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Die Schreibtische der Chefs: Landrat hat Tablet und Tests stets griffbereit

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Von: Lisa Fischer

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Landrat Thomas Karmasin ist ein großer Italien-Fan. Das sieht man auch in seinem Büro.
Landrat Thomas Karmasin ist ein großer Italien-Fan. Das sieht man auch in seinem Büro. © Peter Weber

Schreibtische sagen viel aus über die Menschen, die dort arbeiten. Das Tagblatt hat sich in den Chefetagen umgeschaut – und dort Interessantes und Unvermutetes zu Tage gefördert.

Landkreis – Im geräumigen, hellen Büro im zweiten Stock des Landratsamtes sitzt Thomas Karmasin an seinem dunklen Schreibtisch. Hinter ihm hängt ein großes Bild an der Wand, das sofort ins Auge fällt. „Sarcofago degli Sposi“ steht darunter geschrieben. Zu deutsch: „Sarkophag der Eheleute“. „Es ist ein Poster“, räumt Karmasin ein. Das hat er sich von einer Reise nach Cerveteri, der Partnerstadt Fürstenfeldbrucks, mitgebracht. Das „etruskische Lächeln“ des Ehepaares, das scheinbar auf ein frohes Leben zurückblicke, gefalle ihm daran gut, sagt Landrat und Italienfreund Karmasin.

Vor ihm, auf seinem Schreibtisch, sucht man vergebens nach Computer, Tastatur oder einem Monitor. „Ich erledige alles mit meinem Tablet“, erklärt Karmasin. Von dem smarten Gerät aus lasse es sich gut arbeiten – schreiben müsse er so gut wie nie. Neben Tablet, zwei Telefonen – davon eines für interne Anrufe – und einem Foto seiner Töchter, steht eine Schachtel Vitamin C-Kapseln und eine Packung Corona-Selbsttests herum. „Das ist symbolisch für die aktuelle Situation“, sagt der Landrat und nimmt schulterzuckend beide Packungen in die Hand.

Erinnerungen an frühere Kollegen

Aber auch Erinnerungen an nicht ganz so aktuelle, frühere Zeiten haben auf dem hölzernen Schreibtisch des Landrats Platz gefunden. Vor seinem Amtsantritt vor über 25 Jahren war Karmasin in einer Kanzlei tätig. „Von den Kollegen habe ich zum Abschied ein Set geschenkt bekommen“, sagt der Landrat und deutet auf ein schwarz-beige marmoriertes, steinernes Tablett zu seiner Linken am Kopfende des Schreibtisches. An den runden Ecken des Tabletts befinden sich jeweils kleine Tatzen. Obendrauf hat der Landrat Textmarker, Lineal und weitere Schreibutensilien abgelegt. Zu dem Set gehört noch ein Stifthalter aus demselben Stein mit einem Kugelschreiber, erklärt Karmasin. „Den benutze ich oft und gern. Und wenn die Mine leer ist, fülle ich sie wieder auf.“

Zwischen den Büromaterialien auf dem Schreibtisch sticht ein kleiner, goldener Helm hervor. „Nein, es ist kein römischer Helm“, sagt Karmasin sofort und nimmt den Helm liebevoll in die Hand. „Es ist ein hellenistischer Helm.“ Das würde man unter anderem an der Form erkennen und an der Länge des roten Kamms. Aber auch ohne italienischen Bezug hat das Geschenk den prominenten Platz auf dem Schreibtisch ergattert.

Mittlerweile kann der Landrat auch im Homeoffice arbeiten

Zwar hat der Landrat viele Termine im Haus und außerhalb. Doch mindestens einmal am Tag sitze er in seinem Büro am Schreibtisch, sagt Thomas Karmasin. Aber auch Homeoffice ist bei ihm zwischendurch möglich. Dafür habe er sich zuhause mit einem Computer eingerichtet.

Komplett unbeobachtet ist der Fürstenfeldbrucker Landrat in seinem Büro quasi nie. Denn vis-à-vis seines Schreibtischs hängt über einer schwarzen Ledercouch-Ecke ein deckenhohes, dunkelrotes Gemälde. Darauf ist ein Stier abgebildet, der mit gesenktem Kopf den Betrachter ansieht. „Ich habe zuerst gedacht, dass es eine Kuh ist. Aber man hat mich aufgeklärt“, sagt der Landkreis-Chef lachend und wirft hinterher: „Ich mag es trotzdem“. (Lisa Fischer)

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