+
Nach fast 60 Jahren sind sie eine eingeschweißte Truppe: Die Damenrunde rund um (v.l.): Erika Steinsberger, Elisabeth Pleil, Hilde Danke, Gerda Wimmer, Helga Huber, Finni Huber und Gisela Baumann. 

Stammtisch

Diese Damenrunde trifft sich seit 60 Jahren

1959 trafen sich Helga Huber und Liesl Pleil zum ersten Mal – zufällig beim Sport. Daraus ist nicht nur eine Freundschaft, sondern eine neunköpfige Damenrunde entstanden. Seit fast 60 Jahren treffen sich die Frauen regelmäßig.

FürstenfeldbruckDieser Gymnastikkurs beim Brucker TuS im Jahr 1959 hat das Leben von Helga Huber und Liesl Pleil verändert. Damals, als junge Mütter, haben sie sich zum ersten Mal gesehen. Und bei schweißtreibendem Zirkeltraining und Kniebeugen und haben sie schnell gemerkt: Da stimmt die Chemie. Und so haben sie sich auch abseits der Turnhalle getroffen, zum gemütlichen Beieinandersitzen und Ratschen. Im Lauf der Zeit haben immer mehr Frauen die Gruppe ergänzt. Die mittlerweile neunköpfige Runde trifft sich seit fast 60 Jahren einmal in der Woche – rekordverdächtig.

Die Männer müssen draußen bleiben

Doch wie kommt es, dass sich die Frauen im Laufe der Zeit nicht wegen irgendwelcher Kleinigkeiten zerstritten haben? Ihr Rezept ist simpel, aber effektiv, sagt Liesl Pleil: „Wir nehmen unsere Männer einfach nicht zu unseren Treffen mit. Nichts gegen sie, aber ohne die Mannsbilder kommt es auch nicht zu Eifersüchteleien.“ Zwar hätte es in der Hinsicht nie Streitigkeiten gegeben, aber die Frauen wollen auf Nummer sicher gehen.

Heute feiert Liesl Pleil ihren 83. Geburtstag bei sich zuhause – und natürlich gemeinsam mit Erika Steinsberger, Gerda Wimmer, Hilde Danke, Helga und Finni Huber sowie Gisela Baumann. Zwar sind sie heute nur zu siebt, trotzdem wird fröhlich geratscht und gelacht. Zur Stärkung gibt es Schwabentopf mit Spätzle und Filet. Dann stoßen sie mit einem Gläschen Aperol Spritz auf die Jubilarin an.

Bei ihren Treffen wollen es sich die Frauen stets gut gehen lassen. Sporteln tun sie heute längst nicht mehr gemeinsam, das macht jede für sich allein. Wenn sie einmal in der Woche zusammenkommen, dann meist in einer Wirtschaft, immer in Bruck und immer woanders. In den fast 60 Jahren, in denen sie sich treffen, haben sie schon viele Restaurants kommen und gehen sehen. Und wenn neue Lokale in ihrer Heimatstadt eröffnen, zählen sie zu den Gästen der ersten Stunde. „Wir geben jeder Wirtschaft eine Chance“, sagt Liesl Pleil. Genauso wie neulich, als sie in der Martha-Pizzarei in der Hauptstraße zu Gast waren. Und dort, wo die die Damenrunde auftaucht, geht es auch mal zünftig zu.

Apropos: Auf gut bayerisch als „Weibsenrunde“ möchten die Frauen ihre Treffen nicht bezeichnet wissen – zumindest nennen sich die meisten lieber Damen. Ein paar hätten zwar nichts gegen „Weibsenrunde“ einzuwenden, aber darüber diskutieren sie nicht. Es führt zu nichts und lenkt vom Zweck ihres Treffens ab.

Lieber schwelgen sie in Erinnerungen, wenn sie beisammensitzen. Dafür, dass sie kein wichtiges Ereignis vergessen, sorgt Hilde Danke. Die anderen Frauen bezeichnen sie liebevoll als wandelndes Lexikon. Niemals möchten sie auf die 93-Jährige und ihr Notizbüchlein verzichten. Denn darin vermerkt die Seniorin seit Jahren Geburtstage, Hochzeitsjubiläen und andere wichtige Termine.

„Uns geht der Gesprächsstoff nie aus, wir haben immer viel Spaß miteinander“, sagt Liesl Pleil. Damit das so bleibt, gilt aber weiterhin: Männer sind nicht erlaubt. (akk)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bau des Feneberg-Marktes bleibt ungewiss
Die Zukunft des geplanten Feneberg-Supermarktes an der Hauptstraße in Grafrath wird sich wohl in der Gemeinderatssitzung am 9. Oktober entscheiden.
Bau des Feneberg-Marktes bleibt ungewiss
Rathaus-Zugang wird barrierefrei
Am Rathaus im Ortsteil Spielberg darf nun doch ein barrierefreier Zugang gebaut werden, und zwar am Ostgiebel. Dabei hatte es vor Jahren geheißen: keine Chance.
Rathaus-Zugang wird barrierefrei
18-Jähriger auf dem Heimweg geschlagen und ausgeraubt
Auf dem Fußmarsch vom S-Bahnhof Germering-Harthaus nach Hause wurde ein Puchheimer (18) am frühen Dienstagmorgen von drei Männern beraubt. Sie schlugen ihn auch.
18-Jähriger auf dem Heimweg geschlagen und ausgeraubt
Wenn Finnen jodeln und Gummistiefel zum Kunstwerk werden
Was ist einfacher? Als Deutscher finnischen Tango zu tanzen oder als Finne zu jodeln? Beim Festnachmittag des Deutsch-Finnischen Clubs Puchheim zum zehnjährigen Bestehen …
Wenn Finnen jodeln und Gummistiefel zum Kunstwerk werden

Kommentare