Masken, Abstand und eine offene Tür: Die Theater lassen sich vieles einfallen, um wieder spielen zu können.
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Masken, Abstand und eine offene Tür: Die Theater lassen sich vieles einfallen, um wieder spielen zu können.

Kultur

Das sind die Pläne der Brucker Theater

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die Neue Bühne Bruck (NBB), das Brucker Brettl und das Theater 5 – sie alle mussten dieses Jahr ihre Spielzeiten vorzeitig beenden oder konnten geplante Stücke gar nicht erst realisieren. Das Tagblatt wollte wissen, wie die Amateurtheater diese Zeit überstehen und welche Pläne sie haben.

Fürstenfeldbruck – In der NBB soll im Herbst etwas zu sehen sein – so viel ist sicher. Die Saison beginnt am ersten Oktober-Wochenende mit Impro-Theater und Lesungen, wie Intendant Alexander Schmiedel berichtet. „Wir wollen dann aber auch recht bald ein ,normales’ Stück probieren und im November ein Kinderstück zur Premiere bringen.“ Die Vorbereitungen laufen – welche Stücke und Lesungen kommen, sei aber noch nicht spruchreif. Befindet sich nur eine Person auf der Bühne, ist der Mindestabstand kein Problem. Stücke mit mehreren Darstellern müssten corona-tauglich ausgewählt beziehungsweise inszeniert werden, so Schmiedel. Da die Akteure im Theater lauter sprechen als im normalen Leben, müssen die Abstände größer sein als im Alltag.

Dass in der Neuen Bühne im Juli das Theater 4 mit seinem Stück „Sagen wir jetzt nichts“ gastierte, war für Schmiedel und seine Mitstreiter nicht nur wegen der Mieteinnahmen erfreulich. Erstmals kamen das von Theater-5-Chef Matthias Weber erarbeitete Hygienekonzept und ein neues Ticketsystem zum Einsatz. „Für uns war das wie eine Blaupause, um zu sehen, wie es läuft und von den Zuschauern angenommen wird“, so Schmiedel. Sein Fazit: Das Hygiene-Konzept sei gut angekommen. Vermutlich werde die NBB es mit kleinen Modifikationen übernehmen.

Das Theater 5

Das Theater 5 – normalerweise im Juni/Juli zu Gast in der NBB – hat heuer darauf verzichtet, ein Stück auf die Bühne zu bringen. Geplant war eine Bearbeitung von „Pension Schöller“ unter der Leitung von Profi-Regisseur Jakob Roth. Doch nach Eintritt der notwendigen Lockerungen wäre der Probenzeitraum zu kurz gewesen.

Außerdem, so Matthias Weber, war bei diesem Stück eine corona-taugliche Inszenierung nicht möglich. Es wirken acht Schauspieler mit, die auf der Bühne auch mal schreien und sich nahe kommen – Mindestabstände hätte man nicht einhalten können. „Es wäre ein logistisches und künstlerisches Problem gewesen.“ Doch tatenlos ist das Theater 5 deshalb noch lange nicht. Unter der Regie von Jakob Roth entsteht derzeit ein 30- bis 40-minütiger Film zum Thema Ausbruch aus der Kleinstadt. Dass das Resultat irgendwann öffentlich zu sehen sein wird, will Weber noch nicht versprechen, aber vorstellen kann er sich Vorführungen in der NBB – vielleicht schon bald.

Das Brucker Brettl

Die Fans des Brucker Brettls müssen sich noch länger gedulden. „Wir werden im Herbst noch nicht spielen“, winkt Schriftführerin Lena Jakat ab. Zu groß ist die Sorge, dass sich die Corona-Lage nach der Urlaubszeit wieder verschärfen könnte. „Der Aufwand und das Risiko sind einfach zu groß.“ Der Vorstand hat dabei auch im Blick, dass viele treue Brettl-Zuschauer der älteren Generation angehören. „Gerade sie wollen wir keiner Gefahr aussetzen.“ Vielleicht wird aber die Nachwuchsgruppe des Brettls in der Adventszeit ein Kinderstück aufführen. Je nachdem, wie bis dahin die Corona-Regelungen aussehen, sind statt freiem Kartenverkauf Aufführungen vor einzelnen Kindergartengruppen oder Schulklassen denkbar. Die endgültige Entscheidung trifft der Brettl-Vorstand erst nach den Sommerferien.

In einem Punkt sind sich die drei Amateurtheater einig: Sie werden diese Zeit überstehen – trotz finanzieller Verluste. „Wir sind frohen Mutes“, sagt NBB-Chef Schmiedel. Die vergangenen Monate habe man dazu genutzt, den Fundus zu sortieren, ein Logo, ein neues Kassensystem und eine neue Homepage vorzubereiten. Während der Sommerferien findet eine Prüfung der kompletten Elektroinstallation statt. „Die Scheinwerfer, das Lichtpult, kurzum, alles was einen Stecker hat, muss von uns abgebaut und katalogisiert werden und braucht die Abnahme eines Elektrikers“, so Schmiedel. „Es wird uns also nicht langweilig.

Beim Brettl hält man das Vereinsleben mit gemeinsamen Aktivitäten wie einer Radl-Rallye und einem Besuch in den Bavaria-Filmstudios aufrecht. „Wir machen uns keine Sorgen um unsere Existenz“, sagt Lena Jakat. Auch das Theater 5 kann dank sparsamen Wirtschaftens die Durststrecke überstehen. „Wir werden an Corona nicht sterben“, ist Matthias Weber überzeugt. Mehr als ein bis zwei ausgefallene Produktionen könne man sich aber nicht leisten. Denn das Theater ist auf die Eintrittsgelder ebenso angewiesen wie auf städtische Zuschüsse – und die fließen nur dann, wenn auch gespielt wird.

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