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Hier soll ein Gebetsort für Muslime entstehen: Das ehemalige Gebäude des Elektro Schröter.

Es fehlt das Geld

Gebetsraum statt Moschee

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Der türkisch-islamische Kulturverein DITIB hat die Pläne für eine Moschee an der Augsburger Straßebegraben. Als Ersatz hat der Verein nun ein altes Gewerbehaus gekauft.

Fürstenfeldbruck – Sie sollte eine goldene Kuppel haben. Drei Stockwerke sollte sie hoch sein. Im Keller war eine Tiefgarage und ein Leichenschauraum geplant, im Erdgeschoss sollten sich die Muslime in Gemeinschaftsräumen treffen können. Im zweiten Stock unter der Kuppel hätten rund hundert Gläubige gleichzeitig beten können. Doch die Pläne für die Moschee an der Augsburger Straße sind nun begraben. Deliberay Senocak, die im Vorstand von DITIB sitzt, spricht von einem „Traum, den wir nicht verwirklichen können“.

Die Moschee in Bruck ist Geschichte, bevor sie überhaupt gebaut wurde. Seit mehr als einem Jahrzehnt hat der DITIB-Verein das neue Zentrum für Brucker Muslime geplant. Seit 2013 hatten die Verantwortlichen die Genehmigung in der Tasche, im Mai wollte man mit den Bauarbeiten des Gebäudes beginnen. Doch letztlich fehlte laut dem DITIB-Vorstand eine erhebliche Summe Geld.

Zwischen eineinhalb und zwei Millionen Euro hätte die Moschee gekostet. Das wäre nicht finanzierbar gewesen, sagt Deliberay Senocak. „Das Eigenkapital hätte gerade einmal für den Architekten gereicht.“ Die Bank wollte keinen Kredit herausgeben. Also zogen die Verantwortlichen die Reißleine für das Projekt.

Der alte und der im Oktober neu gewählte Vereinsvorstand sind sich beim Thema Moschee uneinig. Akif Nemutlu, der sich jahrelang für das Projekt engagiert hat, sagt, er sei mit der neuen Vereinsführung auf Kriegsfuß. „Die haben das, was unsere Eltern und die ältere Generation in den letzten 50 Jahren in Fürstenfeldbruck aufgebaut haben, zunichtegemacht.“

Deliberay Senocak sieht dies etwas anders. Sie erklärt: „Der alte Vorstand hat nur den Kampf um die alte Baugenehmigung gesehen.“ Das Finanzielle habe man nicht im Auge gehabt. Das sei so, als würde man ein Haus bauen wollen, alles planen und dann erst schauen, ob man sich das Haus leisten kann. Nemutlu widerspricht dem. Er habe sich bereits mit einer Baufirma geeinigt gehabt. „Aber der neue Vorstand will alles vorgefertigt auf dem Tisch haben.“

Wie Senocak berichtet, habe man die Mitglieder bei einer Versammlung über die Situation informiert. „Die Enttäuschung war riesengroß in der Gemeinde.“ Man habe die Mitglieder schließlich vor die Wahl gestellt: Das Moschee-Projekt weiter verfolgen oder aufgeben. Von 80 Anwesenden hätten sich fast alle gegen die Moschee entschieden.

Nun hat DITIB das Grundstück an der Augsburger Straße bereits verkauft. Stattdessen hat der Verein das Gebäude des ehemaligen Elektro Schröter im Gewerbegebiet an der Hubertusstraße erworben. Wie in der Moschee sollen auch darin ein Gebetsraum sowie Gemeinschaftsräume entstehen. Ende Juli können die Vereinsmitglieder die Räumlichkeiten beziehen. Lediglich um die Nutzungsänderung müsse man sich noch kümmern, sagt Senocak.

Das Gewerbegebiet an der Hubertusstraße liegt im Westen der Stadt. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem eine Autowerkstatt und ein Baumarkt. Senocak sagt, hätte man die Moschee in die Innenstadt gebaut, „wäre es ganz schön laut geworden“. „Wir wollen positiv gesehen werden und niemanden stören.“ Im Gewerbegebiet dürfte sich kaum jemand beschweren.

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