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Familien-Musical in Fürstenfeld

Riesen-Ansturm auf Dschungelbuch-Musical

Probier’s mal mit Gemütlichkeit: Wenn Balu aus dem Dschungelbuch diese Lebensweisheit schmettert, schwärmen nicht nur die Kleinen. Auch Erwachsene erinnern sich immer wieder gerne an ihre ersten Berührungen mit der Geschichte. Mogli und Co. verbinden Generationen.

Fürstenfeldbruck – Es wuselt gewaltig im Veranstaltungsforum. Kinder, Eltern und Großeltern versuchen, sich in der Masse zu orientieren. Die eigentlich geräumige Vorhalle zum Stadtsaal ist rappelvoll, man hat Mühe, sich den Weg durch die Menge zu bahnen. Besonders den Kleinen ist die Begeisterung wahrlich aus den Gesichtern abzulesen. Die Vorfreude auf das Familien-Musical vom Dschungelbuch, das die Protagonisten vom Theater Liberi aus Bochum gleich auf die Bühne bringen werden.

Die Geschichte rund um das Findelkind Mogli, das im Dschungel von einem Wolfsrudel entdeckt und aufgezogen wird, fasziniert aber nicht nur die jüngsten Musical-Besucher. „Mir hat das Dschungelbuch bereits in meiner Kindheit gut gefallen. Ich hatte auch ein Hörspiel“, erzählt Manuel Schmid (28), der zusammen mit Freundin Sabine Sagwitz (28) und dem achtjährigen Sohn Ben aus Lochhausen nach Fürstenfeld gekommen ist. Das Besondere am Dschungelbuch sei, dass sich jeder in einer Rolle wiederfindet, erzählt Schmid. Der kleine Ben hat freilich auch einen Favoriten unter den tierischen Charakteren, wenn auch einen eher nicht so typischen: die Schlange Kaa. „Weil sie auch manchmal ein bisschen gemein ist.“

Auch die Großeltern-Generation kennt Mogli, Balu, Baghira und Co. noch ganz genau. „Ich habe selbst als Kind das Buch gelesen“, erzählt die Bruckerin Ursula Klar. Die 69-Jährige besucht zusammen mit ihren Enkeln Sarah (7) und Fabian (4) das Musical. „Wir haben gestern Geburtstag gefeiert und dann durften sie übernachten und heute mit ins Theater.“ Sarah hat bereits den Disney-Film gesehen und mag Mogli am liebsten. Auf die Frage, was die Faszination des Dschungelbuchs ausmacht, antwortet Ursula Klar: „Es ist einfach eine spannende Geschichte darüber, wie der Mensch mit Tieren umgehen kann.“

Die Mischung aus ernsten und lustigen Passagen ist es für Renate Schönberg (65) aus Gilching, die dem Dschungelbuch scheinbar Zeitlosigkeit verleiht.

„Als ich klein war, habe ich die Geschichte im Kino gesehen.“ Auch bei ihren Enkeln Quirin und Valentin (10 und 7) stehen Mogli und seine Freunde noch hoch im Kurs. „Ich mag Mogli gerne, weil er den anderen immer Streiche spielt“, erzählt Quirin.

Er hat mit dem Schultheater bereits ein ähnliches Stück aufgeführt. Die Rolle von Balu, dem gemütlichen und etwas korpulenten Bären, komme für ihn aber nicht in Frage. „Ich kann Balu nicht spielen, dazu fehlt mir der Bauch. Ich bin Sportler.“

Textsicher erweist sich unterdessen der 46-jährige Wolfgang Westner aus Moorenweis, als er den Dschungelbuch-Klassiker „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ anstimmt. Er sei gespannt, wie das Musical gleich inszeniert wird. Während Tochter Julia (16) sich eigentlich gar nicht mehr an die Handlung im Dschungelbuch erinnern kann, hat sich Schwester Alexandra den Bären als Lieblingsfigur herausgesucht. „Balu ist total niedlich“, schwärmt die Elfjährige. „Ich mag Bären.“ (Sebastian Öl)

Dann ist es auch schon so weit. Die dschungel-begeisterte Masse macht sich auf den kurzen Weg in Richtung Stadtsaal, die Vorstellung beginnt. Und die Vorhalle wirkt plötzlich wieder wie ausgestorben.

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