Diesen modernen Fünfkämpfer ruft Olympia

Die Mutter Marathonläuferin, der Vater Fünfkämpfer – Dominik Olejarz, Spross zweier Diplom-Sportlehrer, hat die Begabung in den Genen. Schwimmer könnte er sein, Fechter, Reiter, Schütze oder Mittelstrecken-Läufer. „Warum aber Kompromisse machen?“ dachte sich der 17-Jährige und widmet sich wie schon Schwester und Vater dem Modernen Fünfkampf.

Fürstenfeldbruck Der Mehrdisziplinen-Wettkampf geht auf Pierre de Coubertin, den Initiator der olympischen Spiele der Neuzeit, zurück und fordert Kraft, Ausdauer, Koordination und Kondition. Beim Modernen Fünfkampf wird der vielseitigste Sportler belohnt. Und sportliche Vielseitigkeit, das ist eine Trainingsphilosophie, die alle Olejarzes gemeinsam haben und die Dominik bis nach Olympia führen könnte.

Seine Karriere begann, als er seine ältere Schwester Astrid zu den süddeutschen Meisterschaften begleitet hatte. Zweitklässler in der Schule war er damals. „Aus Spaß hat er den Wettkampf in seiner Altersklasse mitgemacht“, erinnert sich Mutter Irena. Und gewann aus dem Stand. Seither geht es stetig bergauf.

Aber der Erfolg fordert seinen Tribut: Schwimmen in Germering, Fechten in München, Schießen und Laufen im heimischen Wangen (Allgäu), dazu Reiten in Hanfeld bei Starnberg – so sah bis September eine ganz normale Woche in Dominiks Leben aus. Und wenngleich die Eltern ein großes Fitnessstudio im Buchenau-Center im Brucker Westen betreiben: Diesem Trainingsaufwand war nicht mehr beizukommen. „Wir mussten viel Zeit und Geld investieren“, sagt Mutter Irena. Auch Dominiks Lehrer am Gymnasium reagierten mit Unverständnis auf den Sport, der ihn so vereinnahmte. Die Trainer wollten ihn ganz für sich. Um seinen Traum von Olympia in diesem Wirrwarr nicht aus den Augen zu verlieren, entschied sich Dominik für einen Wechsel auf das Sportinternat im fernen Potsdam. Dreimal die Woche Schwimmtraining, viermal Laufen, dreimal Fechten, dazu mehrere Schieß- und Reiteinheiten, zwei bis drei Disziplinen pro Tag, dazwischen immer wieder Schulblocks – so sieht die Woche des 17-Jährigen nun aus.

Mit Motivationsproblemen hat er nicht zu kämpfen, dafür sorgen schon seine Trainingskollegen. „Wenn man sieht, dass einer einen besseren Tag hat, dann hängt man sich dran und läuft mit.“ Und seine Fünfkampfpartner sind in Potsdam zuweilen auch echte Größen des Sports. Die Olympiasiegerin von Peking etwa, Lena Schöneborn, etwa oder der mehrfache deutsche Meister Patrick Dogue. Von den Profis könne er sich einiges abschauen, gerade in Disziplinen wie Schwimmen und Laufen.

Viel Familienfreizeit bleibt bei dem ganzen Training allerdings nicht mehr. Wenn sich die Eltern dann doch mal vom Brucker Fitnessstudio lösen können, Schwester Astrid aus der Uni in Kiel nach Hause kommt und für Dominik mal kein Wettkampf ansteht, dann wird sich nicht etwa auf die faule Haut gelegt. Die Zeit wird vielmehr aktiv genutzt. Es geht per Fahrrad und mit dem Zelt über die Alpen, mit dem Kajak nach Schweden und im Winter zum Langlaufen. Für Dominik und seinen ebenfalls Fünfkampf-begeisterten Vater Gregor eine Gelegenheit, die Kräfte zu messen. Mittlerweile hat Dominik die Nase vorn. Kaum eine Sportart ist so vielseitig wie der Moderne Fünfkampf. Für Familie Olejarz scheint er maßgeschneidert. Und ihr Jüngster hat Großes vor. 2018 steht für den Elftklässler die Jugend-Olympiade in Buenos Aires (Argentinien) an, vier Jahre später die richtigen Spiele in Peking – keine Utopie für den bayerischen U18-Meister. Jedoch, so Mutter Irena: „Ehrgeiz und hartes Training sind nicht alles. Wir unterstützen Dominik, aber machen keinen Druck.“ Er kann also in aller Ruhe weiterschreiben an seiner Erfolgsstory, aus der womöglich eine olympische wird. (Johannes Thalmayr)

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