Im Dreiergespräch: Katrin Staffler und Michael Kießling hatten Ministerpräsident Söder zugeschaltet. screenshot: daschner
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Im Dreiergespräch: Katrin Staffler und Michael Kießling hatten Ministerpräsident Söder zugeschaltet.

CSU

Gespräch mit Markus Söder: Virtuelle Wahlkampfhilfe für lokale Kandidaten

  • Andreas Daschner
    VonAndreas Daschner
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Einen Tag nach dem Triell der Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und CDU hielt die CSU in der Brucker Region mit einem politischen Bayern-Trio dagegen: Die Abgeordneten Katrin Staffler und Michael Kießling trafen sich zum virtuellen Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder.

Fürstenfeldbruck/Dachau/Landsberg - Youtube statt RTL, große Einigkeit statt Streitkultur – die Unterschiede zum Aufeinandertreffen der Kanzlerkandidaten waren von vornherein klar. Die Veranstaltung der bayerischen Union glich eher einem typischen Wahlkampf-Bierzeltauftritt. Nur ohne Bier und ohne Zelt – und ohne Defiliermarsch. Denn Söder marschierte nicht ins Übertragungsstudio ein, sondern wurde per Liveübertragung zugeschaltet.

Diese Technik barg aber so ihre Tücken. Nämlich, als Staffler und Kießling ihrem Parteichef ein Geschenk zeigten, das sie für ihn zusammengestellt hatten. Ein kleines Tütchen mit Leckereien wie Schokolade. „Das wirkt ja jetzt ein bissl sinnlos“, sprach Söder aus dem Bildschirm im Studio heraus und wünschte Staffler und Kießling deshalb „guten Appetit mit meinem Geschenk“.

Davor wurde aber politisiert und vor allem Wahlkampf auf Bundesebene betrieben. Zwar war auch der Verkehr rund um München ein Thema. Ansonsten stand aber die große Politik im Fokus. Da ging es um das Triell am Vortag. Söder: „Laschet hat klar gepunktet und gewonnen.“ Und um die sinkenden Umfragewerte der Union. „Wir müssen kämpfen, alles ist drin.“

Diskutiert wurde auch über mögliche Koalitionen für den Fall, dass CDU/CSU bei den Wahlen nicht die Mehrheit erringt. Rot-Grün-Rot hält Söder – wenig verwunderlich – für die schlechteste Lösung. Jamaika bedürfe vieler Diskussionen mit den Grünen. Für am wahrscheinlichsten hält der Ministerpräsident eine Ampel. Auch weil er glaubt, dass FDP-Chef Christian Lindner „unbedingt Minister werden will“.

Söder argumentierte sich durch Themen wie Afghanistan und Humanität, Mobilität und Klimaschutz, Wohnraum und natürlich Bayern. Beinahe euphorisch verkündete er: „Die größten Unternehmen der Welt finden Bayern geil.“ Mit guten Wohn- und Mobilitätskonzepten gelte es dafür zu sorgen, dass diese sich weiter wohl fühlen. Auch in Sachen Corona habe man im Freistaat wenig falsch gemacht. „Wir haben 130 000 Menschen in Bayern das Leben gerettet, was gibt es für eine christliche Partei Lohnenderes.“

Söder schreckte nicht einmal davor zurück, vom bayerischen Koalitionspartner auf Bundesebene abzuraten. „Jede Stimme für die FW ist eine verschenkte Stimme. Weil sie keine Chance haben.“ So würde am Ende das bürgerliche Lager geschwächt, das doch von der CSU ausreichend vertreten werde.

Am Ende zeigte der Franke sogar die münchnerische „Mia san mia“-Mentalität. Man mochte ihn sich beinahe in seinem Ludwigs-Kostüm aus dem Fasching 2016 vorstellen, als er mit Blick auf die CSU königsgleich intonierte: „Wir sind Bayern pur, alle anderen sind nur Bundesparteien.“

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