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OB Erich Raff zeigt die Drohne samt Steuerung den Ratsmitgliedern. Rund 20 000 Euro hat das Gerät gekostet, mit dem nun schnelle Aufnahmen aus der Luft gemacht werden können. 

Stadt macht ihre Luft-Fotos selbst

Deshalb lässt die Stadt Fürstenfeldbruck eine Drohne fliegen

Bisher sind Drohnen vor allem ein Spielzeug für Liebhaber. Doch auch die Stadt Fürstenfeldbruck nennt schon seit zwei Jahren eine Deluxe-Drohne ihr Eigen – sie ist allerdings kein Freizeitspaß, sondern erfüllt wichtige Funktionen für die Verwaltung.

Fürstenfeldbruck – Groß und wuchtig sind das schwarze Fluggerät und die dazugehörige Fernbedienung, die im großen Sitzungssaal des Brucker Rathauses auf einem Tisch platziert sind. Jeder Stadtrat des tagenden Planungs- und Bauausschusses kommt vor der Sitzung einmal vorbei, um die Drohne von nahem zu bestaunen und unter die Lupe zu nehmen. Und auch Markus Reize, in der Rathausverwaltung Sachgebietsleiter für Stadt-, Landschafts- und Verkehrsplanung, ist mit dem Fluggerät ziemlich zufrieden, wie er später bei einem Vortrag erläutert.

Die Drohne ist nicht ein nettes Gimmick, sondern hilft Reize und seinen Mitarbeitern auf vielen Feldern ihrer täglichen Arbeit enorm weiter. Mit ihr kann man sofort und ohne große Umstände eigene Luftbilder aufnehmen – die Aufnahmen aus der Luft, die das Bayerische Vermessungsamt liefert, wurden früher alle drei Jahre, seit 2017 alle zwei Jahre aktualisiert. Diese Aktualität und die bessere Qualität der Bilder hilft bei Planungen einfach enorm weiter, erklärt Reize. So kann man aus vielen einzelnen Bildern mittels einer Software zum Beispiel ein 3D-Modell von ganzen Grundstücken samt den darauf befindlichen Gebäuden erstellen. Ein solches Modell hat man zum Beispiel von der Innenstadt mitsamt dem Marktplatz angefertigt.

In frühen Planungsstadien könne man sich mit den Aufnahmen einen sehr guten Überblick verschaffen, aufwändige Vermessungen vor Ort seien damit hinfällig, erklärte Reize. Die Bilder, welche im Zuge all dieser Arbeiten entstehen, werden in ein Informationssystem eingespeist, wo sie jeder Rathaus-Mitarbeiter mit Berechtigung abrufen kann.

Das aktuelle Betätigungsfeld der Drohne: Die Stadt überprüft damit ihre ökologischen Ausgleichsflächen – sprich ob die Papierpläne auch mit der Realität übereinstimmen – und legt ein Register dafür an. Weitere Einsatzfelder: Für die Verkehrsplanung können die Aufnahmen herangezogen werden, außerdem kann man etwa die Zustände von Baumbeständen überprüfen. Theoretisch möglich ist auch eine Aufrüstung des Fluggerätes mit einer Wärmebildkamera.

Fürstenfeldbruck ist eine der wenigen Städte, die sich eine solche Drohne angeschafft hat, sagte Reize. Das 2015 gekaufte Gerät hat 20 000 Euro gekostet. Drohnen für Privatleute sind deutlich günstiger, erreichen aber nie dieselbe Qualität. Mit der stadteigenen Drohne kann man aus diesem Grund auch aus großer Höhe gute Fotos aufnehmen, erklärt Reize.

Die Investition lohne sich allemal. Würde man die Aufträge, die mit der Drohne ausgeführt werden, an externe Firmen vergeben, komme das die Stadt sehr teuer. Markus Droth (CSU) fragt nach rechtlichen Aspekten: „Wird angekündigt, wenn eine Befliegung stattfindet?“ Man habe eine Vorwarnung, dass die Drohne über bewohntes Gebiet fliegt, nur herausgegeben, als sie über der Innenstadt kreiste, sagt Reize. Generell sei das „Befliegen allein nicht genehmigungspflichtig“.

Problematisch werde es erst, wenn man Bilder von Privatpersonen öffentlich verbreite. Allerdings gibt es in Deutschland ein Urteil, wonach schon die Aufnahme eines privaten Gartens zu unterlassen ist. Beklagter war aber ein privater Drohnenpilot. (fd)

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