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Benedikt Rossiwal leitet das BruckerForum. 

Interview 

Deshalb gibt es Geburts-Kurse für werdende Väter

Als der 31-jährige Sozialpädagoge Benedikt Rossiwal Anfang des Jahres die Leitung des Brucker Forums übernahm, wollte er einige Angebote speziell für Männer schaffen.

Fürstenfeldbruck –  Das hat er getan – im laufenden Halbjahr gibt es unter anderem eine Gesprächsrunde mit dem Titel „Männerpalaver – Mann unterhält sich“, einen Geburtsvorbereitungsabend für werdende Väter und eine Veranstaltung übers Vatersein.

-Hat das Brucker Forum Männer bisher vernachlässigt?

Nein. Es gab zwar bisher kaum explizite Angebote für Männer, aber als Vernachlässigung sehe ich das nicht. Die meisten unserer Kursangebote richten sich ja an beide Geschlechter. Mich hat bei den neuen Veranstaltungen eher die Neugierde getrieben, nicht das Bewusstsein irgendeines Defizits.

-Worum geht es beim „Männerpalaver“?

Das ist eine vierteilige Gesprächsreihe mit verschiedenen Schwerpunktthemen, zum Beispiel Mann und Leistungsgesellschaft, Mann in Beziehung, Männerfreundschaften heute und damals. Das Ganze ist kein therapeutisches oder esoterisches Angebot. Wir wollen Männer weder stärker noch schwächer machen noch sie zu Frauenverstehern erziehen, sondern uns einfach nur unterhalten. Wir haben gesellschaftsbezogene Themen, aber keinen gesellschaftlichen Auftrag.

-Die erste der vier Veranstaltungen hat schon stattgefunden. Wie wurde sie angenommen?

Gut, wir waren zufrieden, und von den Teilnehmern kamen positive Rückmeldungen. Es waren sechs Männer da – das ist natürlich noch ausbaufähig. Der Abend war sehr spannend und erfrischend. Die Teilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen und Lebensphasen. Sie kannten sich vorher nicht und wären sonst vermutlich nie miteinander ins Gespräch gekommen.

-Gibt es auch schon Anmeldungen für den Geburtsvorbereitungsabend?

Ja. Und das, obwohl er erst im Januar stattfindet. Es gibt offenbar Bedarf. Auch werdende Väter haben vor der Geburt eines Kindes Sorgen und Ängste. Meistens mögen sie die vor ihrer Partnerin aber nicht ansprechen – es sind ja die Frauen, die in dieser Situation physisch und psychisch besonders beansprucht sind. Da ist es für die werdenden Väter bestimmt nicht schlecht, sich in einer Männerrunde auszutauschen. Moderiert wird das Ganze von einem Journalisten, der selbst zweifacher Vater ist, und einer Stillberaterin.

-Und worum geht es in der Veranstaltung „Vaterfreuden-Vaterleiden=Vatersein“?

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer. Die meisten Väter bleiben ja nach der Geburt erwerbstätig, wollen aber auch den Alltag mit ihren Kindern erleben. Das ist schwierig, wenn man abends erst um acht nach Hause kommt. Da wird man fast zwangsläufig zum „Wochenendvater“. An diesem Abend geht es um die Frage, wie man in dieser Situation Familie gestalten kann. Es gibt einen Impulsvortrag mit anschließendem Gedankenaustausch – im besten Fall nimmt man neue Ideen mit nach Hause.

Das Gespräch führte
Ulrike Osman.

Männerpalaver

Der nächste Termin ist am Montag, 6. November, von 19.30 bis 21.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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