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Den alten grünen Golf haben Schüler in die Aula des Viscardi-Gymnasiums gerollt. Er gehört zum Bühnenbild – einem Schrottplatz.  

Fürstenfeldbruck

Darum steht ein Golf in der Schulaula

Mit dem Auto zur Schule fahren: Das ist für ältere Schüler nichts Ungewöhnliches. Mit dem Auto in die Schule fahren aber dafür umso mehr. Seit Kurzem steht in der Aula des Viscardi-Gymnasiums ein ausgeschlachteter VW Golf. Er ist Teil des Bühnenbildes des nächsten Theaterstückes der Theatergruppe.

Fürstenfeldbruck

Da haben nicht nur die Schüler und die Putzfrau gestaunt, als Claus Hilgers und acht starke Jungs aus seiner Theatergruppe „Impro Macchiato“ den alten, grünen VW Golf zunächst über den Pausenhof und schließlich in die Aula des Gymnasiums schoben. „Auch der Schulleiter war anfangs etwas überrascht und hat gefragt, ob das unser Ernst sei“, erzählt Hilgers.

Ja, es war sein Ernst. Denn der alte Golf dient als Kulisse für das Theaterstück „DNA“ von Dennis Kelly, das die Theatergruppe des Gymnasiums demnächst in der Aula aufführt. Gereift ist die Idee während einer Probenwoche im Sommer in Agatharied am Schliersee, erzählt Hilgers. „Eigentlich spielt das Stück in einem Wald.“ Doch man sei zu dem Entschluss gekommen, dass die Szenerie eines Schrottplatzes besser zu der Geschichte passe, die von einer Gruppe Jugendlicher erzählt, die aus Langeweile eine Mitschülerin quälen und erniedrigen, bis die Sache aus dem Ruder läuft.

Irgendwann kam dann der Vorschlag mit dem Auto auf der Bühne. „Aber uns war klar, dass das eigentlich nicht geht“, so Hilgers. Doch so leicht wollten sich die Darsteller von der Idee nicht abbringen lassen. Also wurde kurzerhand die Schultür ausgemessen und nach einem passenden Auto Ausschau gehalten. Und siehe da: Hilgers ist im Internet auf die Karosserie des alten Golfs gestoßen und hat diese für 80 Euro erstanden. „Er passte gerade durch die Schultür, es ging um zehn Zentimeter.“

Dass sowohl Motor als auch Getriebe ausgebaut waren, erleichterte das Schieben. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht. Zwar konnte einer der Schüler den Wagen lenken, aber nicht auf die Bremse treten, denn die war ebenfalls ausgebaut. „Als wir den Wagen vom Parkplatz über den Schulhof gerollt haben, mussten die anderen Schüler von vorne entgegenschieben, um das Auto abzubremsen“, berichtet Hilgers und lacht.

In der Aula wartete dann die nächste Schwierigkeit: Der Golf musste mit Muskelkraft auf die etwa 40 Zentimeter hohe Bühne gehievt werden. Das glückte. Hilgers sieht in der ungewöhnlichen Bühnen-Deko einen praktischen Vorteil. „Die Akteure können auf der eigentlich flachen Bühne höher sitzen.“

Inzwischen haben Mitglieder der Technik-AG dem schrottreifen Golf neues Leben eingehaucht, indem sie LED-Lampen und eine Nebelmaschine eingebaut haben. „Unsere Schüler haben sich mittlerweile an den Anblick gewöhnt“, sagt Hilgers, der der Premiere des Theaterstückes am Donnerstag, 31. Januar, um 19.30 Uhr mit Spannung entgegenblickt. Dann wird die Aula in einen Schrottplatz umgewandelt. Maßgeblich für diesen Effekt sorgt der gute, alte Golf. (seo)

Weitere Aufführungen

finden am Montag, 4. Februar und am Mittwoch, 6. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr in der Aula des Viscardi-Gymnasiums statt. Der Eintritt ist frei.

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