Gutmütiges Herz trotz gruseliger Optik: Die Hexen bei den Brucker Perchten kommen meist fröhlich daher. Foto: Brucker Perchten
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Gutmütiges Herz trotz gruseliger Optik: Die Hexen bei den Brucker Perchten kommen meist fröhlich daher.

Serie „Die Rauhnächte und ihre Bräuche“

Diese Hexen sorgen bei den Perchten für gute Laune

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Alt, hässlich und böse – so kennt man Hexen aus dem Märchen. Im Brauchtumsverein „Brucker Perchten und Rauhnachtsgsindel“ ist das anders - die Rollen sind eher positiv.

Fürstenfeldbruck – Hier dürfen die Hexen-Darstellerinnen gerne auch jung und gut drauf sein, denn die mystischen Frauen mit ihren magischen Kräften spielen im Perchten-Treiben eine eher positive Rolle. Sieben Darstellerinnen schlüpfen bei den Auftritten des Brauchtumsvereins ins Hexenkostüm, unter ihnen Simone Knöbl. „Wir sind fünf alte Weiber und zwei Junghexen“, erzählt die 34-Jährige augenzwinkernd.

Der Sage nach bewegen sich Hexen im Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits. Sie können zwischen beiden Seiten vermitteln, haben wahrsagerische und heilende Fähigkeiten und sind Expertinnen in Sachen Kräuter- und Räucherkunde. Im Gegensatz zu den Perchten sind Hexen das ganze Jahr über aktiv. Bekannt ist ihr Tanz auf dem Blocksberg in der Walpurgisnacht, mit dem sie den Frühling und das Leben feiern. Im Winter unterstützen sie die Perchten bei der wilden Jagd auf Dämonen, sorgen für den nötigen Spaß und sind für den Schutz der Göttin Frau Perchta zuständig. Sie ist die Patronin der Rauhnächte, bringt Segen für die Guten und bestraft die Bösen.

Hexen können Ausgleich und Gerechtigkeit herstellen, auch wenn sie selbst zuweilen recht eigensinnige, reizbare Wesen sind. Genau diese Ambivalenz versucht der Perchten-Verein bei seinen Auftritten darzustellen. „Wir kommen fröhlich lachend und jauchzend angesprungen und entfachen beim gemeinsamen Tanz um das Feuer neue Energie für das kommende Jahr“, erläutert Simone Knöbl. „Doch wehe, es kommt ein schiefer Blick – schon fangen wir an zu zicken. Auch vor den Perchten haben wir nur oberflächlich Respekt und nutzen jede Gelegenheit, zu sticheln und zu reizen.“

Eine der wichtigsten Aufgaben der Hexen ist das traditionelle Schuhbeseln. Dabei werden die Schuhe der Zuschauer abgefegt und die Träger dadurch symbolisch von Negativität und den Lasten des alten Jahres befreit. „Die Menschen werden rein und frei für das neue Jahr“, sagt die Hexen-Darstellerin.

Die Serie

Die Perchten sind nicht nur im Advent auf Christkindlmärkten unterwegs, sondern sie treten auch in den Rauhnächten vom 21. Dezember bis zum 6. Januar auf. Die Serie widmet sich Bräuchen, Rollen und Masken rund um diese besondere Zeit des Jahreswechsels. Die „Brucker Perchten & Rauhnachtsgsindl“ stellen Bräuche und Masken vor. Dazu erzählen Mitglieder, warum sie gerne in die verschiedenen Rollen schlüpfen.

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