Martin Lehner (linkes Bild, l.) und sein Team im Puchheimer Rathaus haben aber erst einen kleinen Teil der Zettel bekommen.

Fürstenfeldbruck

Corona: Stichwahl wird zum Wettlauf mit der Zeit

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In fünf Kommunen im Landkreis entscheidet eine Stichwahl über den neuen Bürgermeister. Wegen der Corona-Pandemie ist ausschließlich Briefwahl möglich. Das stellt Rathäuser wie Wähler vor große Herausforderungen. Manche befürchten, dass diese kaum zu bewältigen sind.

Landkreis – In den Städten Puchheim und Olching sowie in den Gemeinden Emmering, Alling und Gröbenzell fällt die Entscheidung über den neuen Rathauschef erst im zweiten Wahlgang. Die bayerische Staatsregierung hat entschieden, diesen ausschließlich im Briefwahlverfahren durchzuziehen. Die Unterlagen werden automatisch jedem Wahlberechtigten zugestellt. Das Problem dabei: „Wir haben einen sehr engen Zeitkorridor“, sagt Olchings Rathaus-Sprecherin Julia Henderichs.

Zügig ankreuzen

Sie rät deshalb, dass die Wähler ihr Kreuzchen möglichst zügig machen sollen. „Dass der Wahlzettel bis Sonntag, 29. März, 18 Uhr im Rathaus vorliegt, dafür trägt der Wähler die Verantwortung“, sagt Henderichs. Sie rät dazu, dass die Bürger den Umschlag mit dem Wahlzettel „im besten Fall persönlich in den Briefkasten des Rathauses werfen“. Das sieht auch Carina Pförtsch vom Allinger Wahlamt so, wo gut 3000 Wahlberechtigte aufgerufen sind, ihr Kreuz zu machen. „Wir hatten schon beim ersten Wahlgang acht Briefe, die zu spät eingegangen sind.“ Diese Stimmen werden nicht mehr gezählt.

Rechtliche Schranken

In Emmering habe man laut Wahlleiter Markus Pree sogar überlegt, ob die Austräger den ausgefüllten Wahlzettel gleich wieder mitnehmen sollen. „Aber das ist rechtlich nicht zulässig.“ Auch er sieht den einfachsten Weg darin, dass die Bürger den Umschlag selbst beim Rathaus einwerfen.

Zentrale Druckerei

Die Wahlämter stehen noch vor ganz anderen Problemen. In Puchheim hatte Martin Lehner vom Wahlamt mit einer normalen Wahl mit Möglichkeit zum Urnengang gerechnet. „Wir hatten deshalb für rund 5000 Wähler Briefwahlunterlagen bestellt.“ Doch am vergangenen Montag kam die Meldung: Die Wahl ist ausschließlich per Briefwahl durchzuziehen. „Damit wurden wir im Regen stehen gelassen“, sagt Lehner, der nun plötzlich fast 16 000 Wähler mit den Wahlzetteln versorgen muss.

Warten auf Unterlagen

Dazu kommt: Wann die Unterlagen bei der Stadt eintreffen, ist völlig offen. Laut Lehner produziert eine Druckerei die Unterlagen für ganz Bayern. „Puchheim ist da nur eine von vielen Gemeinden.“ Man müsse abwarten, wann man an der Reihe sei. „Wir tun, was wir können, aber es ist nicht vorherzusagen, ob wir alle Wähler zufriedenstellend bedienen können.“

Abstand beim Eintüten

Zumindest die erste Tranche mit den 5000 vorhandenen Unterlagen wird bereits eingetütet – von zahlreichen Rathausmitarbeitern in ihren Büros. Denn auch hier achtet man darauf, nicht zu viele Menschen in einen Raum zu stecken und die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die Briefe sollen schnellstmöglich per Post an die Wähler rausgehen.

Alle abkommandiert

Satte 21 000 Wähler müssen in Olching mit den Wahlzetteln versorgt werden. Knapp 50 städtische Mitarbeiter wurden abkommandiert, um die hier seit Donnerstag vorliegenden Unterlagen in Kuverts zu stecken. Henderichs hofft, dass das bis Freitagmittag gelingt, sodass jeder Wähler spätestens am Montag seine Unterlagen hat.

Bereits am Samstag sollten die Allinger Wähler in ihren Briefkasten schauen. Bis dahin sollen die Unterlagen ausgeteilt sein.

Mit heißer Nadel

Die knapp 16 000 Gröbenzeller Stimmberechtigten sollen ihre Unterlagen spätestens bis zu vorgeschriebenen Termin am 25. März erhalten. Die rund 5300 Emmeringer Wähler sollen bis Anfang nächster Woche versorgt sein. In der Kommune wurde bereits am Donnerstag begonnen, die Unterlagen auszutragen. „Das ist alles mit der heißen Nadel gestrickt“, sagt Wahlleiter Markus Pree. „Corona macht die Wahl sicher nicht einfacher.“

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