern zu können.“

Zumal kaum eine Organisation so sorgfältig die Hygieneregeln einhalte, wie die Kirche, ergänzt der evangelische Dekan Markus Ambrosy. Daher feiere man Präsenzgottesdienste, wo es möglich sei. „Wir brauchen Zeichen der Hoffnung und Normalität“, sagt der Dekan mit Blick auf die Gläubigen. Aber klar sei auch: „Wir wollen kein staatliches Recht brechen.“

Seit Montag liegt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis über 100, so droht über Ostern erneut die Ausgangssperre. Für die Osternacht, die vielerorts am Samstag um 21 Uhr oder am Sonntag um 5 Uhr früh beginnt, wird das zum Problem. Also haben die Kirchen die Zeiten angepasst. So starten die Sonntagsgottesdienste um 5.30 und 6 Uhr. Der Abendgottesdienst des Pfarrverbandes beginnt bereits um 20 Uhr – in verkürzter Form. „Wir haben die Liturgie eingedampft, aber die wichtigen Elemente sind drin“, sagt Pfarrer Gäng. Am Osterfeuer versammeln sich nur Pfarrer und Ministranten, der Beginn wird über ein Mikrofon in die Kirche übertragen. Das Osterlicht verteilten die Mitarbeiter des Pfarrverbandes, statt Osterwasser wird abgefülltes Weihwasser gesegnet und die Körbchen mit den Speisen bleiben am Platz. Auch an Karfreitag verzichtet man auf die Kreuzanbetung. „Das ist ein Moment, wo es um Abstand geht“, erklärt Gäng. Man wolle die Gläubigen hier nicht verunsichern oder einen Ordner daneben stehen lassen. „Wir haben eine würdige Form gefunden und machen es alle gemeinsam in der Bank.“

In der Gnadenkirche war an Gründonnerstag das erste Abendmahl seit einem Jahr geplant. Doch aufgrund der hohen Infektionszahlen verzichtet man darauf, berichtet Ambrosy. Ansonsten bleiben die evangelischen Gemeinden bei ihren Gottesdiensten. Einzig der für Ostersonntag geplante Familiengottesdienst, bei dem auch Osternester zu den Altenheimen gebracht werden sollten, ist gestrichen. „Das geht in der derzeitigen Situation leider nicht“, sagt Pfarrer Valentin Wendebourg von der Erlöserkirche. Auch das Osterfeuer werde man erst am Morgen entzünden.

Die evangelischen Kirchen bieten auch digitale Formate an. So wurden eine kleine Osterandacht für Familien und Ostergrüße der Pfarrer aufgenommen. Und über die App „Actionbound“ können die Menschen auf einen Osterweg durch Fürstenfeldbruck gehen und an verschiedenen Stationen die Ostergeschichte erleben. „Dort gibt es auch Tütchen zum Mitnehmen“, erzählt Wendebourg. „Und es gibt auch eine analoge Form des Osterweges.“

Für alle Gottesdienste

in der Karwoche und an Ostern ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Infos rund um die Osterangebote stehen auf den Internetseiten www.pv-fuerstenfeld.de und www.evangelisch-in-fuerstenfeldbruck.de.

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