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Das Coronavirus
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Fürstenfeldbruck

Neue Corona-Regeln: Beschränkungen für alle Schulen und Kitas - teilweise wieder Distanzunterricht

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Die coronabedingte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Fürstenfeldbruck ist wieder stark gestiegen. Viele Schulen bereiten sich auf Teil-Unterricht vor.

Fürstenfeldbruck - Jetzt ist es amtlich: an allen Schulen und Kitas gilt ab Montag Stufe 3 des Rahmenhygieneplans. Das bedeutet für Schulen:

1) Im Klassenzimmer ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Dies kann zur Folge haben, dass Klassen geteilt und die beiden Gruppen im wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenzunterricht und Lernen zu Hause unterrichtet werden. Dies ist nur dann nicht nötig, wenn die baulichen Gegebenheiten vor Ort die Einhaltung des Mindestabstands auch bei voller Klassenstärke ermöglichen.

2) Darüber hinaus ist das Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer für alle Schülerinnen und Schüler ab der ersten Jahrgangsstufe verpflichtend.

Für Kindertagesstätten bedeutet das unter anderem:

1) Kinder werden in reduzierter Gruppenstärke und mit fester Zuordnung betreut.

2) Das Personal muss eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

3) Kinder mit einen leichtem Schnupfen und/oder gelegentlichem Husten dürfen nur dann die Kita besuchen, wenn sie negativ auf das Coronavirus getestet worden sind. Zudem müssen sie fieberfrei sein und dürfen zuvor keinen Kontakt zu einer mit SARS-CoV2 infizierten Person gehabt haben.

Zur Begründung: Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist nach wie vor diffus, so das Gesundheitsamt. Unter den Neuinfizierten befänden sich viele Reiserückkehrer, bei einem Betrieb im Landkreis wurden mittlerweile 13 Personen positiv getestet. 11 Personen haben sich auf einer privaten Feier infiziert. In den vergangenen zwei Wochen gab es an mindestens 15 Schulen unterschiedlicher Schulformen positiv getestete Schüler, woraufhin viele Klassen und ganze Jahrgangsstufen in Quarantäne geschickt werden mussten. Fünf Kindertagesstätten sind derzeit von positiven Fällen betroffen.

Das Testzentrum Fürstenfeldbruck ist nach wie vor extrem ausgelastet. Dort wurden Stand bisher über 18 300 Personen getestet, die so genannte Positivrate beträgt dort 1,31 Prozent. Diese Rate bezieht sich nur auf Personen, die ihren Wohnsitz im Landkreis Fürstenfeldbruck haben.

Die Zahl der Neuinfektionen sei schon seit längerem auf einem hohen Niveau. Bei vielen der Neuinfektionen ist die Infektionskette nicht mehr nachverfolgbar, das hießt die Personen wissen nicht, bei wem sie sich angesteckt haben. Neue Infektionen ergeben sich unvermittelt, es muss daher damit gerechnet werden, dass sie auch dort entstehen, wo bisher noch keine Infektionen stattgefunden haben.

Der Freistaat Bayern hat seinerseits umfangreiche Maßnahmen angekündigt für die Kreise, deren 7-Tage-Inzidenzwert den Signalwert von 35 und den Schwellenwert von 50 übersteigt. Die Regeln, die das Das Landratsamt Fürstenfeldbruck jetzt erlassen hat, entstammen einer begleitende Allgemeinverfügung.

Update Freitagmittag: Mittlerweile gilt es als sicher, dass in den nächsten zwei Wochen verschärfte Regeln an Schulen gelten werden. In vielen Schulen hat man die Eltern bereits darüber informiert, dass es einen Wechsel zwischen Präsenz und Distanzunterricht geben wird. Sprich: Die eine Hälfte der Schüler darf rein, die anderen müssen zuhause bleiben. Dies gilt, wenn es nicht möglich ist, den 1,5-Meter-Abstand auch im Klassenzimmer einzuhalten. Entsprechende Mitteilungen haben beispielsweise die Eltern der Schüler vom Brucker Viscardi-Gymnasium bekommen, die der Kleinfeld- und der Kirchenschule in Germering.

Umsetzen lässt sich das 1,5-M-Konzept dagegen sich an der Laurenzer-Grundschule in Puchheim-Ort. Hier wird die kleine Turnhalle genutzt, wie Bürgermeister Norbert Seidl schreibt. In den anderen Schulen Puchheims gebe es nicht genügend Platz, um die 1,5-M-Regel einzuhalten.

Eine entsprechende behördliche Verfügung steht noch aus, Insider gehen aber davon, dass nur formale Gründe die Veröffentlichung behindern.

Das war die Erstmeldung vom Donnerstag:

Auf die Schulen im Landkreis kommen starke Einschränkungen zu: Viele werden wohl wieder im Homescooling unterrichtet werden. Rechtlich betrachtet hat das Landratsamt gewisse Spielräume dabei, wie es auf die gestiegenen Zahlen reagieren kann oder muss. Wird an einer Schule beispielsweise geteilter Unterricht angeordnet, dann ist es kein Automatismus, dass das dann auch an allen anderen Schulen des Landkreises gelten muss. Eine Sprecherin des Landratsamts betonte daher am Donnerstagabend auf Anfrage: „Es ist nichts entschieden.“

In mehreren Elternbriefen, die die Tagblatt vorliegen, ist aber die Rede davon, dass zumindest an verschiedenen Grundschulen Maßnahmen geplant sind, wobei zuletzt ja eher Gymnasien von Corona betroffen waren.

Tatsächlich laufen im Hintergrund bereits die Telefone heiß. Wie kann die Orga funktionieren? Denn: In vielen Schulen geht man davon aus, dass ab nächster Woche Stufe 3 des so genannten Rahmenhygieneplans gilt. Dann müsste auch während des Unterrichts 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Wo das räumlich nicht möglich ist, würde das unter anderem bedeuten, dass Klassen erneut geteilt werden – im wöchentlichen Wechsel dürfte dann nur je eine Gruppe in die Schule. Für die andere würde dann Distanzunterricht gelten. Die Schüler müssten wieder von zu Hause aus lernen. Während des Unterrichts müssten Masken getragen werden. Wann genau Entscheidungen fallen, ist noch unklar. Unklar auch, ob Kitas betroffen sein werden. Hier gab es zuletzt wenige Fälle, heute dann aber doch wieder welche. Nach den Planungen jetzt würden die Regeln bis zu den Herbstferien gelten.

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