Neue Vorhänge vor der Bühne gab es im Zuge der Renovierung des AWO-Bürgersaals. Der Ortsvorsitzende Ulrich Schmetz (li.) und der Vize-Vorsitzende Jochen Wagner führten bei einer Besichtigung durch die Räumlichkeiten.
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Neue Vorhänge vor der Bühne gab es im Zuge der Renovierung des AWO-Bürgersaals. Der Ortsvorsitzende Ulrich Schmetz (li.) und der Vize-Vorsitzende Jochen Wagner führten bei einer Besichtigung durch die Räumlichkeiten.

Umfangreich renoviert

Der Bürgersaal der Brucker AWO erstrahlt in neuem Glanz

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Die AWO hat ihren Bürgersaal umfangreich renoviert. In den Genuss von Veranstaltungen kommen die Mitglieder vorerst nicht. Man bemüht sich so lange, auf anderen Wegen den Kontakt zu halten.

Fürstenfeldbruck – Die Wände leuchten in frischem Mintgrün, Vorhänge, Bühne und Möbel sind neu – der AWO-Bürgersaal im Josefstift ist richtig schick geworden. Doch bis die Mitglieder der AWO in dem frisch renovierten Raum auch in den Genuss von Veranstaltungen kommen, wird es noch dauern. Die werden hier in den nächsten Monaten noch nicht stattfinden. Schweren Herzens hatte sich der Vorstand des AWO-Ortsvereins entschlossen, für den Rest des Jahres kein Programm anzubieten. Trotzdem sollen die Mitglieder bald die Chance bekommen, den Saal in Augenschein zu nehmen – inklusive Probesitzen.

Vize-Vorsitzender Jochen Wagner ist sicher, dass die neuen Stühle gut ankommen werden, denn sie ermöglichen den Senioren, bequem und stabil zu sitzen. „Unsere Mitglieder werden sich über die Armlehnen und Polster freuen.“ Bisher gab es nur lose Sitzkissen, die auf den alten, nach hinten geneigten Stühlen ständig wegrutschten. Der Besichtigungstermin soll irgendwann in den kommenden Wochen stattfinden und corona-konform ablaufen – ohne Bewirtung, mit Gruppen von maximal zehn Personen, die gleichzeitig in den Saal dürfen. Es ist eine kleine, aber wichtige Aktion, „damit wir nicht völlig den Kontakt zu unseren Mitgliedern verlieren“, betont Wagner.

Wegen Corona wurde der AWO-Betrieb stark reduziert

Seit März ruht der normalerweise rege AWO-Betrieb, zu dem Ausflüge, Tanzveranstaltungen, Wandertage und Clubnachmittage mit Bingospielen, Bewegungsangeboten und Referenten gehören. Im Juli hätte Alt-OB Sepp Kellerer aus dem Nähkästchen seiner Dienstzeit plaudern sollen – und vermutlich für einen rappelvollen Saal gesorgt. „Es wäre ein Highlight gewesen“, sagt Ortsvorsitzender Ulrich Schmetz. Die Entscheidung, bis Jahresende keine Veranstaltungen anzubieten, sei schon im Juni gefallen, „als erkennbar war, dass die Beschränkungen sich fortsetzen würden“.

Alternativen mit ausgedünnter Bestuhlung und Hygienekonzept kommen für die AWO aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Zum einen wäre die Attraktivität für die Besucher gering. „Das Zusammenkommen ist ja unser Hauptanliegen“, sagt Schmetz. „Die Leute wollen sich treffen und ratschen.“ Zum anderen wäre es den für die Bewirtung zuständigen Ehrenamtlichen nicht zuzumuten, stundenlang mit Maske herumzulaufen – sie sind selbst im Seniorenalter. Das einzige, was heuer noch stattfinden wird, ist die obligatorische Jahreshauptversammlung mit Vorstandsneuwahlen. Sie wurde von März auf Oktober verschoben und in den Säulensaal des Veranstaltungsforums verlegt. Unterdessen vermissen Mitglieder und Helfer die regelmäßigen Aktivitäten.

Die zwischenmenschlichen Kontakte fehlen

Würde gerne bald wieder Mitglieder empfangen: So lange bemüht sich Maria Ege um telefonischen Kontakt.

„Mir gehen die Leute ab“, sagt Maria Ege. Wenn die Seniorenclub-Leiterin und Beisitzerin im Ortsvorstand Mitglieder auf der Straße trifft, hört sie immer wieder die Frage, wann denn endlich wieder etwas stattfindet. Wie groß das Interesse ist, hat auch eine Aktion auf dem Brucker „Volksfest to go“ gezeigt. Die Einladung auf ein von der AWO spendiertes Hendl nahmen fast 200 Mitglieder an. „Da sieht man, wie den Leuten die Aktivitäten abgehen“, sagt Jochen Wagner.

Maria Ege versucht telefonisch, wenigstens zu einem kleinen Kreis Kontakt zu halten. „Ich rufe einige an, aber ich kann es nicht bei allen schaffen.“ Online sind die meisten Senioren nicht zu erreichen. Digitale Kontakte über E-Mail-Verteiler, Zoom-Treffen oder Social Media scheiden deshalb aus.

Die Mitgliederzahl ist mit 380 trotz allem stabil, berichtet Schmetz. Durch die Auflösung der Ortsvereine in Gröbenzell und Emmering habe es sogar einen Zuwachs gegeben. Ganz abschütteln lässt sich die Sorge aber nicht, dass Mitglieder der AWO den Rücken kehren könnten, weil sie das Gefühl haben, für ihre Beiträge nichts mehr geboten zu bekommen.

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