Viele Wagen fahren bei der Brucker Veranstaltung mit, unter anderem edle Kutschen. tb-foto: rathaus ffb

In Fürstenfeldbruck

Darum ist der Leonhardiritt eine Fahrt

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Fürstenfeldbruck – Alle Jahre wieder feiern die Brucker im Herbst den Heiligen Leonhard. Doch über den Namen der Veranstaltung gibt es immer wieder Verwirrung. Heißt es nun Leonhardiritt oder Leonhardifahrt?

Wenn gestriegelte Rösser mit rasselndem Schmuck und bunten Blumen ausstaffiert durch die Innenstadt stolzieren, wissen alle Brucker: Wir feiern den Heiligen Leonhard – den Schutzpatron der Pferde. Die einen nennen es den Leonhardiritt, die anderen Leonhardifahrt.

Mehr Wagen als Reiter

„Der Name Fahrt ist richtig“, klärt Dekan Albert Bauernfein auf. Er ist seit Jahren mit von der Partie und segnet die Rösser. „Der Grund ist, dass die Veranstaltung an eine ehemalige Wallfahrt erinnert.“ Historikerin Birgitta Klemenz pflichtet Bauernfeind bei. „Seit das Event 1921 wiederbelebt wurde, heißt es Fahrt. Das hat sich auch so eingebürgert.“ Und sie nennt einen weiteren Grund: „Bei der Leonhardifahrt in Fürstenfeldbruck waren schon immer mehr Wagen unterwegs.“ In Inchenhofen bei Aichach, wo vor rund 600 Jahren der bayernweit wohl erste Leonhardiritt stattfand, hieße die Veranstaltung „Ritt“, sagt Klemenz.

Auch in Jesenwang heißt es Willibaldsritt, und nicht Fahrt. „Wir sagen schon immer Ritt“, weiß Martin Schmid, Vorsitzender des Freundeskreises St. Willibald. Als 1712 eine Tierseuche in dem Dorf gewütet hatte, verpflichteten sich die Bewohner, jedes Jahr zu Ehren des Heiligen Willibald – ebenfalls ein Schutzpatron – einen Ritt zu veranstalten. Das Besondere: Dort durchschreiten Ross und Reiter auch heute noch das Kirchlein an der Verbindungsstraße zwischen Jesenwang und Fürstenfeldbruck. In Bruck trifft man sich zwar an der Leonhardikirche. Das Gotteshaus dürfen aber nur Menschen betreten. Gesegnet werden Ross und Reiter im Freien.

Zeitdokumente belegen die These

Dass es sich um eine „Fahrt“ handelt, bestätigen auch Stadtarchivar Gerhard Neumeier, der sich aktuell wieder mit dem Thema auseinandersetzt, und Robert Weinzierl, Ehrenvorsitzender des Historischen Vereins. Er berichtet beispielsweise über eine Einladung des Gemeinderats von 1921, in der von der „Leonhardifahrt“ die Rede sei.

Und auch Sophie Trnka, bei der Stadt für das Ereignis zuständig, spricht von der „Leonhardifahrt“. „Auch heuer kommen wieder viele Teilnehmer mit ihren geschmückten Wagen“, sagt sie. Besonderes stolz sei man immer auf den Erntedankwagen der Brucker Blumen- und Gartenfreunde. Außerdem verrät sie, dass sich der Hoagart heuer sozusagen wieder in erneuertem alten Gewand zeigt (siehe Kasten).

Die Veranstaltung

startet am Samstag um 13.30 Uhr mit dem Votivamt vor der Leonhardikirche. Der amtierende Bürgermeister begrüßt die Gäste. Anschließend findet vor dem Podest an der Hauptstraße die Segnung der Pferde statt. Der Zug setzt sich gegen 14.45 Uhr in Bewegung.

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