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Wichtige Spende: Christa Bumeder von der Rieder-Stiftung überreicht dem Sozialpädagogen Dominik Kling von der Diakonie einen Scheck im Wert von 1000 Euro. 

Aktion Schultüte

Damit jedes Kind eine Schultüte bekommt

Die Ausstattung eines Erstklässlers ist teuer. Für finanziell schwache Familien eine große Herausforderung. Hilfe gibt es von der „Aktion Schultüte“.

Fürstenfeldbruck – Mindestens 250 Euro kostet die Ausstattung eines Erstklässlers. Das schätzen die Organisatoren der „Aktion Schultüte“. Für finanziell schwache Familien beträgt der staatliche Zuschuss zur Einschulung nur hundert Euro. Deshalb haben die Diakonie Fürstenfeldbruck, die Initiative zur Selbsthilfe für Betroffene mit geringem Einkommen (ISB), der Verein „Aufrechter Gang“ und der Sozialdienst Germering 2008 die „Aktion Schultüte“ ins Leben gerufen.

Dank Sponsoren kann bedürftigen Familien mit dieser landkreisweiten Aktion ein Zuschuss von bis zu 150 Euro pro Schulanfänger gewährt werden. Zu den wichtigsten Förderern gehört die Jugendsozialstiftung der Familie Rieder aus Gröbenzell, welche die Aktion Schultüte mit 1000 Euro unterstützt. „Es ist wichtig, dass Kinder die gleichen Bildungschancen haben und früh den Wert von Bildung erkennen“, meint Christa Bumeder, Kuratoriumsmitglied der Rieder-Stiftung.

Armutsfaktoren sind Arbeitslosigkeit, Krankheit und vor allem Scheidungen

Um zu verhindern, dass Kinder sich vom ersten Tag an ausgegrenzt fühlen, unterstützt das Projekt vor allem Eltern, die Arbeitslosengeld II beziehen. 2016 bildeten sie mit 52,4 Prozent die größte geförderte Gruppe. Wer Hilfe braucht, muss sich selbst mit entsprechenden Belegen melden. Es werden nicht nur ALG-II-Bescheide angenommen, sondern auch mit Wohngeldbescheid oder einem geringen Einkommen erfüllen Eltern die Kriterien der Bedürftigkeit. Große Armutsfaktoren, so Sozialpädagoge Dominik Kling von der Aktion Schultüte, seien neben Arbeitslosigkeit auch Krankheit und vor allem Scheidungen. Ein Drittel der bedürftigen Eltern sei alleinerziehend.

Wenn die Bedürftigkeit festgestellt wurde, sichten die Helfer die Einkaufslisten für Schulartikel und die oft ausufernden Materiallisten. Darauf stehen in der Regel: Schultüte, Schulranzen, Federmäppchen, Turnbeutel, Turnschuhe, Hausschuhe, Hefte... „Und der Malkasten muss von einer bestimmten Marke sein“, sagt Kling.

Im Jahr 2016 wurden 9317 Euro an 63 verschiedene Familien im Landkreis ausbezahlt. Für 2017 wird mit einem ähnlichen Bedarf gerechnet. In den vergangenen Jahren halfen unter anderem die Sparkasse, die Stadt Fürstenfeldbruck, die Caritas, das evangelische Jugendwerk und Einzelspender, diesen Bedarf zu decken.

Die Schulausstattung kostet in der ersten Klasse am meisten, da vieles am Anfang einmalig gekauft werden muss. So zum Beispiel ein Schulranzen: „Allein der kostet schon mindestens hundert Euro“, schätzt Bumeder. Trotzdem sind die Kosten auch in den weiteren Schuljahren nicht gering. Daher, so Kling, sei das Projekt auf jeden Fall auch auf andere Klassenstufen „erweiterungswürdig“. Über einen eventuellen Ausbau wolle man nachdenken.

Alexa Bornfleth

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