Viele Menschen kaufen derzeit Atemmasken. Experten bezweifeln deren Wirkung. foto: dpa Hygiene ist das Wichtigste Hermann SchubertHygienebeauftragterin der Kreisklinik

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Coronavirus: Atemmasken auch im Kreis Fürstenfeldbruck ausverkauft

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Das Coronavirus verunsichert die Menschen im Landkreis. Nach einem bestätigten Fall im Nachbarlandkreis Starnberg gehen Atemmasken in Apotheken und Baumärkten weg wie warme Semmeln. Auch die Brucker Kreisklinik ist gewappnet.

Fürstenfeldbruck – Ein fieses, für manche tödliches Virus, lautlos und unsichtbar – und es ist auf dem Weg hierher: So nehmen offenbar nicht wenige Menschen im Landkreis das Coronavirus und seine Folgen war. Die Erreger werden unter anderem durch Tröpfchen-Infektion weiter gegeben. Dagegen wollen sich jetzt offenbar viele Menschen mit Atemmasken schützen. Seitdem bekannt geworden ist, dass es einen bestätigten Fall im Raum Starnberg gegeben hat – der Patient wohnt im Landkreis Landsberg –, setzte in der Center-Apotheke von Sabine Manigel in Olching ein wahrer Ansturm auf die Schutzausrüstungen ein. Mittlerweile sind sie ausverkauft. Und auch beim Großhandel würden die Masken knapp, berichtet die Apothekerin. Höchst gefragt sei auch Desinfektionsmittel. „Man muss die Menschen manchmal ein bisschen beruhigen.“

Das dürfte bei manchem nicht ganz einfach sein. Das Bedürfnis nach Schutz vor dem Virus scheint groß zu sein. So groß, dass mittlerweile auch die Baumärkte gestürmt werden. Auch dort gibt es Schutzmasken. Dass diese in erster Linie Staub abhalten sollen, scheint niemanden zu stören. „Die Regale sind leer“, erklärt eine Sprecherin des Hagebaumarkt in Fürstenfeldbruck. Die Nachfrage sei plötzlich enorm gestiegen.

Experten können das nicht nachvollziehen. „Es ist eher eine symbolische Maßnahme ohne große Wirkung“, erklärt Dr. Hermann Schubert, leitender Oberarzt der Anästhesie in der Kreisklinik. Der Mediziner ist außerdem der Hygienebeauftragte des Krankenhauses – und damit dafür zuständig, die Einrichtung auf mögliche Virus-Erkrankte vorzubereiten.

Auf Hygiene achten

„Wir haben die Möglichkeit, Patienten zu isolieren“, sagt der Mediziner. Denkbar sei das in einzelnen Zimmern. Man könne aber auch eine ganze Infektionsstation schaffen. Als vor etwa zehn Jahren die Schweinegrippe grassierte, habe sich die Klinik intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die Vorgehensweise liegt quasi in der Schublade. Für das Personal stünden Schutzmasken, Kittel und Brillen bereit.

„Hygiene ist aber das Wichtigste“, sagt Schubert. Das gelte sowohl für das Klinik-Personal als auch für den Normalbürger. Der Mediziner rät in der Erkältungssaison generell dazu, sich häufig die Hände zu waschen. Außerdem sollte man es vermeiden, sich ins Gesicht zu fassen. Denn oft befinden sich Erreger auf den Händen.

Auch im Gesundheitsamt des Landratsamtes rät man, auf die Hygiene zu achten. Zudem sei das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus derzeit recht unwahrscheinlich. „Weiterhin ist derzeit eine Ansteckung mit der echten Grippe viel wahrscheinlicher als mit Coronaviren“, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Lorenz Weigl.

In den Hausarzt-Praxen ist von der Aufregung über das neue Virus bisher relativ wenig zu spüren. „Bisher hatten wir noch keine Anfragen“, sagt eine Mitarbeiterin der Praxis Hausärzte Rothschwaiger Straße in Fürstenfeldbruck. Gebe es bei einem Patienten den Verdacht, dass er sich das Coronavirus eingefangen hat, sei man vorbereitet. Ärzte und Helferinnen würden sich dann mit spezieller Ausrüstung schützen. Und der Patient werde auch nicht zu den anderen ins Wartezimmer gesetzt.

In verschiedenen sozialen Medien wird die Einnahme von Desinfektionsmitteln zum Schutz gegen das Virus empfohlen. Dieser Ratschlag ist jedoch nicht nur falsch, sondern auch sehr gefährlich. 

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