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Ohren zuhalten: Wenn die Königlich-Privilegierten Feuerschützen böllern, wird es ganz schön laut. Drei Schüsse geben die Schützen am Neujahrstag an der Klosterkirche ab.

Feuerschützen böllern an der Klosterkirche

Damit’s an Neujahr so richtig kracht

Prosit 2018: Seit 20 Jahren begrüßen die Brucker das neue Jahr mit einem lauten Knall. Die Salutschüsse geben die Königlich-Privilegierten Feuerschützen ab – eine lieb gewonnene Tradition mit festem Ablauf.

FürstenfeldbruckSeit 1993 gibt es die Böllergruppe der Königlich-Privilegierten Feuerschützen. Inzwischen hat sie zwölf Mitglieder. „Wir schießen mit Handböllern“, erklärt Bodo Olbrich (74), Vorsitzender des Schützenvereins. „Das sind keine Waffen, da sie nicht mit einem Projektil geladen sind.“ Die Schussapparate werden mit Schwarzpulver befüllt und mit einem Korken verdämmt. Jedes Nachladen dauert einige Minuten.

Heuer sind es neun Böllerschützen, die um 11.45 Uhr nach dem Gottesdienst vor der Klosterkirche das Neue Jahr einläuten. „Wir sind alles ältere Herrschaften, deshalb macht uns das Aufstehen keine Probleme“, scherzt Olbrich. Auch auf Alkohol müsse keiner bei der Silvestersause verzichten. „Wegen einem Kater hat noch nie jemand gefehlt. Alle sind immer gut drauf und fit.“ Wer über Silvester wegfahren möchte, könne das gerne tun. Es gäbe keinen Zwang für die Mitglieder der Böllergruppe, beim Neujahrsschießen dabei zu sein, betont der 74-Jährige.

Alle Böllerschützen müssen in voller Schützentracht erscheinen

Insgesamt gibt jeder Feuerschütze am 1. Januar drei Schüsse ab. Zuerst veranstalten sie einen Schnelldurchlauf, das heißt, alle böllern kurz nacheinander. Danach gibt der Schussmeister das Kommando zum Gruppenschießen: Die neun Mann ziehen immer paarweise am Abzug. Zuletzt ist der traditionelle Salut an der Reihe, hier schießen alle auf einmal.

Das Foto zeigt die Gruppe um den Vorsitzenden Bodo Olbrich (4.v.l.), Schussmeister Erhard Regner (6.v.r.) sowie OB Erich Raff (7.v.r.) und Alt-OB Sepp Kellerer (5.v.l.) mit Vereinsfahne.

Auf Etikette legt der Verein dabei Wert: „Alle Böllerschützen müssen in voller Schützentracht erscheinen, unsere Fahne haben wir auch dabei“, erzählt Olbrich.

Neben dem Neujahrsschießen nimmt die Böllergruppe der Feuerschützen auch an anderen Veranstaltungen teil. Salutschüsse werden üblicherweise bei kirchlichen oder städtischen Veranstaltungen abgegeben. „Ein Pflichttermin ist zum Beispiel jedes Jahr das Brucker Altstadtfest“, sagt der 74-Jährige. „Bei Hochzeiten oder Beerdigungen von Mitgliedern der Feuerschützen sind wir aber auch dabei.“

So ein Handböller ist nicht gerade billig. Er kostet zwischen 1500 und 2500 Euro, aufwendige Holzschnitzereien am Griff sind natürlich teurer. Die Mitglieder müssen das selbst bezahlen, der Verein kann sich die Anschaffung bei einem Jahresbeitrag von 60 Euro nicht leisten.

Obwohl ein Böller nicht als Schusswaffe zählt, braucht man trotzdem eine Genehmigung dafür. „Der Böller wird mit Schwarzpulver geladen und das ist ein Sprengstoff“, erklärt Olbrich. Zuständig ist das Landratsamt. Um diese Erlaubnis zu bekommen, sollte man nach dem Sprengstoffrecht nicht vorbestraft sein und einen fachlichen Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben. Danach steht dem fröhlichen Neujahrsanschießen nichts mehr im Wege.

Das Böllern an Neujahr in Fürstenfeldbruck 

beginnt nach dem Ende des Gottesdienstes gegen 11.45 Uhr am Portal der Klosterkirche Fürstenfeld. Auch OB Erich Raff wünscht den Bürgern alles Gute für 2018.

von Katharina Wohlfart

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