Beirat und Oberbürgermeister arbeiten gut zusammen (v.l.): Karin Henning, Regina Arndt, Georg Tscharke, Malte Gschwinder, Martin Höckenreiner, Lucia Billeter, Martin Lohde und OB Erich Raff.
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Beirat und Oberbürgermeister arbeiten gut zusammen (v.l.): Karin Henning, Regina Arndt, Georg Tscharke, Malte Gschwinder, Martin Höckenreiner, Lucia Billeter, Martin Lohde und OB Erich Raff.

„Wir machen es aus Überzeugung“

Diese Themen bewegen den Brucker Umweltbeirat

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
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Altlasten am Fliegerhorst, Berge von Müll, zu wenig Stellplätze für Drahtesel: Themen hat der Umweltbeirat auch während der Corona-Pandemie genug. Doch es fehlt der Kontakt zum Rathauspersonal und zu den Bürgern. Denn gerade für die hätten sie eine Bildungsreihe in der Pipeline gehabt.

Fürstenfeldbruck – Zur Zeit geht alles nur online. Sowohl die Abstimmung unter den Mitgliedern des Umweltbeirats, als auch die Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung und Behörden laufen nur digital. „Wir haben früher regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zu verschiedenen Themen gemacht“, erzählt der Vorsitzende Georg Tscharke. Denn zur Information gehört für ihn auch der regelmäßige Kontakt zu den Bürgern. „Der Austausch ruht derzeit. Wir sind im Coronaloch, wie viele andere auch.“

Doch für die Umweltfachleute ist das keine Gelegenheit, nachzulassen. „Wir machen es aus Überzeugung“, sagt Tscharke. „Es macht uns Spaß, an Themen zu arbeiten.“ So studiert der 66-Jährige mit seinen Mitstreitern gerade das neue Altlastengutachten für den Fliegerhorst, das die Stadt ihnen zur Verfügung gestellt hat. „Da muss noch vieles aufbereitet werden.“ Denn Amerikaner und Bundeswehr haben viel Müll, auch Fahrzeuge, einfach in Gruben entsorgt. Löschschaum, Altöl, Kanalisation, das sind nur einige Bereiche, die es bei der künftigen Entwicklung des neuen Stadtteils zu beachten gilt.

Müll, Müll, Müll

Überhaupt beschäftigt das Thema Müll den Umweltbeirat. „Wer produziert Müll und was passiert damit?“ Das versucht das Gremium in Gesprächen mit Bauhof, Abfallwirtschaftsbetrieb und Verwaltung herauszufinden. Man wolle erreichen, dass der Abfall möglichst umweltverträglich entsorgt werde oder gar nicht entstehe, erklärt Georg Tscharke.

Den Bürgern rät er, keinen unnötigen Müll zu produzieren. Mehrweg statt Einweg, weg vom Versandhandel, hin zu den lokalen Geschäften vor Ort. „Denn der Verpackungsmüll schwillt in der Pandemie an.“ Da denkt er auch an Essen to go oder Fertigessen, bei denen jede Beilage einzeln verpackt ist. „Wir scharren mit den Hufen, denn das Thema Müll wollten wir längst unters Volk bringen.“

Mit der Volkshochschule war gar eine ganze Reihe zu Umweltthemen geplant. Doch die Pandemie machte dem Beirat einen Strick durch die Rechnung. „Das ist eher ein Thema für den Herbst“, schätzt Tscharke.

Klimaschutz

Auch dem Klimaschutz hat sich der Umweltbeirat verschrieben. So hat er mit dem Stadtjugendrat ein umfangreiches Positionspapier ausgearbeitet. Auch Fridays for Future reichten eines ein. Der städtische Klimaschutzbeauftragte Thomas Müller hat die Liste inzwischen aufgearbeitet und Ziele formuliert. „Es ist eine große Palette an Themen“, gibt Tscharke zu. Aber es kann ein Mittel sein, um das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, auch zu erreichen. Im April ist eine Projektsitzung mit Umweltbeirat, Stadtjugendrat und Fridays for Future geplant. Denn noch heuer sollen erste Projekte umgesetzt werden.

In Sachen Klimaschutz hatte sich der Beirat auch beim Kiesabbau im Rothschwaiger Forst klar positioniert. „Die Verlegung des Abbaugebiets aus dem Wald ist ganz in unserem Sinne“, sagt der 66-Jährige. Und man werde auch darauf achten, dass die Kiesgrube nur mit Material verfüllt werde, das hinein gehöre.

Fahrräder und Co.

Raus aus dem Auto, rauf aufs Rad: Das empfiehlt der Vorsitzende den Bürgern auch im Lockdown. Doch bei vielen Neubauten fehlen ausreichend Stellplätze für die Drahtesel – insbesondere Sonderfahrzeuge wie Lastenräder. Daher denke man darüber nach, die Fahrradstellplatz-Satzung aus dem Jahr 2012 zu überarbeiten. Dies sei auch im Zusammenhang mit dem Verkehrsentwicklungsplan sinnvoll.

Außerdem hat der Umweltbeirat den Antrag gestellt, den Flächennutzungsplan zu überarbeiten. Die Stadtverwaltung sei mittelfristig dran, berichtet Tscharke. Doch der neue Stadtbaumeister wolle erst eine strategische Voruntersuchung machen. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei inzwischen sehr produktiv. Der Beirat biete seine Hilfe bei Themen an. „Wir können in Vorleistung gehen und mal was ausarbeiten.“ Das werde angenommen. „So stelle ich mir produktive Arbeit vor.“

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