+
Ein außergewöhnliches und erfolgreiches Duo: Das Autoren-Ehepaar Elmar Wolrath und Iny Klocke, besser bekannt unter dem Pseudonym "Iny Lorentz". 

Erfolgsautoren zu Gast in Bruck

Darum faszinieren uns Mittelalter-Romane

Fürstenfeldbruck - Mittelalter-Romane sind wieder in. Das zeigte sich nicht zuletzt bei einer Signierstunde der Autoren von „Die Wanderhure“ in Bruck. Dort wurde auch klar: Die Gründe, warum die Fans die Werke lieben, sind ganz unterschiedlich.

Gabi Neumann: "Ich verschlinge Bücher."

Iny Lorentz – so nennt sich das Autoren-Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath – war zu Gast in einem Brucker Buchladen. Dort stellte das Duo in Motivshirts und Lederjacken den neuen Roman „Die Liebe der Wanderapothekerin“ vor.

Seit mehr als 30 Jahren sind die Poinger im Geschäft. Doch um ihre Bücher zu schreiben, reicht alleine Talent nicht aus. Es braucht ein umfassendes Geschichtswissen. Und das schätzen auch die Fans an den Büchern über Liebe und Leid im dunklen Mittelalter.

Schock über das Leben im Mittelalter

„Ich bin durch die Wanderhure überhaupt erst auf das Genre gekommen“, erinnert sich Gabi Neumann aus Fürstenfeldbruck. „Aber jetzt fresse ich diese Bücher regelrecht.“ Die 54-jährige Leserin ist immer wieder schockiert darüber, wie schwierig das Leben für Frauen im Mittelalter war und wie schön die Liebe in diesen Zeiten dennoch sein konnte – eine Begeisterung, die mittlerweile auch ihr Mann teilt.

Der fiebert nämlich bei den Hörbüchern mit. Einmal hätte das Ehepaar mit dem Auto fast noch eine Extrarunde drehen müssen, weil nach 900 Kilometern Autofahrt noch die letzte CD fehlte.

Für Daniela Gönner aus Maisach steht fest: Leben würde sie im Mittelalter nicht wollen. Aber durch die Lorentz-Bücher erfährt sie gerne mehr über diese brutale und schwierige Zeit. Mit anderen begeisterten Lesern diskutiert sie dann über die Handlung und überlegt, wie es weitergehen könnte.

Teilen sich das Lese-Hobby: Carsten Voigt und Katrin Menke. 

Auch für Katrin Menke und Carsten Voigt aus Puchheim ist aus dem Lesen der Lorentz-Bücher ein gemeinsames Hobby geworden. Die meisten Bände hat der Liegenschaftsverwalter schon gelesen, aber „Die Wanderapothekerin“ und die neu erschienene Fortsetzung hat er sich bisher aufgespart. Jetzt kann er sich die Bücher sogar signieren lassen. „Ich interessiere mich für Geschichte im Allgemeinen, aber nicht speziell für das Mittelalter. Was mich begeistert, sind die Erzählungen“, erklärt der 42-Jährige. Denn in die Figuren könne er sich sehr gut hineinversetzen. Darum wolle er bei der spannenden Handlung immer wissen, wie es weitergeht.

Auch Katrin Menke ist über ihren Partner zum Lesen der „Wanderhure“ gekommen und hat seither einige Werke von Iny Lorentz gewälzt. Für die 37-Jährige ist es dabei besonders aufregend, wie die Frauen in den Romanen lernen müssen, sich zu emanzipieren und ihren eigenen Weg zu gehen. „Dabei setzen sie immer ihren Kopf durch“, sagt Menke und lacht.

Dass sie mit ihren Werken einmal groß rauskommen würden, hätten sich Iny Klocke und Elmar Wohlrath früher nicht erträumt. Beide schrieben anfangs Kurzgeschichten für Fantasy-Fanmagazine, sie lernten sich über eine Brieffreundschaft kennen. Schnell bemerkte das Duo, dass ihre gemeinsam erarbeiteten Geschichten eine viel bessere Resonanz bekamen, und entwickelten eine ganz eigene, aufwändige Arbeitsweise: Zusammen denken sich die Autoren die grobe Geschichte aus, dann stürzt sich Elmar Wohlrath in die Recherchearbeit und verfasst eine Rohfassung.

Ein Manuskript wird fünfmal überarbeitet

Daniela Gönner: "Durch die Bücher lerne ich."

Die gibt er dann an seine Partnerin weiter, die den Feinschliff übernimmt und nicht weniger als fünf Mal jedes Manuskript überarbeitet. „Bei uns gibt es keine Schreibhemmung“, sagt Iny Klocke. „Wir reden miteinander.“ Aber selbstverständlich gehe es beim Schreiben auch viel um Disziplin, ergänzt Elmar Wohlrath. Nur so könne es funktionieren. Und ebendiese Disziplin braucht das Autoren-Duo auch. Denn der Terminkalender von Iny Lorentz ist ziemlich voll: Bis 2024 hat das Rentnerpaar bereits Verträge für neue Bücher abgeschlossen. Auf diese Mittelalter-Werke sind auch ihre Fürstenfeldbrucker Leser schon gespannt.

Von Maria-Mercedes Hering

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Beleidigter Schiri zeigt falschen Spieler bei der Polizei an
Wegen eines falsch ausgefüllten Spielberichtsbogens wäre ein völlig unschuldiger Fußballer des TSV Geiselbullach beinahe vor dem Strafrichter gelandet.
Beleidigter Schiri zeigt falschen Spieler bei der Polizei an
144 Realschüler in festlichem Rahmen entlassen
 In edlen Anzügen und Abendkleidern, die im Licht der Scheinwerfer glänzen und funkeln, stehen die jungen Leute vor rubinroten Vorhängen auf der Bühne – 
144 Realschüler in festlichem Rahmen entlassen
Im Stall der glücklichen Kühe stinkt es nicht
Angebunden im Stall stehen – diese Zeiten sind für die Kühe auf dem Bauernhof der Hartls vorbei. Der neue Freilaufstall bietet jede Menge Kuhkomfort – und nützt damit …
Im Stall der glücklichen Kühe stinkt es nicht
Diese Katastrophe ist nur gespielt
Sechs verunglückte Fahrzeuge – darunter ein Reisebus –, 25 teils schwer verletzte Menschen und eine enge Straße. Das war das Szenario für eine Großübung der …
Diese Katastrophe ist nur gespielt

Kommentare