Das Problem in Grünwald: Es gibt nicht genug Fachkräfte im Heim, die testen dürfen. SYMBOLFOTO: DPA
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Auch Tests sollen für Sicherheit im Altenheim sorgen.

In mehreren Einrichtungen

Nach zweiter Impfung: Corona-Ausbruch in Altenheim bei München - Mitarbeiter und Senioren infiziert

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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  • Sabine Kuhn
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Monatelang hatten Bewohner und Belegschaften der Seniorenheime in der ständigen Angst gelebt, dass das Corona-Virus den Weg in ihre Einrichtung findet. Mit den Impfungen hofften sie aufatmen zu können. Doch in einigen Heimen kam es anders.

Fürstenfeldbruck – „Ein Jahr lang waren wir coronafrei, wir haben dafür enorm strenge Maßnahmen ergriffen.“ Das erklärt Petra Diekmann, Verbundleitung des Fachbereiches Altenhilfe bei der Diakonie Oberbayern West. Doch am Ende haben weder die noch vor den Regierungsanordnungen eingeführte Masken – und später die FFP2-Maskenpflicht das Virus aus dem Laurentiushaus in Olching heraushalten können.

Olching: Corona-Ausbruch nach Impfung im Altenheim - sechs Mitarbeiter und 18 Senioren infiziert

Nach der zweitem Impfung wurden im Heim Mitarbeiter positiv getestet. Inzwischen sind sechs Mitarbeiter und 18 Senioren mit dem Virus infiziert. „Ob sie sich vor oder nach der zweiten Impfung angesteckt haben kann derzeit niemand sagen“, erklärt Petra Diekmann. Die gute Nachricht: Bereits geimpfte, positiv getesteten Senioren haben überwiegend keine oder nur geringe Symptome.

Das deckt sich mit den Beobachtungen von Rainer Bertram, Kreis-Chef des Roten Kreuzes. Das BRK führt im Landkreis die Impfungen durch. Der volle Impfschutz trete zwar erst eine Woche nach der zweiten Impfung ein, so Bertram. Die Impfung verhindere jedoch wohl schon vorher schwere Krankheitsverläufe. Das zeige zumindest die derzeitige Entwicklung. Inzwischen war das Impfteam in allen Seniorenheimen im Kreis zur Erstimpfung. Bis 5. Februar soll auch die zweite Runde in den Heimen abgeschlossen sein.

Fürstenfeldbruck: Nach Corona-Ausbruch in Altenheimen - Einrichtungen unter Quarantäne

In den Einrichtungen mit Infizierten herrscht Quarantäne. Besuche sind nicht möglich. Danach treten wieder die bereits vorher geltenden Hygiene-Regeln in Kraft. Erwischt hat es auch das Curanum in Germering sowie das Josefstift in Fürstenfeldbruck.

Im Curanum hatte im Dezember Ministerin Huml vor großem Presseaufgebot den offiziellen Impfstart in Bayern zelebriert. Insgesamt sind während der Pandemie im Landkreis 44 Bewohner von Altenheimen mit Covid-19 gestorben. Derzeit wird überprüft, ob es sich bei den aktuellen Ansteckungen um die besonders gefährlichen neue Mutationen des Virus handelt.

Fürstenfeldbruck: Klinik legt corona-positive Patientin zu Risikopatienten – Sie war schon zweimal geimpft

Gut eine Woche ist es her, dass Karl-Heinz Ahner aus Eichenau ins Brucker Klinikum eingeliefert wurde. Wahrscheinlich wäre der 78-Jährige schon wieder zu Hause, doch stattdessen landete er in Quarantäne. Denn im Klinikum wurde eine Patientin in sein Zimmer gelegt, die corona-positiv war.

Karl-Heinz Ahner ist Risikopatient und wird zu Hause von einem Pflegedienst versorgt. Er trägt ein Tracheostoma, eine Kanüle im Hals, um genug Luft zu bekommen. Weil es dort zu einer Blutung kam, musste er am Freitag vergangener Woche spätabends ins Klinikum. „Er wurde dort gleich auf Corona getestet“, berichtete seine Frau Dorothea (79). Der Test war negativ.

Corona in Fürstenfeldbruck: Klinik legt infizierte Patientin zu Risikopatienten - „mehr als eine Sauerei“

Nachdem das Problem mit der Kanüle behoben war, hoffte die 79-Jährige, dass ihr Mann Anfang der Woche wieder nach Hause kommen würde. Doch als sie am Dienstag im Klinikum anrief, erwartete sie ein Schock. „Die Ärztin sagte, es gehe meinem Mann den Umständen entsprechend gut, aber es sei etwas passiert. Man hatte einen Corona-positiven Patienten zu ihm ins Zimmer gelegt.“ Nun ist Karl-Heinz Ahner im Klinikum in Quarantäne und muss voraussichtlich bis zum 8. Februar dort bleiben.

„Das ist mehr als eine Sauerei“, schimpft seine Frau. Das Klinikum teilt auf Anfrage des Tagblatts mit, dass am Sonntag, 24. Januar, eine Patientin mit Notarzt für die Unfallchirurgie eingeliefert wurde. Die Frau zeigte einen Impfpass vor – sie war bereits zweimal gegen Corona geimpft worden. Trotzdem sei standardmäßig ein Abstrich durchgeführt worden.

Da man jedoch nicht mit einem positiven Ergebnis rechnete, wurde die Patientin auf der Station IMC im Zimmer von Karl-Heinz Ahner untergebracht. „Dort gibt es mehrere sehr große Zimmer mit einem Patientenabstand von über zwei Metern“, betont das Klinikum. Überraschenderweise habe sich dann der Abstrich der Unfallpatientin als positiv herausgestellt. Sie wurde auf die Corona-Isolierstation verlegt. Karl-Heinz Ahner kam „zur Sicherheit“ in Quarantäne. Seine Corona-Tests sind bis dato weiterhin negativ.

Während die Friseure im Lockdown geschlossen haben, werden die Haare der Fliegerhorst-Soldaten ganz legal gepflegt. Weil auch Zivilangestellte zur Kundschaft im Bundeswehr-Areal gehören, ist die Empörung groß. Alle Nachrichten zur Corona-Pandemie im Landkreis Fürstenfeldbruck gibt es im News-Ticker.

(Von Ulrike Osman und Sabine Kuhn)

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