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Das plant der neue Chef des Kulturvereins

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Von: Ulrike Osman

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Vom Helfer bei Veranstaltungen zum Vorsitzenden: Obwohl er sagt, dass er bis dahin keine Erfahrung im Ehrenamt hatte, ließ sich Manfred Vögele erst zum zweiten und schließlich zum ersten Vorsitzenden wählen.
Vom Helfer bei Veranstaltungen zum Vorsitzenden: Obwohl er sagt, dass er bis dahin keine Erfahrung im Ehrenamt hatte, ließ sich Manfred Vögele erst zum zweiten und schließlich zum ersten Vorsitzenden wählen. © Peter Weber

Der Kulturverein Fürstenfeld hat einen neuen Chef. Im Oktober wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende Manfred Vögele (69) an die Spitze gewählt.

Fürstenfeldbruck – Im Tagblatt-Interview erzählt der ehemalige Vertriebsprogrammleiter in der zivilen Luftfahrt, wie der Kulturverein die coronabedingte Durststrecke überstanden hat und welche Pläne es für das neue Jahr gibt.

Herr Vögele, wie ist der Kulturverein bisher durch die Pandemie gekommen?

Die großen Veranstaltungen 2020 sind Gott sei Dank noch geglückt. Im März haben wir unseren Kulturförderpreis 2019 verliehen – eine Woche später kam der Lockdown. Das Junge-Stars-Konzert im September mit Jakob Aumüller am Flügel konnte auch stattfinden, mit eingeschränkter Besucherzahl und einer kleineren Orchesterbesetzung. Nur die Sopranistin Katharina Sandmeier konnte wegen Corona-Quarantäne nicht aus Athen anreisen. Wir haben sie dann heuer noch einmal eingeladen und ein super Konzert erlebt.

Aber es gab für 2020 keinen Kulturförderpreis.

Den Kulturförderpreis 2020 haben wir nicht verliehen, da Künstler ja kaum auftreten konnten. Für 2021 wird es ihn aber wieder geben. Vorschläge können bis zum 30. März eingereicht werden. Die Verleihung soll im September im Rahmen eines Konzerts stattfinden. Das Junge-Stars-Konzert ziehen wir deshalb auf den März vor. Als Solistinnen an zwei Klavieren spielen Anna Buchberger und Henriette Zahn zusammen mit der Neuen Philharmonie München. Das ist eine schöne Kombination einst und jetzt, denn Anna Buchberger war einer der Jungen Stars 2005, Henriette Zahn gehört zu den heutigen.

Die Konzertreihe „Junge Stars in Fürstenfeld“ ist eine der langjährigen Konstanten des Kulturvereins. Wie werden Sie auf geeignete Nachwuchsmusiker aufmerksam?

Wir bekommen Vorschläge von der Münchner Musikhochschule und der Neuen Philharmonie München. Außerdem unterstützt uns Christine Hochenbleicher (ehem. stellvertretende Leiterin des Veranstaltungsforums, d. Red.), die ja die Reihe seinerzeit ins Leben gerufen hat. Die Vorschläge diskutieren wir im Vorstand, aber grundsätzlich vertrauen wir den Experten.

Sie haben im Oktober den Vorsitz des Kulturvereins von Karin Schleicher übernommen, die nun Ihre Stellvertreterin ist. Wie kam es zu diesem Ämtertausch?

Das war schon länger geplant. Karin Schleicher wollte nach vielen Jahren an der Vereinsspitze in die zweite Reihe zurücktreten. Pandemiebedingt musste unsere für März geplante Mitgliederversammlung zweimal verschoben werden, sodass wir erst jetzt die Neuwahlen durchführen konnten.

Wie sind Sie zum Kulturverein gekommen?

Ich bin seit 2014 dabei, als ich in den Ruhestand gegangen bin. Ich habe aber auch schon vorher bei der Organisation von Veranstaltungen geholfen. Das hat mir Spaß gemacht, zumal meine Frau damals schon im Beirat war. Als ich gefragt wurde, ob ich den zweiten Vorsitz übernehmen würde, habe ich gedacht, warum nicht – obwohl ich im Ehrenamt bis dahin keine Erfahrungen hatte.

Wo liegt der Schwerpunkt Ihres eigenen kulturellen Interesses?

Ich mag klassische Konzerte und Jazz. Neben den Veranstaltungen in Fürstenfeld sind meine Frau und ich auch oft in München im Gasteig und in der Isar-Philharmonie. Klassische Musik live zu hören ist einfach ein Genuss. Außerdem ist es spannend zu sehen, was aus jungen Künstlern wird. Der Geiger Tassilo Probst zum Beispiel war 2018 einer unserer Jungen Stars und hat sich, wie er jüngst in seinem Konzert im Veranstaltungsforum gezeigt hat, zu einem hervorragenden Musiker mit einer sicherlich großen Zukunft entwickelt.

Was plant der Kulturverein für 2022?

Neben der Verleihung des Kulturförderpreises und dem Junge-Stars-Konzert wollen wir unsere Zusammenarbeit mit Schulen fortsetzen. Eine geplante Besichtigung der Furthmühle mit Kindern, die letztes Jahr abgesagt werden musste, wollen wir nachholen. In Planung ist außerdem ein Sing-Projekt mit Schulklassen. Im Rahmen unserer Reihe „Kultur kompakt“ wollen wir eine Führung über das Klostergelände anbieten. Bei einer geplanten Führung durch den Stadtpark zum Stadtbrunnen möchten wir mit einer Plakette an den Gestalter des Brunnens, den Bildhauer Andreas Sobeck, erinnern. Außerdem wird uns dort ein Experte die vielfältige Baumvegetation erklären.

Das klingt nach einer Erweiterung des Kultur-Begriffs...

Wir haben im September etwas Ähnliches auf dem Brucker Skulpturenweg gemacht. Die Kombination aus Kunst, Landschaft und Musik – es war auch eine Band dabei – war toll. Die Besucher waren begeistert.

Welche Ziele haben Sie sich als Vorsitzender gesetzt?

Ich möchte im Rahmen unserer Reihe „Kultur kompakt“ die Zusammenarbeit mit anderen kulturell tätigen Gruppierungen ausbauen. Außerdem ist es mein Ziel, die erfolgreiche Mitgliederwerbung fortzusetzen. Unsere Mitgliederzahl liegt konstant bei etwa 300, es gibt so gut wie keine Austritte und es hat uns auch niemand pandemiebedingt verlassen. Aber ich möchte versuchen, neue, auch jüngere Mitglieder für den Kulturverein zu begeistern.

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