„Tatort“-Star gestorben - nur 14 Tage nach seiner Frau

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„Ich versuche, mich wieder hineinzutasten“: Albert Bauernfeind ist wieder da. Foto: Peter Weber „Der Eingriff hat mein Leben verändert, ohne dass ich es planen und steuern konnte.“Albert Bauernfeind über seine schwere Operation am Herzen

Nach Herzoperation 

Dekan kehrt nach Krankheit zurück

Dekan Albert Bauernfeind ist nach seiner schweren Herzoperation wieder da. Von seiner Gemeinde wurde er beim ersten Gottesdienst nach dem Krankenstand mit Applaus empfangen. In welchem Umfang er letztendlich seine Tätigkeit wieder aufnimmt, ist jedoch noch offen.

Fürstenfeldbruck – Anfang Juni ist der Geistliche in sein Amt zurückgekehrt – vorläufig für zweimal drei Stunden in der Woche. Er feiert Gottesdienste, sitzt am Computer, führt Gespräche. „Ich versuche, mich wieder hineinzutasten in das ganze Geschehen“, erzählt Bauernfeind. „Aber ich muss mir alles gut einteilen. Wenn ich das nicht mache, geht mir die Luft aus.“ Zwar sei sein Zustand schon deutlich besser als noch vor drei Monaten, „aber ganz fit bin ich noch nicht“.

Bauernfeind hat harte Monate hinter sich. Da sind die körperlichen Belastungen durch Operation, Intensivstation und Reha, und da ist die psychische Komponente. „Die existenzielle Bedrohung, der man ausgesetzt war, muss man erst mal bewältigen.“

Der 64-Jährige hat sich selbst Zeit und Geduld verordnet, auch wenn ihm das schwerfällt, denn Langsamtun ist eigentlich nicht seine Sache. In seinem Pfarrverband galt er immer als Arbeitstier – und als schlicht unersetzlich. Nun ist Umdenken angesagt.

„Der Eingriff hat mein Leben verändert, ohne dass ich es planen und steuern konnte.“ Die Kontrolle zu verlieren, an Apparaten zu hängen, Ärzten und Pflegepersonal anheimgegeben zu sein – „ich sage bewusst nicht ‘ausgeliefert’ – „das ist natürlich nicht schön“.

Vielen Menschen in ähnlichen Situationen hat Bauernfeind als Pfarrer schon beigestanden. „Als Theologe hat man immer Ratschläge für andere parat, aber wenn es einen selber betrifft, ist das schon sehr schwer.“

Über Ostern verbrachte er vier Wochen im Benediktinerkloster Scheyern am Rande der Hallertau, um wieder auf die Beine zu kommen. Geholfen hat ihm auch die große Solidarität aus seiner Brucker Gemeinde. „Es ist schön, dass die Leute sich gefreut haben, dass ich wieder da bin.“

Mitte Juli ist jetzt erst mal Urlaub angesagt. Danach soll entscheiden werden, wie es weitergeht. (os)

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