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Max Scherer lebt mit seiner Frau Annina noch in seinem Geburtshaus. Stadtrat Andreas Lohde (l.) gratulierte dem Paar zur Diamantenen Hochzeit. 

Fürstenfeldbruck

Diamantene Hochzeit: Beim Turnfest hat es richtig gefunkt

  • VonHans Kürzl
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Einen kleinen Umweg hat die Liebe zwischen Annina und Max Scherer genommen - und zwar über Bamberg.

Fürstenfeldbruck –  Kennengelernt hatten sich die beiden beim Turnen in Emmering, wo Annina Scherer in den 1950er-Jahren wohnte. „Aber so richtig gefunkt hat es erst beim Turnfest 1956 in Bamberg“, sagt sie. Dabei lächelt sie ihren Mann an, mit dem sie nun Diamantene Hochzeit feierte.

„Sie sind auch der Stadt Fürstenfeldbruck so lange treu geblieben“, sagte Stadtrat Andreas Lohde, der die offiziellen Glückwünschen der Stadt überbrachte. Das sei nicht selbstverständlich. Für den jetzt 85 Jahre alten Ehemann gilt das ganz besonders: Denn in dem Haus, das er mit seiner Frau bewohnt, ist er auch zur Welt gekommen. „Wir haben beide viel Arbeit und Geld in dieses Haus gesteckt“, stellt Max Scherer fest. Dennoch blieb Zeit für Urlaub, fürs gemeinsamen Tauchen – der zweiten sportlichen Betätigung neben dem Turnen, dem beide noch lange treu blieben. Man habe das alles zusammen erlebt und gemeistert.

Der Pfarrer stammte aus der Familie. Vor 60 Jahren traute ein Cousin das Paar.

„Wir haben uns immer gut ergänzt“, betont seine Frau. Sie war lange Zeit Chefsekretärin bei einer Firma für Badebekleidung. „Sie hat alles mit dem Büro gemacht“, erzählt Max Scherer. „Und er hat alles Handwerkliche erledigt“, ergänzt die 81-jährige Schlesierin. Sie landete nach dem Krieg mit ihrer Familie erst einmal in der ehemaligen DDR. Von dort aus floh sie mit ihrer Mutter und von einem Grenzhelfer geleitet nach Bayern.

Ob es die Tölzerin und der Buddhist, die in Sri Lanka geheiratet haben, auch bis zur Diamantenen Hochzeit schaffen?

Gerne erinnert sich das Paar, das einen Sohn hat, auch an den Hochzeitstag. Es sei ein schöner Herbsttag gewesen, erzählen die Beiden. Ein Cousin des Bräutigams, der als Pfarrer in München wirkte, kam eigens nach Fürstenfeldbruck, um die Trauung in St. Magdalena durchzuführen. Gefeiert wurde dann in Emmering. So habe man auch die Wünsche der Eltern unter einen Hut gebracht, die sich für diesen Tag nicht zwischen Emmering und Fürstenfeldbruck hatten entscheiden können.

Seit jenem Tag im September 1959 haben Annina und Max Scherer inzwischen 60 gemeinsame Ehejahre miteinander verbracht. „Weil wir uns immer gegenseitig akzeptiert und bei Meinungsverschiedenheiten einen Mittelweg gesucht haben“, betont der Jubilar. „Und weil wir uns gern haben“, fügt seine Frau hinzu. 

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