Meßner Helmut Lindenmüller kümmert sich um das Kleinod am Rande der Kreisstadt.
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Meßner Helmut Lindenmüller kümmert sich um das Kleinod am Rande der Kreisstadt.

Geschichte und Geheimnisse der kleinen Kirche

Diese Kapelle ist Lindachs Wahrzeichen

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Entlang der Staatsstraße 2054 Richtung Maisach kann man einen Blick auf die Kapelle St. Rupert erhaschen. Um die Erbauung im 15. Jahrhundert rankt sich eine Geschichte.

Lindach – Sie ist das Wahrzeichen des Brucker Stadtteils Lindach. Dreimal im Jahr kommen die Menschen zum Gottesdienst in der Kapelle St. Rupert zusammen. Ansonsten wird das kleine Kapellchen nur zu Hochzeiten und Taufen geöffnet. Ein Blick ins Innere der kleinen Kirche, wo Geheimnisse schlummern.

Wenn man auf der Staatsstraße 2054 in Richtung Maisach fährt, steht St. Rupert frei auf einem kleinen Hügel. Das kleine katholische Gotteshaus ist ein geschütztes Baudenkmal. Bei schönem Wetter sitzen oft Menschen vor der weißen Kirche und blicken auf Lindach und den Fliegerhorst hinab, erzählt Meßner Helmut Lindenmüller. Der 68-Jährige lebt in Lindach und ist seit 30 Jahren in der Kirchenverwaltung von Malching. Denn St. Rupert gehört nicht wie der Stadtteil zu Bruck, sondern zum Pfarrverband Maisach. Der Grund: Vor der Eingemeindung nach Bruck gehörte Lindach zu Malching. „Unsere Gräber sind in Malching“, sagt Lindenmüller. Daher wird das kleine Gotteshaus kirchlich von Maisach verwaltet.

Die Kapelle ist im 15. Jahrhundert in spätgotischem Stil erbaut worden. Im 17. Jahrhundert wurde sie erneuert. Geweiht ist sie dem Heiligen Rupert, einst Bischof von Salzburg. Der Altar, in dessen Zentrum der Namenspatron als Figur steht, stammt aus der Zeit um 1680/90.

Um den Bau rankt sich eine Geschichte: „Mein Großvater hat erzählt, dass die Kapelle eigentlich kurz vor dem Wald von Lindach gebaut werden sollte“, berichtet Lindenmüller.“ Das Material sei schon angeliefert gewesen. „Über Nacht soll es hier oben auf dem Berg gewesen sein. Und das hat sich dreimal wiederholt.“ Also hätten die Lindacher gesagt, „dann bauen wir die Kapelle eben hier“.

Nur eine Kopie: Die Original-Statue ist bei einem Einbruch zerstört worden.

Im Inneren ist der kleine Saalbau mit polygonalem Chorschluss und angefügter Sakristei sowie den Rundbogenfenstern schlicht gehalten. An den Wänden hängen die Bilder des Kreuzweges. Dazu kommen noch eine Marien-Statue und ein Gemälde, das Jesus zeigt. Beides sind keine Originale mehr, denn bei einem Einbruch in den 1970er- oder 80er-Jahren wurde vieles im Inneren zerstört. Aus Angst vor neuerlichen Einbrechern ist die Kapelle auch verschlossen. Doch zu Hochzeiten und Taufen sperrt sie Helmut Lindenmüller gerne auf. Und dreimal im Jahr ist Gottesdienst: Neben einer normalen Feier zum Patrozinium, das Ende September gefeiert wird. Und im Mai gibt es einen Bittgang von Malching nach Lindach.

Für die Lindacher ist ihre Kapelle wichtig. „Sie ist das Wahrzeichen des Ortes“ sagt Helmut Lindenmüller. Daher haben die Lindacher auch die Renovierung in die Hand genommen. Denn es gab ein Problem mit der Sakristei: Ein Baum stand zu nah am Gotteshaus. Die Bewohner kämpften vor zehn Jahren dafür, dass der Baum fallen durfte, erzählt der Meßner. „Dabei stellte man fest, dass eine Wurzel genau zwischen Kirche und Sakristei verlief. So entstand ein Spalt, die Sakristei drohte zu kippen. In vielen abendlichen Arbeitsstunden wurde das Lehm-Fundament durch eins aus Beton ersetzt. Auch ein neuer Baum wurde gepflanzt – in größerem Abstand.

Die Kapelle ist das Wahrzeichen von Lindach. Und das, obwohl gerade einmal drei Gottestdienste pro Jahr dort gefeiert werden.

Im Rahmen der Renovierung wurden auch Entwässerungsschläuche angebracht. Einen neuen Außen- und Innenanstrich erhielt die Kapelle ebenfalls. „Wir Lindacher haben alles selbst gemacht“, sagt der 68-Jährige mit Stolz. Das Ordinariat finanzierte nur das Material. Eine Lindacherin ließ auch die Rupert-Figur restaurieren, eine weitere die Muttergottes.

Anders sieht es im Altarraum aus. Hier kümmerte sich das Bistum um die Renovierung. Eigentlich müsste man auch die Fresken freilegen, die unter dem Deckenputz schlummern. Doch das ist zu teuer, fürchtet Lindenmüller. Wo die Kapelle meist verschlossen ist. Dennoch ist ein Antrag gestellt. Denn dann würde das Lindacher Wahrzeichen wieder in vollem Glanz erstrahlen.

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