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Einige Schüler müssen aufs Skilager verzichten.

Vorsichtsmaßnahme

Coronavirus: Gymnasium sagt Skilager ab - Schüler müssen daheim bleiben

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  • Nikola Obermeier
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Drei Personen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck müssen wegen des Coronavirus zwei Wochen lang unter häuslicher Quarantäne bleiben. Das bestätigte das Landratsamt am Montag.

Update, 8. März: 

Update 6. März, Abends: Schüler müssen daheim bleiben - Skilager abgesagt

Fürstenfeldbruck –  Das Coronavirus hält nun auch das Max-Born-Gymnasium (MBG) in Germering in Atem. Nun wurden die Skilager-Fahrten einer siebten und einer achten Klasse abgesagt. Beide Klassen wären am Montag zusammen losgefahren. Zudem wurde das Probewochenende für das Unterstufen-Theater gestrichen. Die rund 30 Schüler aus den Klassenstufen 5 bis 8 wären am Freitag gestartet. Am Freitag wurden etwa 25 Schüler des MBG, die schon in ihrem jeweiligen Klassenzimmer saßen, nach Hause geschickt, weil sie sich in den Faschingsferien in einem Risikogebiet aufgehalten hatten: Alle, die in Südtirol waren, mussten wieder gehen. Darunter auch Schüler der Q 12, die demnächst Abitur schreiben müssen. Unter den Jugendlichen und ihren Lehrern sowie den Eltern wächst deshalb die Sorge, man könne die Zwölftklässler in der letzten Lernphase vielleicht nicht gut genug auf die Prüfungen vorbereiten. Die Stornokosten für abgesagte Fahrten müssen laut Kulturministerium übrigens die Eltern tragen. Im Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) steht erst übernächste Woche wieder ein Skilager an. Das Direktorat hält derzeit noch an der Fahrt fest

Update 6. März: Landrat mit neuer Botschaft

Am Freitag hat sich Landrat Thomas Karmasin in Sachen Corona erneut mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt. Darin tritt er dem Gerücht entgegen, dass Schulen geschlossen werden sollen. Das sei nicht geplant. Hamsterkäufe seien außerdem nicht sinnvoll, selbst im Erkrankungsfalle werde niemand verhungern. Karmasin am Ende der Botschaft: „Entspannen Sie sich.“

Im Landkreis befinden sich vier Personen wegen des Corona-Virus vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne. Nach Auskunft des Landratsamtes ist am Freitag eine Person, die Kontakt mit einem Infizierten hatte, dazu gekommen. Dafür können zwei andere die Maßnahme ohne Befund beenden. Wie in ganz Bayern müssen ab Montag Schüler, die im inzwischen als Risikogebiet eingestuften Südtirol waren, daheim bleiben

Update 5. März: Fünfter Quarantäne-Fall - Party abgesagt - Filmstart verschoben

Der Coronavirus und die Angst vor den Folgen wirken sich weiter auf den Landkreis aus – auf mehrfache Art und Weise. Am Mittwoch musste sich eine weitere Person, die mit einem Infizierten Kontakt hatte, in häusliche Quarantäne begeben. Das berichtete eine Sprecherin des Brucker Landratsamts. Von dieser Art der Vorsichtsmaßnahme sind damit fünf Menschen im Kreis betroffen.

 Bei den ersten drei waren die Tests negativ, sie sind also nicht infiziert. Nach Ablauf der Quarantäne werden sie noch einmal getestet. 

