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Der Herr der Landkreis-Chöre sagt Servus

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Von: Ingrid Zeilinger

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Auftritt in besonderem Ambiente: Mitglieder des Sängerkreises und örtlicher Chöre in der Kirche von Zeulenroda.
Auftritt in besonderem Ambiente: Mitglieder des Sängerkreises und örtlicher Chöre in der Kirche von Zeulenroda. © mm

Zwölf Jahre war Herbert Klückers der Chef über alle Chöre im Landkreis. Nun hat der Vorsitzende des Sängerkreises sein Amt abgegeben. So ganz geht er aber noch nicht. Im Beirat ist der 74-Jährige weiter vertreten. Und er plant in diesem Jahr auch noch eine große Reise.

Fürstenfeldbruck/Luttenwang – „Singen macht einen frei und man fühlt sich besser“, sagt Herbert Klückers. Er hat schon in seiner Kindheit gerne gesungen. In Luttenwang schloss er sich später dem Männergesangsverein (MGV) an. „Ich habe im Tenor mitgesungen“, erinnert er sich. „Das hat viel Spaß gemacht.“ Drei Jahre war er stellvertretender Vorsitzender des MGV. Von 1978 bis 2012 wählten ihn die Sänger zu ihrem Vorsitzenden. Im Jahr 2009 übernahm er auch die Leitung des Sängerkreises. Nach zwölf Jahren ist aber Schluss. Es sei an der Zeit, sagt Klückers, Jüngere ran zu lassen.

Gründung war 1949

Klückers war nach Karl Huber und Ludwig Lösch erst der dritte Vorsitzende des Sängerkreises seit der Gründung 1949. Nun ist mit Ruth Schmitz die erste Frau an oberster Stelle. Ihm sei immer wichtig gewesen, die Kontinuität des Vereins, der 27 Chöre und an die 15 Kinder- und Jugendchöre im Landkreis umfasst, weiterzuführen, sagt Klückers im Rückblick. „Vor allem wollen wir die Tradition des Kreissingens aufrecht erhalten.“

Jedes Jahr organisierte er das große Ereignis, bei dem möglichst jeder Chor ein Stück vorträgt. Dazu singt ein Gemeinschaftschor zu Beginn gemeinsam ein Lied. „Da bilden wir mal einen großen Chor mit 50 bis 70 Männern“, erzählt er. „Beim gemischten Chor können es auch mal über 100 Sänger werden.“

Früher bewarben sich Chöre für die Ausrichtung des Kreissingens, wenn sie ein Jubiläum feierten. Doch inzwischen fehlen meist die Räumlichkeiten. Ein Stadel oder ein Zelt – wie einst üblich – reicht nicht mehr. Daher fand das Kreissingen in den vergangenen Jahren meist in Fürstenfeldbruck statt. „Es ist schade, dass es immer zentral in einem Ort ist“, sagt Klückers. „Denn bei einem Jubiläum im Zelt war es eine ganz andere Atmosphäre.“

Herbert Klückers
Herbert Klückers © mm

Nur in den vergangenen beiden Jahren fiel das Kreissingen der Pandemie zum Opfer, wie auch das jährliche Kinder- und Jugendsingen. Das ist ihm genauso wichtig. „Das ist unser Nachwuchs. Wenn wir den nicht fördern, haben wir später nichts mehr.“ Denn noch würden Mitglieder aus den Gründungsjahren in den Chören mitsingen. Doch die werden irgendwann aufhören.

Um Kontakt zu den Chören zu halten, fuhr Herbert Klückers zu Konzerten und Mitgliederversammlungen. Vielen verdienten Sängern hat er die goldene und silberne Ehrennadel des Sängerkreises verliehen. Dass die Zahl der Chöre über die Zeit stabil geblieben ist, freut den begeisterten Sänger. Besonders gerne stimmt er Volkslieder wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und auch den Gefangenenchor von Nabucco an.

In Erinnerung bleiben Klückers die Auftritte bei den Gesundheitstagen 2012 und 2014. Dort präsentierte sich der Sängerkreis. Kinder- und Erwachsenenchöre animierten die Besucher zum Mitsingen. Ein Höhepunkt war die Reise im Jahr 2016 nach Zeulenroda. Die Gruppe besuchte Museen und ein Projektchor sang mit Chören aus der Nachbarschaft in der Kirche von Zeulenroda. Auf der Rückreise besuchte die Gruppe das Festspielhaus in Bayreuth und sang im Konzertsaal den Gefangenenchor. „Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“

Singen wird Herbert Klückers weiterhin, im Chor von Luttenwang und auch beim nächsten Kreissingen. Er freut sich darauf, einfach nur dabeisein und zuhören zu können. Doch ganz kann er die Arbeit noch nicht lassen. Derzeit plant er einen Ausflug nach Salzburg im Mai 2022. Im Salzburger Dom soll ein Projektchor mit fünf Bläsern die Singmesse von Siegfried Singer aufführen. Klückers hofft, dass Corona diese Reise zulässt. „Es wäre ein gelungener Abschluss.“  

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