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Sie leiten die Geschicke der Diakonie: Vorstand Alexander Härtlein (l.) und Dekan Markus Ambrosy.

vom verein zum mittelständischen unternehmen

Diakonie: Eine Idee wird nicht unmodern

Die Geschichte des Diakonischen Werks begann vor 40 Jahren mit zwei Einrichtungen. Inzwischen ist es zu einem mittelständischen Unternehmen gewachsen. Ein Grund, den runden Geburtstag zu feiern.

Als das Diakonische Werk Fürstenfeldbruck 1978 als eingetragener Verein gegründet wurde, betrieb es gerade mal zwei Einrichtungen: die ehemalige Brucker Fürsorgestelle und die ökumenische Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche. 40 Jahre später bewegt die Diakonie im Jahr 14 Millionen Euro und beschäftigt über 400 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Und das Wachstum geht weiter.

Gegründet wurde die Diakonie von den zwölf evangelischen Kirchengemeinden des damals neuen Dekanats Fürstenfeldbruck, das übrigens nicht deckungsgleich ist mit dem politischen Landkreis, sondern bis in die Nachbarregionen Starnberg, Dachau und Landsberg hineinreicht. Die Entwicklung ging Schlag auf Schlag. 1983 übernahm die Diakonie die Brucker Elternschule. 1984 baute sie ihr erstes Seniorenheim, das Laurentiushaus in Olching. Fünf Jahre später kam die Betriebsträgerschaft des Puchheimer Pflegeheims Haus Elisabeth hinzu.

Die Lokomotive der Anfangsjahre war der tatkräftige Gründungsdekan Joachim Beer. „Es gehörte schon einiges an Gottvertrauen dazu, sich mit mühsam zusammengesuchten Eigenmitteln von 107 000 Mark in das Abenteuer zu stürzen, ein Millionenobjekt wie das Altenheim in Olching zu bauen“, schrieb Beers Nachfolger Ulrich Finke in einem Beitrag zum 25-jährigen Bestehen der Diakonie. Heute betreibt die Diakonie mehr als 20 Einrichtungen in den Bereichen Senioren- und Kinderbetreuung, Familienpflege und Sozialberatung.

Als gemeinnützige Gesellschaft muss sie zwar keine Gewinne für Anteilseigner erwirtschaften, doch der wirtschaftliche Druck ist dennoch hoch – gerade in der stark kommerzialisierten Seniorenbetreuung. „Da den Kopf oben zu behalten und noch unserem eigenen Anspruch gerecht zu werden, ist schon eine Herausforderung“, sagt der neu gewählte Dekan Markus Ambrosy, 53. Dass der Spagat zwischen wirtschaftlichen Zwängen und zugewandter Pflege gelingt, verdanke man nicht zuletzt den engagierten, oft langjährigen Mitarbeitern und den vielen Ehrenamtlichen, die mit anpacken. Seelsorgerische Angebote werden in die Pflegearbeit integriert und stehen auch Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Angehörigen offen.

Stark gewachsen ist in den letzten Jahren das Engagement im Bereich Kinderbetreuung. Mittlerweile betreibt die Diakonie Kinderhorte in Gilching und Gauting, einen Schülerhort in Maisach und eine Kita in Gräfelfing. Weitere Einrichtungen sind geplant. „Der Bedarf ist da“, sagt Vorstand Alexander Härtlein (41). Im Beratungsbereich gibt es Angebote für Schwangere, Eltern, Familien, Senioren und Flüchtlinge. Ebenfalls ausgebaut werden sollen Tages- und ambulante Pflegeangebote für Senioren.

Außerdem müsse in den kommenden Jahren der Investitionsstau in den beiden über 30 Jahre alten Seniorenheimen abgebaut werden, berichtet Ambrosy – sprich, es gibt Sanierungsbedarf, der aus Eigenmitteln gestemmt werden muss. „Das Geld müssen wir erwirtschaften, aber nicht zu Lasten der Kunden“, betont Ambrosy. Rückblickend habe es nie bequeme Zeiten gegeben, in denen einfach alles lief. „Man konnte kein einziges Mal die Füße hochlegen“, so der Dekan, der zwar neu im Amt, aber bereits seit 15 Jahren im Dekanat ist. „Aber es macht trotzdem immer noch Freude.“

Das Jubiläum

wird am Sonntag, 1. Juli, um 17 Uhr, in der Erlöserkirche am Stockmeierweg gefeiert. Der Fürther Entertainer Volker Heißmann spielt unter dem Titel „Introitus Interruptus – das andere Kirchenkonzert“ mit dem Pavel Sandorf Quartett weltliche und geistliche Lieder, und erzählt persönliche Anekdoten und Geschichten. Karten für 25 Euro gibt’s im Dekanat, Telefon (0 81 41) 6 66 57 10 und an der Abendkasse.

von Ulrike Osman

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