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Debatte um Ausbau der S 4: CSU hat schweren Stand

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Von: Andreas Daschner

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Ein S-Bahn-Schild hängt an der Station Hackerbrücke in München.
Die S-Bahn wird viel genutzt. © Beispielfoto: Lino Mirgeler/dpa

Der dreigleisige S4-Ausbau mit Option zur Erweiterung auf vier Gleise steht weiter in der Kritik. SPD, Grüne und die Bürgerinitiative (BI) für den Ausbau der S4 fordern sofort vier Gleise.

Fürstenfeldbruck – Das wurde bei einer Online-Diskussion des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ im Rahmen der Aktionswoche „Mehr Bahn wagen – auch in Bayern“ deutlich.

Drei Gleise bis Eichenau, Innenbahnsteige und eine Vorbereitung der Trasse für den späteren Bau eines dritten Gleises: Das sehen die Planungen vor, die Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer im März präsentiert hatte. Der CSU-Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch aus Mammendorf verteidigte bei der Diskussionsrunde zwar die Pläne der Ministerin als „Kompromiss, mit dem wir in die Zukunft gehen können“. Gegen seine grüne Landtagskollegin Gabriele Triebel, den Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi (SPD) und Dagmar Mosch von der Bürgerinitiative hatte er damit aber einen schweren Stand.

Wenn man die Menschen zum Umsteigen vom Auto auf die Bahn bewegen wolle, müsse man bessere Angebote schaffen, so Schrodi. Dafür würden drei Gleise bis Eichenau nicht ausreichen. „Wir brauchen ein viertes Gleis bis Fürstenfeldbruck“, forderte er. Zudem will der SPD-Politiker keinen Innen-, sondern Außenbahnsteige, für bessere Barrierefreiheit.

Initiative seit zehn Jahren

Für Gabriele Triebel ist der seit Jahren schwelenden Disput um den S4-Ausbau traurig: „Es ist nichts passiert außer warmen Worten und Vertröstungen.“ Die Zuglinie zwischen Zürich und München sowie der Verkehr ins und vom Allgäu hänge am Flaschenhals zwischen Fürstenfeldbruck und Pasing. „Der bleibt auch mit drei Gleisen, weil wir nur 25 Prozent mehr Kapazität bekommen“, sagte sie.

Dagmar Mosch, die auch im Bezirksausschuss München-Aubing sitzt, erinnerte an ein für sie eher fragwürdiges Jubiläum: „Unsere BI feiert heuer leider ihr zehnjähriges Bestehen.“ Dass die Initiative noch immer existiert, liege daran, dass der Ausbau der Bahnlinie immer nur halb gedacht werde. „Die Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung werden nicht angeschaut“, sagt sie.

Bahnhof in Emmering

Miskowitsch erklärte, auch er sei für einen Ausbau bis Fürstenfeldbruck und könne sich einen Bahnhof in Emmering vorstellen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung gebe dies derzeit aber nicht her. „Mit dem dreigleisigen Ausbau bis Eichenau mit Aufwärtskompatibilität haben wir aber immerhin eine Verbesserung gegenüber den Plänen von 2018 erreicht“, sagte er.

Schrodi hält die Erweiterungsoption für einen Offenbarungseid. Man steuere sehenden Auges auf den Verkehrskollaps zu. Die Regierung müsse von ihrem Mantra der Schwarzen Null abweichen und in den Personennahverkehr jetzt investieren.

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