Jetzt spricht der Geschäftsführer

Deshalb bieten die Stadtwerke ihr Areal zum freien Verkauf an

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Die Stadt hat bislang nicht reagiert, die Stadtwerke aber wollen die Dinge ins Laufen bringen: Das historische Aumühlen-Areal in der Stadtmitte steht daher nun auch zum freien Verkauf. Kosten soll es 1,5 Millionen Euro.

Fürstenfeldbruck –  Im (zumindest bis gestern Mittag) öffentlich zugänglichen Exposé wird das Areal an der Bullachstraße via Sparkasse als „Gewerbegrund in Fürstenfeldbruck – historische Innenstadtlage an der Amper“ beschrieben. Das Areal gehört den Brucker Stadtwerken, die als Tochter der Stadt natürlich eng mit ihr verknüpft sind. Weil klar ist, dass die Stadtwerke demnächst in ihr neues Domizil an der Cerveteristraße umziehen werden, habe man das Areal der Stadt schon vor einiger Zeit angeboten, erklärt Stadtwerke-Chef Enno W. Steffens auf Nachfrage.

Nach ersten Gesprächen sei die Antwort gekommen, dass ein Ankauf nicht so einfach sei. Nach einer darauf folgenden offiziellen Anfrage ebenfalls bei der Stadt, die eine Art Vorkaufsrecht hat, habe man sich dazu entschlossen, parallel auch auf den freien Markt zu gehen, sagt Steffens. Der mit Stadträten besetzte Aufsichtsrat der Werke jedenfalls sei in Gänze über das Vorgehen informiert worden, sagt Steffens, nachdem in einem Ausschuss der Stadt der Vorwurf einiger Räte laut geworden war, nichts von den Verkaufsplänen gewusst zu haben. Beim Preis müsse man sich am üblichen Markt orientieren. Es sei nicht möglich, utopische Summen zu verlangen.

Insgesamt sei das Areal im Angesicht des Umzugs praktisch für die Stadtwerke wie ein Klotz am Bein. „Wir ziehen hier aus und wollen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren“, sagt Steffens. Es sei nicht Aufgabe des kommunalen Versorgers, sich um eine neue Nutzung für das Areal zu kümmern. Ab dem Zeitpunkt des Auszugs („Uns läuft die Zeit davon“) werden die Stadtwerke kein Interesse mehr an dem Gelände haben, kündigt Steffens an. „Da wird dann auch nicht mehr Rasen gemäht.“

Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht werde man vielleicht Bauzäune aufstellen müssen – das alles aber sei sehr schade, findet Steffens. „Es wäre schön, wenn dieser gordische Knoten noch durchschlagen würde.“ Die Stadt will am 24. Juli über das weitere Vorgehen entscheiden, wobei nach Tagblatt-Informationen der eigentlich geplante städtebauliche Wettbewerb für den Grund bislang nicht auf den Weg gebracht wurde.

Zum Verkauf steht ein Teil des ehemaligen Betriebsgeländes und das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Fürstenfeldbruck GmbH, heißt es im Exposé. Dieser Grund ist 2 251 Quadratmeter groß. Hier befindet sich das denkmalgeschützte Mühlengebäude „Aumühle“ (Baujahr etwa 1897) mit altem Generatorraum und Elektrik. Das historische Gebäude gilt als stark renovierungsbedürftig, wie es im Expose heißt. Dabei handelt es sich nicht um die Stadtbibliothek. Sie gehört der Stadt.

Weiter befinden sich auf dem Flurstück die Zufahrt zum hinteren Betriebsgelände und zur Lagerhalle respektive dem Unterstellplatz. 2267 Quadratmeter groß ist die Fläche zwischen Amperkanal und Amper.

Eine Brücke führt zur ehemaligen Schule und jetzigem Verwaltungsgebäude. Weiter befinden sich dort eine Werkstatt und der Sitzungsraum der Stadtwerke. Über eine weitere Brücke auf dem Flurstück Nummer 44 gelanget man auf den hinteren Teil des Grundstückes. Dazu gehört auch ein Tennisplatz und weitere Flächen am Amperkanal. 

Die Gebäude, die jetzt zum Verkauf stehen, sind diejenigen, die nach dem Tausch-Geschäft mit der Immobilienfirma Igewo noch übrig geblieben sind. Dieses Geschäft besteht darin, dass die Stadtwerke das Grundstück für den Neubau von der Firma bekommen und die Firma im Gegenzug Teile des alten Stadtwerke-Areals. An Igewo gehen die Bullachstraße 25, das Kundencenter, die Aumillervilla und andere kleinere Gebäude.

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