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Spezialofen, trickreiche Tüten mit einem Extrafach für Schalen und immer ein nettes Wort: Bei Maroni-Mann Hans Dinnebier (r.) kauft nicht nur Walter Nässl gerne ein.

Köstlichkeit für kalte Tage

Darum sind seine Maroni so besonders gut

Es ist ein kalter Samstagvormittag. Die Kunden huschen fröstelnd vom Parkplatz über die Fürstenfelder Straße hinüber zum Bauernmarkt. Da kommt der Stand vom Maroni-Mann Hans Dinnebier grade recht: 

Fürstenfeldbruck – „Heiße Maroni, wer mag heiße Maroni“, ruft er und braucht nicht lange warten, bis er seine duftenden Esskastanien an den Mann und an die Frau bringt.

Sein Maroni-Ofen ist eine Spezialanfertigung und wird mit Gas befeuert. „Ich war vor fünf Jahren in Südtirol bei einem Speckfest, da habe ich so einen Ofen gesehen und wollte unbedingt auch einen haben“, erinnert er sich. Seit vier Jahren tingelt Dinnebier mit dem guten Stück nun durch den Landkreis. „Bis vor kurzem war dieser spezielle Südtiroler Maroni-Ofen der einzige seiner Art in Deutschland, seit ein paar Wochen steht auch einer in der Münchner Fußgängerzone“, erzählt der 85-Jährige Rentner.

Die Maroni drehen sich 15 bis 20 Minuten in einer Trommel und werden so rundherum gleichmäßig gegart. Dadurch, dass sie immer wieder in der Trommel herunterpurzeln, lässt sich später die Schale leichter abziehen. „Man muss nicht nur einen guten Ofen haben, sondern auch gute Maronis; Esskastanien sind übrigens Nüsse“, verrät Dinnebier. Heuer hat er seine Ware in Italien besorgt. „Das braune in der Kastanie ist das Herz“, erzählt der Maroni-Mann. Er steht mit seinem Ofen auch vor den AEZ-Märkten und bietet dort seine Leckereien an.

Beim Brucker Bauernmarkt genießt der 85-Jährige den Kontakt zu den Kunden. „Ich bin halt einfach gern unter Leut’ und Maronis kann ich bis in den Februar hinein verkaufen.“ Mit seinem Spezialmesser mit gebogener kurzer Klinge ritzt er jede Maroni kreuzweise ein – diese Handarbeit ist mit kalten Fingern gar nicht so einfach. Aber Dinnebier hat Übung.

Und wenn die Augen seiner Kunden mal wieder größer waren als der Appetit, hat er ein Rezept parat: „Wenn man die fertigen Maroni in flüssige Schokolade taucht, hat man Maronipralinen; die halten länger und man hat was Gesundes zum Naschen“, verrät er.

Auch Walter Nässl aus Kottgeisering macht am Maronistand halt. Er will seine bessere Hälfte überraschen. „Meine Frau liebt heiße Marons und so frisch aus dem Ofen sind sie halt einfach am Besten“, sagt er. (akk)

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