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Mühsamer Aufstieg: Nicht nur für Radfahrer sind die steilen Treppen der Unterführung unter der Dachauer Straße eine Herausforderung. 

Dachauer Straße

Diese Unterführung in Fürstenfeldbruck bleibt ein Hindernis

Die Unterführung an der Dachauer Straße soll fahrradfreundlich und barrierefrei werden. Doch erste Umbauvarianten eines Gutachters fielen durch. Bei einem Ortstermin wollen sich die Stadträte ein Bild machen und dann entscheiden, ob die Unterführung überhaupt bleibt.

Fürstenfeldbruck – Auf der einen Seite der Dachauer Straße steht das Krankenhaus. Auf der anderen sind eine Grundschule und zwei Altenheime direkt in der Nähe der Unterführung. Zudem verbindet sie die Innenstadt mit dem Krankenhaus und dem Amtsgericht. Doch gerade viele Senioren können die Unterführung – den sicheren Weg auf die andere Seite der viel befahrenen Dachauer Straße – nicht nutzen. Denn sie müssten viele Stufen überwinden.

Bereits Ende 2013 hatte Verkehrsreferent Mirko Pötzsch den Antrag zur Sanierung der Unterführung gestellt. Nun wurden die Ergebnisse eines Gutachtens im Verkehrsausschuss vorgestellt. Die Planer haben sechs barrierefreie Varianten erarbeitet – mit Aufzügen, Rolltreppen und Rampen. Das Problem: Die Rampen dürfen für Barrierefreiheit nur eine Steigung von maximal sechs Prozent besitzen. Schon dadurch würden sie besonders auf der Klinik-Seite sehr lang werden. Und es müssen auch noch mehrere 1,50 Meter lange, ebene Ruhezonen eingeplant werden. Auch die anderen Lösungen stießen nicht auf Anklang: Sowohl Aufzüge als auch Rolltreppen seien nicht attraktiv für Radfahrer, befand Pötzsch. „Das nutzt kein Radler.“

Der Verkehrsreferent hatte selbst noch eine Variante mit mehreren Rampen zur Klinik, zum Theresianum- und Niederbronnerweg erarbeitet – jedoch mit einem Gefälle von acht bis neun Prozent. Die seien zwar nicht barrierefrei, könnten aber von Radfahrern genutzt werden. Verlorene Fördergelder könne man mit den durch die geringere Steigung kürzeren Rampen ausgleichen. Der Gutachter wies darauf hin, dass zu steile Rampen von Fußgängern weniger genutzt würden.

Die Unterführung ist nicht abgedichtet und muss ohnehin saniert werden, wenn sie erhalten bleiben soll. Laut Tiefbauamtsleiter Walter Doll belaufen sich die Kosten dafür auf rund 570 000 Euro – ohne weitere Maßnahmen für die Barrierefreiheit. Eigentlich hätte der Ausschuss sich für eine Variante und einen ersten Bauabschnitt entscheiden sollen. Doch das Gremium gab die Planung an die Verwaltung zurück. „Es ist eine Gesamtverkehrsbetrachtung nötig“, forderte Pötzsch. Zudem müsse der Senioren- und Behindertenbeirat eingebunden werden. Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) erinnerte an Vorschläge, die Thomas Brückner vom Verkehrsforum eingereicht hatte. Auch diese sollten berücksichtigt werden.

Die Verwaltung wird nun eine Verkehrszählung in Auftrag geben. Zudem wollen sich die Stadträte bei einem Ortstermin ein Bild von der Situation machen. Im Anschluss wollen sie entscheiden, ob sie die Unterführung erhalten und wie sie dann ausgebaut wird. (Ingrid Zeilinger)

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