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Vor der Konferenz in Bruck (v.l.): Iris Beck, Projekt- und Regionalmanagerin des EMM e.V., Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer des EMM e.V., Landrat Thomas Karmasin, Barbara Magg und Judith Jaksch von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Fürstenfeldbruck.

Konferenz in Fürstenfeld

Damit die Region das Wachstum verkraftet

Die zentralen Themen in der Region München sind Wachstum und – angesichts des drohenden Verkehrsinfarkts – alle Fragen der Mobilität. Das beschäftigt auch die Metropolregion.

Fürstenfeldbruck Von einem hyperdicken Brett, das es zu bohren gelte, spricht EMM-Geschäftsführer Wolfgang Wittmann im Zusammenhang mit der Mobilitätsdebatte. Als Zusammenschluss mit wenig Autorität könne der Verein EMM insgesamt nur für informelle Vernetztheit sorgen – und das wolle sie gerne tun. „Mehr miteinander reden“, heißt so deshalb ein aktuelles EMM-Projekt.

An einem Beispiel schilderte Wittmann, woran zu arbeiten ist: Wer von Augsburg zu einem bestimmten Ziel in München mit dem Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr fahren will, braucht wegen der unterschiedlichen Strukturen (AVV, MVV) bis zu drei verschiedene Tickets. Helfen könnte ein Dachticket, um das man sich gerade bemüht. Es seien aber sehr viele verschiedene Akteure (neben den Verbünden auch die jeweiligen Unternehmen) an einen Tisch zu bringen; die Rolle des Vereins EMM sei die des Moderators, so Wittmann. Der Dachtarif sei machbar, gab sich Wittmann optimistisch. „Wir geben alles.“

Auch Landrat Thomas Karmasin – gerade eben hat der Kreis ein neues Bus-Paket auf den Weg gebracht – bezeichnete den Öffentlichen- und den Schienen-Personen-Nahverkehr als Jahrhundertthema. Langfristig, wenn die nötigen Strukturen geschaffen seien, könnte er sich sogar eine Art Grundgebühr vorstellen, die jeder für die Öffentlichen Verkehrsmittel zahlen müsste. „Wenn ich schon zahle, dann nutze ich sie auch“ – dieser Gedanke soll Pendler anlocken.

Karmasin: „Wir setzen extrem auf den ÖPNV, weil wir sonst untergehen.“ Er bedauerte, dass es bislang aus technischen Gründen nicht gelungen ist, einen streckenabhängigen Tarif zu schaffen, wobei auch klar sei, dass die Landeshauptstadt vom Marienplatz aus in konzentrischen Kreisen nach außen denke. Die EMM beinhalte so auch die Möglichkeit für die Botschaft: Nicht jeder muss direkt in München wohnen, wenn er Teil der Metropolregion sein wolle. Teil der Metropolregion zu sein fördere das Image, hieß es.

Die Konferenz am 5. Juli im Brucker Churfürstensaal richtet sich nun vor allem an Partner und Mitglieder. Themen sind die Digitalisierung, die interkommunale Vernetzung – und das Wachstum der Region. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Bluestrings, der Autor Volker Keidel hält eine Lesung. Dazu gibt es die Möglichkeit, ein Fahrsicherheitstraining (für Autos, nicht für Busse) auf dem Fursty-BMW-Gelände zu absolvieren und Coca-Cola zu besichtigen. Anmeldung unter www.metropolkonferenz.de.

Als der Landkreis Fürstenfeldbruck im Jahr 2008 dem Verein EMM beitrat, wurde das im Kreistag übrigens sehr kritisch betrachtet. Einige befürchteten, einem Bla-Bla-Club beizutreten. Auch jetzt sprach Landrat Thomas Karmasin von der EMM als einem Gremium mit begrenzten Vollmachten. Was die EMM per definitionem leisten könne, das leiste sie aber auch tatsächlich. Wirtschaftsförderin Barbara Magg erinnerte hier an die anfängliche Sorge, dass die Landkreise von der Landeshauptstadt vereinnahmt werden könnten. Das sei nicht der Fall, man kommuniziere auf Augenhöhe. (st)

Zur EMM

Aktuell gehören der Europäischen Metropolregion München 25 Landkreise, sechs kreisfreie Städte und diverse Unternehmen an, wie EMM Geschäftsführer Wittmann erklärte. Auch der FC Bayern München ist mit an Bord. Noch nie dabei war dagegen der Kreis Erding (wohl wegen der Flughafendebatte).

 Ohne Begründung jüngst ausgeschieden sei der Kreis Neuburg an der Donau, so Wittmann. Die Finanzierung läuft über die Mitglieder. Der Kreis Fürstenfeldbruck zahlt beispielsweise 16 000 Euro im Jahr. 

Mittlerweile kommt fast die Hälfte der Gesamtfinanzierung der EMM über Firmen herein. Um die 500 000 Euro beträgt das Jahresbudget der EMM. Sie sei damit einer der finanziell am schlechtesten ausgestatteten der insgesamt elf Metropolregionen Deutschlands. (st)

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