Das Virus betrifft auch das Scala-Kino in der Buchenau. Eigentlich hätte der Film „James Bond – Keine Zeit zu sterben“ die Kinofans ab dem 2. April vor die Leinwand locken sollen. Doch die amerikanische Produktionsfirma hat den Start wegen des Virus auf November verschoben. Laut Kinochef Markus Schmölz ist der neue Streifen der größte Film, der heuer in den Kinos läuft. Deshalb sei er auch etwas geschockt gewesen, als er die Nachricht von der Verschiebung erhalten hat. Hinzu kommt, dass sich die anderen Verleiher weltweit an den Starttermin des Blockbusters angepasst haben und im Zeitraum April/Mai keine weiteren Filme in dieser Größenordnung anlaufen. „Klar ist das bitter für uns“, sagt Schmölz. Er kann die Produktionsfirma aber auch verstehen: „Auf dem asiatischen Markt fällt mehr als ein Drittel der Zielgruppe weg und auch in Italien und Frankreich machen die ersten Kinos dicht.“ Für das Scala entstehe ein wirtschaftlicher Schaden in nicht geringem Ausmaß. So etwas dürfe sich nicht über mehrere Monate ziehen. 

Bereits am vergangenen Wochenende hat das Scala die Sorgen wegen des Virus zu spüren bekommen. Weniger Gäste als sonst zog es in den Kinosaal. „Aber bei den Leuten, die kommen, spürt man nichts. Wir müssen nicht häufiger als sonst die Seifenspender auffüllen“, sagt Schmölz und lacht. Auch auf der Facebookseite des Kinos versucht man die Verschiebung mit Humor zu nehmen. Dort wurde ein Foto des Filmplakates gepostet, auf dem Daniel Craig und seine Schauspielkollegen eine Schutzmaske tragen.

Auch für die Commerzbank und ihre Jahresprognose spielt das Virus eine gewisse Rolle. Die Experten des Kreditinstituts gehen davon, dass sich die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase im zweiten Halbjahr legen wird. Deshalb raten sie von Aktien-Panikverkäufen ab. Der wirtschaftliche Aufschwung werde voraussichtlich nach der Virus-Pandemie weiter gehen, so die Finanzexperten der Commerbank.

Wegen des Virus abgesagt wurde die für Samstag geplante unterdessen die Mexikanische Nacht in Pfaffenhofen an der Glonn im Nachbarlandkreis Dachau. In den vergangenen Jahren waren immer etliche Brucker zu dieser Party in den Nachbarlandkreis gereist. Das Fest, zu dem immer zwischen 800 und 900 Gäste kamen, sollte im Bauhof der Gemeinde stattfinden. „Wir haben am Mittwochabend beschlossen, die Veranstaltung abzusagen“, erklärt Martin Schneider, eines der veranstaltenden GbR-Mitglieder. Es besteht faktisch kein erhöhtes Risiko, da man sich bei allen anderen Aktivitäten auch anstecken könne, wie beim Busfahren, am Flughafen, in der S-Bahn, sondern es bestehe eventuell ein moralisches Problem, wenn man „bei der allgemeinen von den Medien erhitzten Diskussion eine Spaßveranstaltung durchführt“. Schneider betont, dass die Organisatoren mit der Absage keine Panik schüren wollen, im Gegenteil: Die Entscheidung sei aus der Verantwortung heraus für Besucher und Helfer gefallen. „Wir müssen in der jetzigen Situation keine Spaßveranstaltung machen, die zur Verbreitung des Virus beitragen kann“, so Schneider. „Die Sicherheit geht vor.“ Natürlich bedauert er die Absage, immerhin haben die Helfer am vergangenen Wochenende schon alles aufgebaut. Dieses Wochenende treffen sie sich nun zum Abbau – „leider nicht zum Feiern“.

Nicht abgesagt werden soll dagegen das Volksfest in Puchheim. Hier will man aber vorbereitet sein: Unter anderem werden die Gläser heißer als sonst gespült.

