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Aktivisten waren mit der S4 unterwegs.

Nahverkehr

Empfang mit Blasmusik: Demonstration für vier Gleise auf der S 4

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Damit ein viergleisiger Ausbau der S 4 Wirklichkeit wird, braucht es Druck von Politik und Öffentlichkeit: Dieser Überzeugung ist die Bürgerinitiative (BI) „S 4-Ausbau jetzt“. Bei einem Aktionstag auf der Bahnlinie zwischen Geltendorf und Aubing warb das BI-Sprecherteam mit weiteren Mitstreitern um Unterstützung.

Fürstenfeldbruck – Grünen-Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel, Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn und Gudrun Horn, Vorsitzende der Freien Wähler in Puchheim, starteten früh um neun mit den BI-Vertretern Martin Eberl aus Eichenau, Mirko Pötzsch aus Bruck, Dagmar Mosch aus Aubing und dem Grafrather Alt-Bürgermeister Hartwig Hagenguth zum ersten Aktionstag seit zwei Jahren. Das Ziel: Im Zug und an den Haltepunkten möglichst viele Leute ansprechen und zu Aktivitäten ermuntern, die über reines Meckern hinausgehen. Denn gemeckert wird zwar viel über die S-Bahn, „aber wenn es zum Schwur kommt, sind wir ein sehr überschaubarer Haufen“, bedauerte Dagmar Mosch.

Reger Austausch zum Thema S4 in Türkenfeld

In Geltendorf hatten die wartenden Fahrgäste auf dem Bahnsteig Richtung München wenig Interesse an der Aktion, denn sie wollten nicht die S-Bahn nutzen, sondern den Regionalzug, der mit nur einem Halt zum Münchner Hauptbahnhof rauscht. Anders in Türkenfeld – hier wurde das Grüppchen mit seinen bald vom Regen durchweichten Plakaten mit großem Hallo begrüßt. Unterstützer hatten Kaffee und Brezen mitgebracht und nutzten den 20-minütigen Aufenthalt der BI-Vertreter zum regen Austausch.

Neben einigen Gemeinderäten waren auch leidgeprüfte Fahrgäste gekommen. „Wenn man regelmäßig fährt, bekommt man die Störungen alle mit“, so Pendler Dieter Dörr. Das passiere „gefühlt zu oft“.

Ein Azubi berichtete, er habe in der Berufsschule bereits nachsitzen müssen, weil er aufgrund einer S-Bahn-Verspätung nicht pünktlich im Unterricht war. In Türkenfeld fühlt man sich „am abgehängtesten“, wie Pendler Arno Rüfer klagte. Denn der Regionalzug hält hier nicht, und die S-Bahn fährt in Abständen nur bis Grafrath – Stichwort Holpertakt.

All das kann mit dem geplanten dreigleisigen Ausbau nicht nachhaltig besser werden, kritisiert die BI. Dass das Verkehrsministerium nun eine Machbarkeitsstudie in Sachen Viergleisigkeit in Auftrag geben will, könnte ein Hoffnungsschimmer sein. Wenn aber gleichzeitig der dreigleisige Ausbau nach den vorliegenden Plänen weiterverfolgt wird, wäre die Hoffnung gleich wieder dahin. Denn dann sei später keine Erweiterung möglich, warnt die BI. Brücken, Unterführungen und Bahnhöfe würden nicht so geplant, dass noch ein viertes Gleis verlegt werden könne.

Unbedingt vier Gleise auf der S4

„Wir brauchen unbedingt vier Gleise“, so Gabriele Triebel zu den vielen Fahrgästen, an die sie unterwegs Karikaturpostkarten verteilte – mit der Bitte, diese unterschrieben an den Verkehrsminister zu schicken. Etliche sagten zu, dies zu tun, anderen war schon das Besorgen der Briefmarke zu viel Aufwand.

Unterwegs zeigten sich einige der Schwachpunkte, die S-Bahn-Fahrgästen das Leben schwer machen. Die Züge sind nicht pünktlich, der Bahnsteig in Grafrath ist nicht barrierefrei, die Bahnhofsuhr in Schöngeising ist stehengeblieben, die Anzeigetafel in der Buchenau ist defekt. Für die BI-Vertreter klingt es deshalb wie Hohn, wenn es von Seiten der Verantwortlichen heißt, ein dreigleisiger Ausbau sei ausreichend, um eine gleichbleibende Betriebsqualität zu gewährleisten.

Unterstützung bekamen die Demonstranten in Puchheim. Dort wurden sie von weiteren Mitstreitern und sogar einer Blaskapelle empfangen. Auch die Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (CSU), Martin Runge (Grüne) und Hand Friedl (FW) waren gekommen und betonten dem Puchheimer Aktionsbündnis zufolge, dass drei Gleise zu wenig seien.

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