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Albert Bauernfeind

Abschied aus Gesundheitsgründen

Dekan Bauernfeind hört auf

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Der Brucker Pfarrverbandsleiter Albert Bauernfeind hat Kardinal Marx gebeten, ihn von seinen Pflichten zu entbinden. Der Münchner Erzbischof hat zugestimmt. Bauernfeind nennt gesundheitliche Probleme als Grund.

Fürstenfeldbruck – Es geht nicht. Albert Bauernfeind, 64, hat gekämpft gegen eine Krankheit, die sein Leben durcheinanderwirbelte. Er hat sich gewehrt gegen den vorzeitigen Ruhestand. Doch er hat vorerst verloren. Sein Herz ist zu schwach. 

Erst im Juni war er als Pfarrer nach einer Operation am Herzen zurückgekehrt. Er begann vorsichtig. Zweimal drei Stunden in der Woche saß er am Computer, führte Gespräche, feierte Gottesdienste. Bloß nichts überstürzen. „Ich muss mir alles gut einteilen. Wenn ich das nicht mache, geht mir die Luft aus“, sagt er damals dem Tagblatt. Nun der Rücktritt von der Rückkehr: Albert Bauernfeind sieht sich wegen seiner schweren Erkrankung nicht mehr in der Lage, den Pfarrverband Fürstenfeld zu leiten. Er verlässt die katholische Gemeinde. Er selbst informierte die Mitglieder Anfang Oktober bei zwei Gottesdiensten. Die Ärzte hätten wenig Hoffnung, dass er die nötige Schaffenskraft zurückgewinnt. So steht es in einer Pressemitteilung, die der Verband am Montagabend verschickte. Bauernfeind bat demnach Kardinal Reinhard Marx, ihn zum Jahresende von seinen Pflichten zu entbinden. Der Münchner Erzbischof stimmte zu. 

Die Nachricht hat die ganze christliche Gemeinde erschüttert. Die Mitglieder seien bestürzt gewesen, sagt Pressesprecher Friedrich Deschauer. „Man wusste ja, dass ihm noch eine schwere OP bevorsteht. Aber alle haben gehofft, dass er wieder gesund wird.“ Seine Messen, sein Führungsstil – „einfach toll“. Er sei als Pfarrer sehr beliebt. „Er ist ja ein charismatischer Mensch.“ Insgesamt sei es ein großer Verlust für den Pfarrverband. Diesen habe Bauernfeind schließlich mitaufgebaut. Und freilich sei es für den Dekan selbst schwer. Das weiß Deschauer. „Er hatte noch viele Ideen und Pläne.“ 

Bauernfeind hat sich als Pfarrer einen Namen gemacht. Als die Kuratiestiftung St. Sebastian vor einigen Jahren gegen ein Windrad vor der Pucher Kirche geklagt hatte, war er einer der größten Gegner. Rotorblätter seien nur die Feigenblätter derjenigen, die vorgeben, etwas für die Schöpfung zu tun, sagt er damals – und bekommt Recht. Ein Gericht verbot den Bau der Anlage. 

Bauernfeind ist ein Geistlicher, der Kirchenlehre nach den Begebenheiten der Gegenwart auslegt. Aufsehen erregte er vor sieben Jahren, als er bei einer Podiumsdiskussion über sexuellen Missbrauch durch Priester die Gläubigen zum Widerstand gegen verkrustete Kirchenstrukturen aufrief. Er sprach davon, dass sich die katholische Kirche in der größten Krise der Neuzeit befinde. Seiner Meinung nach begünstige das hierarchisch organisierte und weltfremde System der Kirche den sexuellen Missbrauch. Er forderte die Öffnung der Institution sowie eine Diskussion über den Zölibat und die bestehende Sexualmoral. Außerdem sprach er sich dafür aus, Frauen zum Priesterseminar zuzulassen. 

Der gebürtige Oberpfälzer wurde 1985 in der Domstadt Freising zum Priester geweiht. Nach Stationen in Gilching, München, Eichenau und Alling leitete er ab 2010 die Brucker Stadtkirche. Daraus entstand der Pfarrverband Fürstenfeld, der aus den Pfarreien St. Magdalena in Puch, St. Johannes in Emmering, St. Bernhard in Bruck und St. Stephan in Biburg und Pfaffing besteht. 

Vor ziemlich genau einem Jahr erkrankte er schwer. Er musste am Herzen operiert werden. Er lag auf der Intensivstation, quälte sich durch die Reha. Als er heuer im Juni aus dem Krankenstand zurückkehrte, sagte er dem Tagblatt: „Der Eingriff hat mein Leben verändert, ohne dass ich es planen und steuern konnte.“ Er hat sich bisher nicht davon erholt. Und muss nun mit 64 vorerst in den Ruhestand – normalerweise arbeiten Pfarrer bis 75 . 

Am vergangenen Sonntag informierte die Pfarrverbandsführung die Brucker Katholiken bei einer Versammlung über die künftige Veränderungen. Pfarrer Stefan Scheifele springt am 1. Dezember ein, bis ein neuer Verbandsleiter kommt. Er zählt zur sogenannten „priesterlichen mobilen Reserve“, die bei solchen Fällen aktiv wird. Das Ordinariat schreibt die neue Stelle für den 1. Februar aus. Albert Bauernfeind wird am 30. Dezember um 17 Uhr bei einem Gottesdienst in der Klosterkirche verabschiedet.

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