Update vom Mittwoch, 4. März

Nun ist eine vierte Person in Quarantäne wegen Corona. Das teilt das Landratsamt auf Tagblatt-Nachfrage mit. Die anderen drei Personen, die derzeit zu Hause bleiben müssen, seien bisher negativ getestet worden. Der Test zum Ende der 14-tägigen Inkubationszeit stehe aber noch aus. Auch am Brucker Viscardi-Gymnasium ist man von Corona betroffen. Ein für nächste Woche geplanter Austausch einer 10. Klasse mit Italien wurde abgesagt. „Wir haben uns für diese Maßnahme – im Austausch mit dem Elternbeirat – entschieden“, sagt Vize-Schulleiter Werner Faist. Aber das Risiko sei einfach zu groß. Die Verantwortlichen haben es sich nicht leicht gemacht. Zum einen freuen sich die Schüler schon seit Langem auf den Austausch. Zum anderen kostet so eine kurzfristige Stornierung auch Geld. „Wir wisse noch nicht, ob wir da etwas erstattet bekommen.“ Das Coronavirus hat auch Einzug in den Schulalltag gehalten. „Die Schüler wurden noch einmal besonders sensibilisiert“, erklärt Faist. Es werde jetzt verstärkt auf Hygiene geachtet, und es gibt Aushänge in den Fluren und den Toiletten. Ob der Austausch nachgeholt wird, ist bisher noch nicht klar.

Unterdessen kam es erneut zu Hamsterkäufen im Germeringer AEZ. Einige Regale waren wie leergeräumt - und das obwohl tags zuvor die angekündigte Nachlieferung eingetroffen war.

Drei Quarantäne-Fälle

Die betreffenden Personen hatten Kontakt zu Infizierten aus anderen Landkreisen in Oberbayern. Deren Gesundheitsdetektive verständigten die Behörde in Bruck. Bei den drei Personen aus dem Brucker Landkreis wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Bei der Quarantäne handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die der Eindämmung des Virus dienen soll.

AEZ: „Vergleichbares nie erlebt“

In vielen Supermärkten hatte bereits am Wochenende aus Angst vor dem Coronavirus und dessen Folgen in einigen Regalen gähnende Leere geherrscht. Vor allem haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Tomatensoße waren vielerorts vergriffen. Andreas Weigand, Vertriebsleiter bei der AEZ-GmbH, formuliert es ganz nüchtern. „Es gab erhöhte Abverkäufe in den vergangenen Tagen.“

Engpässe bei Lebensmitteln seien allerdings nicht zu erwarten. „Heute rollt eine Riesenwelle an Ware an“, sagte Weigand am Montag. Er gehe davon aus, dass die Regale schnell wieder voll seien – und es auch bleiben. Die Hamsterkäufe seien aber schon außergewöhnlich gewesen. „Etwas Vergleichbares haben wir noch nicht erlebt.“

Vorratskäufe bei Medikamenten hat Apotheker Christian Sickau aus Gröbenzell noch nicht verzeichnet. Mundschutz und Desinfektionsspray seien aber seit Wochen gefragte Güter – und nach jeder neuen Lieferung wieder schnell ausverkauft. Sickau und seine Mitarbeiter achten derzeit besonders auf Hygiene. Auf einen Mundschutz verzichten die Angestellten allerdings. „Das würde die Panik nur vergrößern“, sagt der Apotheker.

Fünf bleiben daheim

Corona und seine Folgen sind mittlerweile auch ein Thema an den Schulen. Das Schulamt hat umfangreiche Informationen herausgegeben. Wer etwa „unspezifische Symptome“ wie Fieber oder Muskelschmerzen zeige und in den vergangenen zwei Wochen in einem Risikogebiet war, solle zu Hause bleiben. Die Behörde berichtet über fünf Schüler, die am Montag in diesem Zusammenhang nicht in der Schule erschienen waren. Alle waren in Italien.

Einen Notfallplan hat auch die Brucker Sparkasse. Hygiene sei sehr wichtig. Deshalb werde auch auf das Händeschütteln verzichtet. Anlass für überstürzte Aktivitäten sehe man nicht, so ein Sprecher. Der Geschäftsbetrieb gehe weiter.  st/tog

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