Verlässt nach acht Jahren als Dekan Fürstenfeldbruck: Pfarrer Stefan Reimers.

Fürstenfeldbruck

Dekan wechselt zur Evangelischen Landeskirche

Er ist Pfarrer mit Leib und Seele. Doch nun verlässt Stefan Reimers seine Schäfchen. Der Dekan wechselt zur Evangelischen Landeskirche Bayern. Ein Abschied geprägt von Trauer und Vorfreude.

Fürstenfeldbruck„Eigentlich wollte ich mein Leben lang Pfarrer sein“, sagt Stefan Reimers. Er sitzt im Dekanats-Haus, gleichzeitig seine Wohnung. Doch manchmal geht das Leben einen anderen Weg. Und Reimers führt es in die Evangelische Landeskirche Bayern – als Leiter der Personalabteilung. Auch wenn er dort Dienstpläne, Stellenbesetzungen, Aus- und Fortbildungen koordiniert: „Ich bleibe in meiner inneren Haltung Pfarrer.“

20 Jahre hat Reimers in Gemeinden gepredigt, getraut und bestattet. Erst als Vikar in Dillingen an der Donau, dann in der deutschen Gemeinde in Paris, in Regensburg, in Germering und seit acht Jahren als Dekan in Fürstenfeldbruck. Die Arbeit mit den Menschen, im Team, und mit der Kirchengemeinde hat er stets geschätzt. „Ich habe nicht eine Gemeinde gesehen, sondern den Zusammenhang mit anderen Gemeinden, der Diakonie und dem Jugendwerk gesehen.“ Daher kam das Dekan-Amt wie gerufen – zumal er auch in der Gegend bleiben wollte.

Der 51-Jährige hat viel bewegt. „Wir müssen Kirche neu denken, reflektieren und Neues probieren.“ Mut hatten er und die Pfarrer im Dekanat stets. Reimers spricht von zwölf lebendigen und kreativen Gemeinden, die gut vernetzt sind. „Es herrscht eine sehr gute Atmosphäre und Zusammenarbeit unter den Haupt- und Ehrenamtlichen.“

Wichtig war ihm stets die lebendige und intensive Ökumene – mit seinem katholischen Kollegen, aber auch anderen Konfessionen über den Christenrat. „Wir müssen gemeinsam auftreten“, so lautete stets sein Credo. Ob beim ökumenischen Kirchentag, im Reformationsjahr oder bei anderen Gelegenheiten – oft stand er mit Albert Bauernfeind Seite an Seite.

Fürstenfeldbruck ist ein aufbrechender Dekanatsbezirk – das hat man auch bei der Landeskirche bemerkt. Nicht umsonst ist er einer von sieben Erprobungsregionen geworden. In diesen Bezirken will man die Lebenssituationen der Menschen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Gottesdienstformen, Verknüpfung mit Vereinen, Bildungseinrichtungen und Kommunen testen. „Es soll viel ausprobiert werden, um Erfahrungen zu sammeln für einen Aufbruchsprozess“, erklärt Reimers. Er selbst wird den Weg von München aus beobachten, denn das Projekt läuft gerade erst an.

Gerne hätte er auch die Immobiliensituation des Dekanats – es wird derzeit umgebaut – zu Ende gebracht. Doch finanziell ist noch nicht alles geklärt. „Es tut mir leid, zu früh zu gehen“, sagt Reimers. Doch ein schlechtes Gewissen habe er nicht, seine Nachfolger werden das gut hinbekommen.

„Ich bin schon traurig“, sagt Reimers vor seinem Abschied. Denn Personalmanagement sei ein strategisches Arbeiten, Seelsorge nicht das Kernthema. Der 51-Jährige will dafür sorgen, dass Pfarrer und Ehrenamtliche gute Rahmenbedingungen und Orientierung finden. Als Pfarrer wird er versuchen, in Konfliktsituationen mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden. Gehe das nicht, müsse er auch Entscheidungen treffen.

Stets werde er schauen, wie es dem Dekanat geht, sagt Reimers. Denn die Verbundenheit bleibt. Gerade die Erlöserkirche in Bruck steht vor einem großen Umbruch, denn mit Valentin Wendebourg hat vor Kurzem auch ein neuer Pfarrer begonnen. Und noch im Mai soll Reimers Nachfolger als Dekan gewählt werden. „Es ist eine interessante, herausfordernde Situation“, sagt er. Man könne viel gestalten. Gerade in einer Zeit, in der die Kirchenverdrossenheit steigt, dürfe man nicht aufgeben. „Nichts ist selbstverständlich“, sagt er. „Man muss Spaß haben, den eigenen Glauben zu leben. Wir müssen uns als Christen nicht verstecken.“

Der Abschiedsgottesdienst

mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler beginnt am Sonntag, 13. Mai, um 15 Uhr in der Erlöserkirche am Stockmeierweg. Er wird vom Gospelchor gestaltet. Im Anschluss folgt ein Empfang im Gemeindehaus.

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